Düngerpreise fürs Frühjahr stabil

Februar 2013: Eine Momentaufnahme des Düngemittelmarktes und generelle Tendenzen für die künftige Entwicklung von DI Andreas Hochgerner, RWA-Abteilungsleiter Düngemittel.

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© RWA
Obwohl in einigen Regionen Österreichs vor allem aufgrund von Spätfrösten und extremer Trockenheit 2012 das landwirtschaftliche Einkommen gesunken ist, sind die Zukunftsaussichten für die landwirtschaftliche Produktion durchwegs positiv. Die Preise praktisch aller agrarischen Erzeugnisse befinden sich auf hohem Niveau und zumindest mittelfristig sind keine gravierenden Preiseinbrüche zu erwarten.

Weltweit wird eine hohe Düngernachfrage erwartet

Diese Rahmenbedingungen müssten ökonomischen Gesetzen folgend zu einer weltweit großen Nachfrage nach Düngemitteln und somit zu steigenden Preisen führen, da sich auch die Energiepreise seit den Sommermonaten auf einem stabilen hohen Niveau eingependelt haben.

Seit September wenig Bewegung bei den Preisen

In Österreich konnte die Industrie bei Kalkammonsalpeter, bedingt durch die große Nachfrage zu Einlagerungsbeginn ab Juli, in den ersten Monaten moderate Preissteigerungen am Markt durchsetzen. Mit September ließ jedoch die Kaufbereitschaft der Landwirtschaft stark nach und die Preise bewegen sich seit diesem Zeitpunkt mehr oder weniger nur mehr seitwärts. Aufgrund des strikten Risikomanagements ist der Agrarhandel jedoch nicht bereit, weiterhin Düngemittel auf eigenes Risiko auf Lager zu nehmen, da die schmerzhaften Erfahrungen aus der Saison 2008/09 eine gravierende Änderung der Einlagerungsstrategie hervorgerufen haben.

 

Auch in den angrenzenden Nachbarländern Österreichs läuft die Nachfrage nach Stickstoffdüngern in den letzten Monaten sehr schleppend. Durch längere Abstellungen zwecks Wartung in den Sommermonaten und teilweise durch Produktionsprobleme hat die Industrie jedoch keinen Lagerdruck. Da in den ersten Monaten des neuen Jahres wieder verstärkter Stickstoffbedarf zu erwarten ist, ist aus derzeitiger Sicht mit leicht steigenden KAS-Preisen ab Jahresbeginn zu rechnen.

NPK-Dünger: Engpässe im Frühjahr möglich

Ähnlich stellt sich die Marktsituation bei Mehrnährstoffdüngern dar. Auch hier ließ die Nachfrage ab September deutlich nach und die Preissteigerungen seit Einlagerungsbeginn im Juli hielten sich in überschaubaren Dimensionen. Die Einlagerungsquote bei den NPK-Düngern war jedoch per Jahresende deutlich niedriger als beim Stickstoff. Somit muss im Frühjahr mit großer Nachfrage gerechnet werden, was laut Industrie bei einigen Produkten zu zumindest zeitweisen Lieferproblemen führen könnte. Da sich jedoch die Notierungen für die Einzelnährstoffe Kali und Phosphat, wie auch Stickstoff in den letzten Monaten, von leichten Ausschlägen abgesehen, seitwärts bewegen, sind auch bei den NPK-Preisen keine dramatischen Preissteigerungen zu erwarten.

Preisschwankungen weniger heftig als zuvor

Generell kann gesagt werden, dass in den letzten beiden Jahren die Preisschwankungen der wichtigsten Düngemittel (Harnstoff, DAP, Kali 60) moderater ausgefallen sind als in den Jahren zuvor. Die Industrie scheint aus der „Düngerkrise“ 2008 gelernt zu haben und reagiert nicht mehr so stark auf Nachfrageänderungen. Da der weltweite Düngerverbrauch zurzeit weniger wächst als ursprünglich prognostiziert, die Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren jedoch deutlich aufgestockt werden, sind laut Expertenmeinung in Zukunft deutlich tiefere Preisniveaus nicht unrealistisch.

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Autor:
DI Andreas Hochgerner, RWA