Schweinemarkt: Preise setzen EU-weit ihren Abwärtstrend fort

Notierung sinkt in Österreich und Deutschland um 4 Cent.

Wien/Berlin, 7. Mai 2013 (aiz.info). - Am europäischen Schlachtschweinemarkt setzt sich der in der Vorwoche eingesetzte Trend jetzt noch einmal fort und die Notierungen sinken weiter. Die Preisabschläge bewegen sich zwischen -5 Cent je kg in Belgien und -1 Cent in Frankreich. Die Gründe dafür sind seit Wochen dieselben: kaum Drittlandexporte nach Russland und Asien, volle Gefrierlager und das Warten auf den Beginn der Grillsaison. Hinzu kommen Feiertage, welche die Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten erheblich schmälern. Und so wie in Deutschland liegen auch in anderen Ländern die Schlachtzahlen (noch) über den Erwartungen - die Notierung in der BRD sinkt diese Woche um -4 Cent.

In Österreich waren zu Beginn der abgelaufenen Woche freundlichere Impulse vom Fleischmarkt spürbar. Dann trübten jedoch Überhänge und Verluste entlang der Wertschöpfungskette die Stimmung aller Marktteilnehmer. Auch in dieser Woche wird in Anbetracht des neuerlichen Feiertages eine Markträumung bei schlachtreifen Tieren nicht gelingen. Vor diesem Hintergrund wurde auch bei der heimischen Schweinebörse der Notierungspreis um 4 Cent nach unten gesetzt, er sinkt somit auf EUR 1,54 (Berechnungsbasis: EUR 1,44) je kg.

Talsohle erreicht?

"Die nächste Woche ist die einzige im Mai, die ohne Feiertag auskommt. Damit sollte wenigstens die Stabilisierung des Preisgefüges gelingen", erklärt Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse zu den kurzfristigen Markttendenzen. Auch in der BRD hofft man, dass nach den Rückgängen der vergangenen Wochen jetzt die preisliche Talsohle erreicht ist: "Im Zuge der Angst vor einem Preisverfall haben die deutschen Erzeuger bereits zügig ihre Ställe geräumt. Das gute Wetter am Wochenende hat den Fleischgeschäften zu einer guten Nachfrage nach grillfähigen Teilstücken verholfen. Die weiteren Prognosen sind vielversprechend, sodass mit stabilen Preisen zu rechnen ist", stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) fest.

Rabobank sieht mittelfristig positive Impulse für globalen Schweinesektor

m ersten Quartal 2013 hat der globale Schweinesektor Impulse für eine zunehmend positive Margenentwicklung erhalten, davon gehen zumindest laut Agra-Europe die Analysten der Rabobank aus. Sie verweisen auf einen stabilen Schweinepreisindex in den ersten drei Monaten des Jahres in Kombination mit leichtem Preisdruck für Futtermittel. Außerdem sei es den Fleischanbietern trotz einer relativ schwachen Nachfrageentwicklung gelungen, ein höheres Preisniveau bei ihren Kunden durchzusetzen. Allerdings seien die Schweinenotierungen weniger gestiegen, als die Erzeuger gehofft hätten, geben die Marktexperten zu. Auch im zweiten Quartal 2013 werde der Absatz auf dem ohnehin schon schwierigen Markt durch zahlreiche Importverbote beeinträchtigt. Eine Entlastung sei lediglich durch einen wahrscheinlich verzögerten Bestandsaufbau zu erwarten, auch ein mengenmäßiger Rückgang sei nicht auszuschließen.

Trotzdem könnten sich die Margen für die Landwirte und Verarbeiter unter dem Strich verbessern, weil die Futterkosten voraussichtlich weiter sinken dürften. Der wichtigste marktbestimmende Faktor auf der nördlichen Erdhalbkugel werde die Nachfrage nach Schweinefleisch im In- und Ausland sein. Zu bedenken sei, dass die Verbraucher in der EU die Finanzkrise zunehmend in der Geldbörse spürten. Hier werde die Dauer und Intensität der Grillsaison die Preise maßgeblich beeinflussen, nachdem der Fleischabsatz rund um die Ostertage überwiegend enttäuschend ausgefallen sei. In der zweiten Jahreshälfte sei allerdings mit einer saisonal anziehenden Importnachfrage Russlands und Chinas und in der Folge mit einer festen Preistendenz zu rechnen, geben die Analysten einen positiven Ausblick.