Studie: Wohnen und Sanieren in Österreich

Das Lagerhaus, Österreichs größter Bau- und Sanierungs-Komplettanbieter, und Marketagent.com begaben sich auf Spurensuche in Österreich*: Wie wohnen und sanieren die Generationen? Wer setzt welche Maßnahmen um und wie kann der Baustoffhandel die Österreicher beim Sanieren besser unterstützen?

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Eines vorweg: Sanieren wird von den Österreichern als komplex, unangenehm und kostspielig empfunden. Aktuell werden jährlich 40.000 Gebäude saniert, das entspricht einer Sanierungsrate von 1,2 % p.a. Durch Förderungen soll die Rate bis 2020 auf 3 % gesteigert werden. Der 2011 aufgelegte Fördertopf der Bundesregierung mit 100 Millionen Euro ist mit Ende Juni zur Hälfte ausgeschöpft. 8 von 10 der eingereichten Förderanträge beziehen sich auf Ein- und Zweifamilienhäuser, die übrigen auf Wohnungen. Stefan Mayerhofer, Vorstandsdirektor des Lagerhaus-Großhandelsunternehmens RWA, erklärt: „Förderungen sind ein Anreiz – zumindest, um sich zu informieren.“

Für 2011 planen 12 % der Österreicher konkrete Sanierungsmaßnahmen

12 % der Befragten werden heuer ein Sanierungsprojekt umsetzen, 21 % werden es in den nächsten Jahren tun und 15 % innerhalb der nächsten zehn Jahre. 52 % planen „keine konkreten Sanierungsmaßnahmen“. Generell steigt die Nachfrage im Lagerhaus, jedoch wie in der gesamten Branche, nicht so rasant wie erwartet: „Wir verzeichnen im ersten Halbjahr einen 15 %igen Umsatzzuwachs im Segment Sanieren im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Plus ist erfreulich, bewegt sich aber parallel zur gesamten Bauumsatzentwicklung der Lagerhäuser. Rund 20 % des Lagerhaus Baustoff- und Dienstleistungsgeschäftes machen Sanierungsmaßnahmen derzeit aus.“

Sanieren liegt demnach nicht mehr oder weniger im Trend als andere Baumaßnahmen. Die Gründe sind laut Mayerhofer vielseitig: „Die Häuser die vor den 1980er Jahren gebaut wurden, wurden noch nicht mit modernen Baustoffen bzw. mit entsprechender Dämmung ausgestattet. Wer damals ein Haus gebaut und eventuell einen Kredit dafür aufgenommen hat, denkt heute, 30 bis 35 Jahre später nur ungern an neue finanzielle Belastungen und neuerliche Unruhen durch Baustellen.“ Förderanreize, Heizkosteneinsparungen, Amortisationszeiten von Sanierungskosten und andere Sachargumente tragen daher nur einen kleinen Beitrag zur notwendigen Sanierungsoffensive der Österreicher bei. Fullservice und totaler Baukomfort bewegen die oftmals schon leidgeprüften Haus- und Wohnungsbesitzer da schon eher. Bei Bauvorhaben rund um Objekte, die auch während der Sanierung meist bewohnt bleiben, ist perfekte Dienstleistung gefragt. „Und zwar nicht nur in der Zustellung, Kranentladung oder Palettenabholung. Wer diese Privatkunden gewinnen will, muss „all inclusive“ und damit auch alle notwendigen Gewerke anbieten können“, so Mayerhofer. Den „one stop shop“ sieht Mayerhofer als wesentliches Kaufkriterium in Sachen Sanierung.
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Wo setzt Österreich an?

Befragt nach Vorstellungen zu Investments in den nächsten 10 Jahren werden knapp 44 % „auf jeden Fall“ bzw. „eher schon“ in Wärmedämmung und Isolierung des eigenen Zuhauses Geld investieren. Alternative Energiesysteme wie Photovoltaik, Windenergie und Solarengerie stehen ebenfalls oben auf der Liste der Sanierungswilligen (43,2 %). 4 von 10 Befragten werden in den nächsten 10 Jahren einen Umbau oder die Sanierung eines Objektes in Angriff nehmen. „Das ist auch dringend notwendig“, erklärt Mayerhofer, denn „bei zwei Drittel aller Wohnungen in Österreich, das sind 3,5 Millionen, besteht Sanierungsbedarf.“

„Wie beim Zahnarzt“

Wann für gewöhnlich das eigene Zuhause saniert wird, wollte das Lagerhaus wissen: Jeder fünfte Österreicher gab an, „laufend in die Optimierung zu investieren“, jeder Dritte investiert „wenn Geld übrig ist oder genug angespart wurde“ und 35 % nur dann, „wenn es unbedingt sein muss“. Die fleißigsten Sanierer sind die Tiroler (25 % investieren laufend in das Zuhause) – die untätigsten die Wiener (44 % investieren nur dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt).

Stefan Mayerhofer: „Der Vergleich mit dem Zahnarzt drängt sich auf: Wenn ich solange warte, bis ich das Geld für eine Sanierung beisammen habe, kann es sein, dass weit höhere Kosten anfallen, als bei regelmäßigen schrittweisen Investitionen, die mit einem Gesamtplan abgestimmt sind.“ In den knapp 540 Lagerhaus Baumärkten und Baucentern werden vermehrt Info-Tage stattfinden, um die Vorteile von Sanierungen noch bekannter zu machen. Außerdem werden Energieberater-Ausbildung und Schulungen für die 1.500 Baustoff Berater des Lagerhauses forciert. „Wenn das Wissen um Potenziale von Sanierungsmaßnahmen in der Bevölkerung wächst, wächst auch die Sanierungsquote“, ist Mayerhofer überzeugt.

Die „Sanierungshemmer“

Ausschlaggebend, ob saniert wird oder nicht, ist wenig überraschend Geld. Die Verfügbarkeit der finanziellen Mittel ist für 66 % sehr ausschlaggebend – hohe Fixkosten und die Verfügbarkeit von Förderungen animieren immerhin 37 % Sanierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Jeder Dritte orientiert sich an der Verfügbarkeit von Handwerkern. Die Zustimmung anderer Familienmitglieder (24 %) sowie die Dauer der Umbaumaßnahme (21 %) sind weitere Gründe, zu sanieren. Befragt, was gegen eine tiefgreifende Sanierung im eigenen Zuhause spricht, rangiert ebenfalls das liebe Geld an erster Stelle: 37 % der Befragten gaben an, über unzureichende finanzielle Mittel zu verfügen, 34 % erachten eine Sanierung als derzeit nicht notwendig und 31 % möchten keinen Kredit aufnehmen. Umzugspläne (16 %), „Kosten-Nutzen-Rechnung“ die nicht aufgeht (14 %) sowie zu geringe Förderungen (13,5 %), mangelndes Wissen um Förderangebote (9,6 %) und die Furcht vor Unannehmlichkeiten während der Bauphase (8,2%) sind weitere Sanierungs-Hemmer. Besonders Ältere (41 % der 50-59jährigen und 38 % der 60-69jährigen) gaben an, über unzureichende finanzielle Mittel zu verfügen bzw. eine Sanierung als nicht notwendig anzusehen. Vor Fremdfinanzierung schrecken insbesondere ältere Generationen (nahezu 4 von 10 der 50-59jährigen) zurück; in der Gruppe der 20-29 jährigen ist das nur für 25 % „abschreckend“.

Ein Viertel der Österreicher gibt 10.000 Euro für Sanierung aus

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Der finanzielle Rahmen für Sanierungen ist eng gesteckt: 13 % der Befragten haben gar kein Geld dafür, 23 % sehen den Rahmen bei 10.000 Euro, 18 % würden zwischen 10.000 und 25.000 Euro ausgeben, lediglich 10 % zwischen 25.000 und 50.000 Euro, 3 % zwischen 50.000 und 100.000 Euro und 0,7 % mehr als 100.000 Euro. 31 % der Befragten hatten „noch keine Meinung“ zu dem Thema.

Wie Sanierung finanziert wird

6 von 10 Österreichern würden ihr Zuhause mit Erspartem sanieren, 17 % eine Fremdfinanzierung anstreben, 19 % können das nicht sagen bzw. sind unentschlossen. Die Fremdfinanzierungen sind ist bei der Generation 60+ am unbeliebtesten: Nur 14 % ziehen diese Möglichkeit in Betracht.

Mayerhofer sieht hier eine ganz logische Erklärung: „Die Generation der heute über 50 oder 60jährigen hat in der Regel bereits Fremdfinanzierung für ein Eigenheim in Anspruch genommen, ist jetzt schuldenfrei und möchte keine weiteren Verbindlichkeiten auf sich nehmen. Diese Zielgruppe – zwei Millionen Senioren in Österreich – ist nicht durch ein paar hundert Euro Heizkostenersparnis von umfassender Sanierung zu überzeugen. Hier ist Rundum-Service und totaler Baukomfort der Schlüssel zum Erfolg. Daher unternehmen wir vielfältige Anstrengungen, um den Kunden alles aus einer Hand anbieten zu können.“

All-Inclusive Angebote: Sanieren muss attraktiver werden

Mayerhofer sieht für die Lagerhäuser die Zukunft im Bereich Sanieren, im verstärkten Anbieten von Dienstleistungen. „Baumaterialen zu verkaufen reicht längst nicht mehr. Unser Ziel ist das flächendeckende Angebot von Sanierungs-Bausteinen für jedermann.“ Gerade für die anspruchsvolle Zielgruppe, die „nicht bloß Baustoffe kaufen möchte, sondern Gesamtlösungen inklusive der Dienstleistungen und der Handwerker“, erörtert Stefan Mayerhofer, ist das Lagerhaus perfekt aufgestellt: „Wir sind bewährte Partner, wenn es ums Bauen oder Sanieren geht und bieten unseren Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket. Mit 1.500 Baustoffberatern und 120 Energieberatern verfügen wir über das größte Beratungs- und Dienstleistungsangebot im Bereich Bauen und Sanieren. Unsere 540 Lagerhaus Baucenter und Bau & Gartenmärkte bieten neben 145.000 Selbermacher-Artikeln auch 19 verschiedene Gewerke an“. Das Angebot reicht von der Bauplanung, dem Baumanagement bis hin zur kompletten baulichen Abwicklung der Umsetzung. Dachdecker, Installateure, Baumeister, Spengler, und Montagepersonal werden vom Lagerhaus gestellt.
Rückfragehinweis:
RWA Raiffeisen Ware Austria AG
Mag. Michaela Fritsch
Tel: 01/605 15 – 6380, 0664/627 40 58
michaela.fritsch@rwa.at
Autor:
RWA-Pressestelle