Einfluss der Düngung auf die Silage

Der Gärverlauf wird von Faktoren wie der Zusammensetzung des Futters, vom Nutzungszeitpunkt, dem Anwelkgrad, Verschmutzungen des Futters und von der Düngung beeinflusst.

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© RWA
Silage ist durch Gärung konserviertes Grünfutter. Ziel dieser Futterkonservierung ist eine rasche Milchsäure-Gärung, um eine schnelle Absenkung des pH-Wertes zu erreichen. Durch die Silierung werden Bakterien, Hefen und Schimmelpilze unterdrückt. Der Gärverlauf bei der Silage und somit auch eine gute Gärqualität werden von mehreren Faktoren wie der botanischen Zusammensetzung des Futters, Nutzungszeitpunkt, Anwelkgrad, Verschmutzung des Futters (Aschegehalt) und von der Düngung beeinflusst.

Düngung beeinflusst Pflanzenbestand

  • Die botanische Zusammensetzung des Grünlandfutters wird entscheidend über die Düngung beeinflusst. Angestrebt wird ein Gräseranteil von mindestens 60 %. Ein höherer Anteil an Gräsern erfordert eine bedarfsgerechte Stickstoff-Düngung, da sonst der Gräseranteil zugunsten der Kräuter zurückgeht.
  • Mehrschnittwiesen benötigen etwa 40–50 kg N/Aufwuchs (z.B. 25–30 m³ Rindergülle 1:1 verdünnt mit ca. 5 % Trockenmasse (TM) oder 150–200 kg NAC). N-Mangel bzw. Nitratgehalte im Futter von weniger als 1 g Nitrat/kg TM begünstigen unerwünschte Bakterien (z.B. Buttersäurebildung), verzögern die pH-Absenkung und gefährden damit die anaerobe Stabilität des Silos.
  • N-Mangel ist bei einer Futteranalyse an niedrigen Rohproteingehalten (RP) erkennbar. Liegen trotz zeitgerechter Nutzung die RP-Werte unter 14 %, so liegt ein N-Mangel vor. RP-Mangel beeinträchtigt auch die Futteraufnahme.
  • Die botanische Zusammensetzung beeinflusst über die unterschiedliche Pufferkapazität (Widerstand gegen die Ansäuerung) auch den Gärverlauf und Gärqualität im Silo. Gräser sind zuckerreich, damit leicht silierbar und liefern auch mehr Energie als Kräuter.

Kräuter schwerer silierbar

Geringe Anteile an Leguminosen und Kräutern wirken nicht negativ auf den Gärverlauf, wenngleich sie aufgrund ihrer hohen Pufferkapazität (basisch wirkenden Puffersubstanzen) zu den schwerer vergärbaren Futterpflanzen zählen. Daher sollte der Anteil an Leguminosen und Kräutern im Bestand gemeinsam nicht über 20–40 % liegen.

Geringe Anteile an wertvollen Futterkräutern wie Frauenmantel, Spitzwegerich, Großer Wiesenkopf, Löwenzahn etc. sind hingegen kein Problem für die Silagebereitung. Es wird vermutet, dass geringe Anteile an so genannten „Milchkräutern“ sogar Hemmstoffe enthalten, die einem mikrobiellen Eiweißbau in der Grassilage entgegenwirken können.

Futterqualität und Risiken für die aerobe Stabilität

Höhere Anteile von Ampfer, Wiesenkerbel, Schlangenknöterich, Bärenklau etc. verringern nicht nur den Futterwert, sondern wirken auch nachteilig auf die aerobe Stabilität nach dem Öffnen des Silos, die Silagen neigen stärker zur Nacherwärmung.

Hauptursache für einen verstärkten Eiweißabbau beim Gärprozess bis hin zu Ammoniakbildung ist eine zu langsame Gärung bzw. pH-Absenkung im Silo. Folgende Ursachen kommen in Frage: • Sauerstoffeintrag durch zu langsames Befüllen • Mangelnde Verdichtung • Keine perfekte Abdeckung • Nitratmangel • Geringer Zuckergehalt im Futter • Zu geringes oder auch zu starkes Anwelken • Futterverschmutzung (Eintrag von Coli- und Buttersäurebakterien, die für den Eiweißabbau verantwortlich sind)

Schnittzeitpunkt beeinflusst Energiegehalt

Neben der Düngung beeinflusst der Schnittzeitpunkt die Silierbarkeit (Zuckergehalt) im Futter. Der vergärbare Zu¬cker sollte mindestens 2 % in der Frischmasse (das sind 6 % in der Trockenmasse) betragen. Ein geringer Gräser- bzw. hoher Leguminosenanteil, älteres Futter (Rohfasergehalte über 25 %), lange Verweildauer am Feld (maximal 35 Stunden) oder eingeregnetes Futter verringern den Zuckergehalt.

Gräserbetonte Bestände sollten im Rispen-(Ähren-)Schieben bis spätestens zu Beginn der Blüte gemäht werden. Dies entspricht beim ersten Aufwuchs etwa der gelben „Löwenzahnblüte“. Im Stadium „Pusteblume“ ist es für Spitzenqualitäten zu spät. Leguminosen sollten im Knospenstadium und Kräuter spätestens bis Mitte der Blüte geerntet sein. Das gewährleistet auch, dass der Rohfasergehalt in der Silage 25–26 % i.d.TM nicht überschreitet. Über 25 % Rohfaser in der Trockenmasse wird der Zucker für die Gärung knapp. Bei weidelgrasbetonten Beständen kann aufgrund des höheren Zuckergehalts die Grenze geringfügig nach oben verschoben werden.

Grunddüngung nicht vernachlässigen

  • Am Grünland ist in Hinblick auf die Silagequalität wieder stärker auf die Phosphatversorgung zu achten. Mehr als 70 % der Böden und 60 % der Futteranalysen weisen derzeit einen P-Mangel auf.
  • Der P-Bedarf steigt bei der Kuh mit zunehmender Milchleistung und muss bei der Fütterung vorrangig über das Grundfutter gedeckt werden. P-Mangel verringert nicht nur die Aktivität der Pansenmikroben und damit die Fressleistung der Tiere, sondern kann auch zu einer Beeinträchtigung der Tiergesundheit führen.
  • Im intensiveren Grünland sollten P-Werte von 10 mg P2O5/100 g Boden nicht unterschritten werden. Bis zu einem pH-Wert von 6 ist der Einsatz von Rohphosphaten (Hyperphosphat) möglich, bei höheren pH-Werten sollte Superphosphat (im ÖPUL bei pH-Werten über 6 erlaubt) verwendet werden. Zuletzt wurde häufig die Erhaltungskalkung vernachlässigt.
  • Eine Kalkung ist vor allem bei pH-Werten unter 5,5 erforderlich. Eine regelmäßige Erhaltungskalkung in Abständen von 4–5 Jahren mit 1000–1500 kg Kohlensaurem Kalk fördert nicht nur das Bodenleben und die Nährstoffverfügbarkeit. Sie sorgt auch dafür, dass sich am Oberboden keine zu starke Rohhumusauflage entsteht.
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Autor:
DI Josef Galler, LK Salzburg, erschienen in "Unser Land"