So gartelt & baut Österreich in Zukunft

Die Lagerhäuser präsentierten im Rahmen eines Pressegesprächs aktuelle Entwicklungen, Trends und Herausforderungen für die heimischen Bau- und Gartenmärkte

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Vorstandsdirektor Stefan Mayerhofer und AFS-Geschäftsführer Thomas Marx präsentierten aktuelle Entwicklungen und Trends für die heimischen Bau- & Gartenmärkte © Georges Schneider/RWA
Die Österreicher haben ganz klare Vorstellungen, was sie in Zukunft von einem modernen Bau- & Gartenzentrum erwarten. Wie das Angebot aussehen muss und welche großen Trends die Branche in Zukunft prägen werden, zeigte die RWA Raiffeisen Ware Austria AG im Rahmen eines Pressegesprächs aus Sicht der Lagerhäuser auf. Die Wünsche der Kunden gehen dabei klar in Richtung von „Do it for me“-Servicepaketen, emotionalen Erlebniswelten und einer engen Verknüpfung der Vorteile der Offline-Welt mit den Annehmlichkeiten des digitalen Einkaufs. Die Lagerhäuser reagieren bereits jetzt auf die großen Zukunftstrends und arbeiten an mehreren Projekten, um dem Kunden von morgen das zu bieten, was er wünscht.
Die heimischen Bau- und Gartenmärkte sowie Baustoffzentren bewegten sich 2016 in einem herausfordernden Umfeld. Trotz konjunktureller Impulse stagnieren die Ausgaben der Österreicher in den hier zum Verkauf stehenden Produktgruppen ebenso wie der private Hausbau und Renovierungsarbeiten. Die Lagerhaus Bau- und Gartenmärkte haben sich 2016 dennoch positiv entwickelt und steigerten ihren Marktanteil auf fast 25 Prozent. Damit belegen diese im österreichischen Ranking den zweiten Platz. Neben einer guten wirtschaftlichen Entwicklung weisen die Lagerhäuser auch eine hohe Kundenzufriedenheit auf, wenn es um eine freundliche wie fachlich versierte Beratung geht. Das zeigte zuletzt eine Kundenmonitor ® Umfrage.
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Stefan Mayerhofer, Vorstandsdirektor der RWA, betonte die Alleinstellungsmerkmale von Lagerhaus © Georges Schneider/RWA
„Die Lagerhäuser als Genossenschaften unterscheiden sich vom Mitbewerb in ihrer Struktur, ihrem Konzept und ihrem Geschäftsmodell“, so Stefan Mayerhofer, Vorstandsdirektor der RWA. „Die Lagerhäuser sind das einzige Bau- und Gartenmarktsystem, das in österreichischer Hand ist und mit mehr als 500 Standorten eine flächendeckende Versorgung bietet. Das Sortiment wird nicht zentral gesteuert, sondern regional auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet. Daher ist das Angebot der Lagerhäuser auch breiter als das klassische Baumarkt-Sortiment.“ Mit diesem Konzept waren die Lagerhäuser bislang erfolgreich, sehen jedoch in Zukunft große Herausforderungen auf alle Bau- und Gartenmärkte bzw. Baustoffzentren zukommen. Denn die Ansprüche der Kunden verändern sich drastisch, so dass es neuer Denkansätze und Strategien bedarf, um für diese attraktiv zu bleiben.

Die Offline-Trends der Zukunft

Derzeit sind die Bau- und Gartenmärkte ein klassisches „Do it yourself-Segment“ mit einer darauf abgestimmten, oftmals nüchtern präsentierten Produktpalette. Daran verlieren die Österreicher jedoch zunehmend Interesse. „Wenn der Kunde in Zukunft in einen Shop kommt, erwartet er einerseits, dass die Produkte haptisch und emotional ansprechend präsentiert werden – wir sprechen hier von so genannten Erlebniswelten – und andererseits ein damit verbundenes Serviceangebot“, so Thomas Marx, Geschäftsführer der AFS Franchise-Systeme GmbH.
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Der Trend geht klar in Richtung von © Georges Schneider/RWA
Der Trend geht klar in Richtung von „Do it for me“-Leistungen: Der Kunde will, dass man ihm Arbeit abnimmt. Aufwändigere Heimwerkerprojekte lagert er lieber an professionelle Handwerker aus. Beim Hausbau setzt er vermehrt auf Komplettservices, mit denen er möglichst viel Verantwortung abgeben kann. Die Lagerhäuser haben darauf bereits reagiert und ihr Produktangebot um umfassende Serviceleistungen z. B. im Bereich der Bau- oder Gartenplanung erweitert. Diese werden in Zukunft noch stärker gebündelt und ausgebaut.
Wenn es darum geht, welchen Fokus Bau- und Gartenmärkte in Zukunft bei den einzelnen Produktsegmenten setzen sollen, so zeigt sich vor allem ein Bereich, den die Kunden lieben: den Garten. Dieser wird immer mehr zum individuell gestalteten Lebens- und Wohnraum und sollte daher auch von den Märkten entsprechend bearbeitet und in Szene gesetzt werden. Gerade in diesem Segment suchen die Kunden nach modernen Gartenzentren, wo sie in eine attraktive Erlebniswelt eintauchen können.

Der Online-Trend der Zukunft

Betrachtet man das derzeitige Einkaufsverhalten der Österreicher, so nutzen weit mehr als die Hälfte sowohl die virtuelle als auch die reale Einkaufswelt. Das bedeutet, kaum jemand shoppt ausschließlich online, wenngleich der Anteil des Online-Handels in Zukunft auch im Segment Bau und Garten größer werden wird. Will man sich vom Online-Handel abheben, empfiehlt es sich im stationären Einzelhandel auf die bereits genannten Strategien in Form von haptisch erlebbaren Produktwelten in Kombination mit einem umfassenden Serviceangebot zu setzen. In letzter Konsequenz wird das aber wahrscheinlich nicht ausreichen, um sich am Markt erfolgreich zu positionieren. Die Lagerhäuser werden daher in Zukunft auf eine Multichannel-Strategie setzen, in der die Vorteile der Offline-Welt mit den Annehmlichkeiten des digitalen Einkaufs verbunden werden. Diese arbeiten derzeit intensiv an einem entsprechenden Digitalisierungsprojekt, in dessen Rahmen ein E-Commerce-Geschäft aufgebaut und mit dem stationären Handel verknüpft wird.
„Das Lagerhaus geht aktiv auf die Anforderungen seiner Kunden ein. In Zukunft wird dieses sowohl im Geschäft um die Ecke als auch online ein umfassendes Produkt- und Serviceangebot rund um das Thema Bauen und Garten anbieten. Dazu zählen insbesondere auch umfassende Komplettservices für den Hausbau sowie attraktive Garten-Erlebniswelten“, so Stefan Mayerhofer.