Unterschiede zwischen Stretchfolien

Bei der Auswahl von Stretchfolien sollte man nicht immer nur auf den Preis achten, sondern auch darauf bedacht sein wirklich gute Qualität zu kaufen. Unterschieden wird in Blasfolien und Castfolien.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Stretchfolien in der Herstellung und Qualität in geblasene Agrarstretchfolien und Castfolien. Das Blas- und das Castverfahren sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Herstellungsverfahren – jeweils mit Vor- und Nachteilen. Worin liegt der Unterschied zwischen Cast- und Blasfolien?

Blasfolien: Aufwändige Produktion rechnet sich

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Blasfolien werden in einem sehr aufwändigen dreidimensionalen Verfahren produziert. Dadurch werden die Moleküle in der Folienstruktur in Längs- und Querrichtung sehr gut verkettet, was zu einer sehr guten Reißfestigkeit in beiden Richtungen führt. Beim Blasverfahren wird eine Blase mit einer Höhe von 20 – 25 my produziert, wodurch auf die aufgeblasene Folie hohe Belastungen entstehen. In diesem Verfahren können daher nur sehr hochwertige Rohstoffe verwendet werden, um die technischen Eigenschaften für die Produktion gewährleisten zu können.
Vorteile:
  • Geringere Sauerstoffdurchlässigkeit
  • Mechanische Qualitäten in Längs- und Querrichtung vorhanden
  • Höhere Durchstoßfestigkeit und Dehnfähigkeit
  • Verarbeitung hochwertiger Rohstoffe
  • Bessere Technische Eigenschaften als Castfolien
  • Durchgehend gleichmäßige Folienstärke
Nachteile:
  • Durch die höherwertigen Rohstoffe meist im Preis teurer als Castfolien

Die im Lagerhaus erhältlichen Stretchfolien sind geblasene Agrarstretchfolien.

Castfolien: Billiger, aber weniger robust

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Castfolien werden in einem an das Material weniger anspruchsvollem Verfahren produziert. Hier wird die Rohstoffmasse auf Walzen solange gewalzt, bis die gewünschte Dicke (meist 25my) erreicht ist. Durch das Walzen wird die Folie nur in einem zweidimensionalen Verfahren produziert, was dazu führt, dass die Moleküle in Querrichtung nur sehr schlecht bis gar nicht verkettet sind. Dies kann bei leichten Beschädigungen des Ballen zum raschen Weiterreißen und zum Verlust des ganzen Ballens führen.
Die Vorteile:
  •  Billiger in der Herstellung
Nachteile:
  • Geringere Festigkeit und Dehnung in Querrichtung
  • Höhere Neigung zum Weiterreißen bei Folienrissen
  • Ungleichmäßige Folienstärke
  • Höhere Sauerstoffdurchlässigkeit
  • Weniger Vorstreckung möglich
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Autor:
DI Christoph Metzker, RWA