Überdurchschnittliche Zuchtrinderpreise durch sehr niedrige Milcherlöse getrübt

FIH appelliert an Milchbauern, vorübergehend weniger zu liefern.

Ried, 1. März 2016 (aiz.info). - Der positive Jahresabschluss und der Rückblick auf ein Jahr mit deutlich überdurchschnittlichen Preisen für Zuchtrinder wird aktuell durch sehr niedrige Milchpreise getrübt, erklärte der Obmann des Fleckviehzuchtverbandes Inn- und Hausruckviertel (FIH), Johann Hosner, den rund 400 Teilnehmern der Generalversammlung, die erstmals in der Bauernmarkthalle in Ried stattfand. Hosner appellierte dabei an die Bauern, in dieser Phase weniger Milch an die Molkereien zu liefern.

Fleckvieh aus Ried war im Vorjahr vor allem in der Türkei sehr begehrt, wie die 5.532 durch den FIH exportierten Zuchtrinder belegen. Laut Geschäftsführer Josef Miesenberger sind dabei die Preise in allen Kategorien im Vergleich zu 2014 gestiegen, am deutlichsten für trächtige Kalbinnen. 2015 war insgesamt in der Zuchtrindervermarktung beim FIH ein gutes Jahr. In Summe wurden Zuchtrinder und Kälber im Wert von rund 16 Mio. Euro über den Verband abgesetzt.

Aktuell kauft der FIH Fleckviehzuchtrinder für den Export in den Iran an. Weiterhin sehr rege ist auch die Nachfrage nach Kalbinnen für die Türkei. Auch im fachlichen Bereich gibt es Weiterentwicklungen: So haben Züchter aus Deutschland, Tschechien und Österreich gemeinsam Neuerungen im Zuchtziel beschlossen. Dadurch sollen die positiven Eigenschaften der Doppelnutzungsrasse Fleckvieh in der Milch- und der Fleischproduktion weiter gestärkt werden.

Ehrungen

Der Dr. Anton Pohl Preis ging an Franz Gimpl (St. Pantaleon), für seine Horan-Tochter Gutrun, die bisher eine Lebensleistung von über 130.000 l Milch brachte, bereits vierzehn Mal abgekalbt hat bei einer Zwischenkalbezeit von 377 Tagen. Weiters wurden Diplome für 37 Kühe mit einer Lebensleistung von über 100.000 kg verliehen, darunter an den Betrieb Feichtenschlager (Höhnhart), der 2015 bei gleich drei Kühen aus der selben Kuhfamilie eine Lebensleistung von über 100.000 kg Milch erreichte. Den Titel "Fleckviehzüchter des Jahres" sicherte sich Hermann Wappis (Gilgenberg) mit seinem Stier Mandrin.