Schutz für Forstpflanzen

Wildverbiss ist für viele Waldbesitzer ein massives Problem. Wir geben Ihnen einen Überblick über die chemischen Schutzmöglichkeiten.

Aufbringen eines WildverbissmittelsAufbringen eines WildverbissmittelsAufbringen eines Wildverbissmittels[1332843683160183.jpg]
© RWA
Im Herbst denken viele Waldbesitzer an einen Schutz ihrer Forstpflanzen, aber auch im Frühjahr und Sommer kommt es immer wieder zu Wildschäden. „Übeltäter“ sind häufig Reh- und Rotwild, aber auch Hasen. Die bedeutendsten Schäden sind Verbiss- und Nageschäden sowie Schäl- und Fegeschäden.

Mechanischer und chemischer Schutz

Wie kann solchen Schäden vorgebeugt werden? Mit den Produkten am Markt können die Pflanzen sowohl mechanisch (Verbiss Schutzkappen, Fegeschutzspiralen u.a.) als auch chemisch (Trico, WAM flüssig, Certosan u.a.) geschütz werden.

Verbissschäden:

Rehe lieben frische Triebe und Knospen[1445940704446754.jpg]
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Frische Triebe und Knospen von Laub- und Nadelbäumen sind nach dem kargen Winterfutter ein begehrter Leckerbissen für die Tiere. Auch der Flüssigkeitsbedarf wird oft dadurch gedeckt. Andererseits bieten heute „Energieholzwälder“ Nahrung und Deckung für die Tiere. Eine Schädigung des Leit- bzw. Terminaltriebes führt zu einer starken Beeinträchtigung des Höhenwachstums der Pflanzen. Im Bereich des chemischen Verbissschutzes kommen gegen den Sommerverbiss flüssige, spritzbare Produkte zum Einsatz, da Streichmittel zu stark verkrusten und damit das Wachstum der Pflanze hemmen würden.

Zurzeit sind 3 interessante Produkte am Markt: Trico, WAM flüssig und Certosan. Diese Produkte können gegen Sommer- und Winterverbiss in Laub- und Nadelgehölzen eingesetzt werden. Trico besitzt darüber hinaus eine Zulassung in Weinreben, Hopfen, Holunder, Mais, Sonnenblume, Soja und Raps. Bitte beachten Sie aber, dass Trico unzureichend gegen Hasenfraß wirkt.

Ein sehr gutes Produkt gegen Hasenfraß ist Certosan (zugelassen für Forst-, Obst- und Ziergehölze). Für Zierpflanzenkulturen, vor allem im Haus- oder Kommunalbereich, ist ein Trico Garden (ein „Trico ohne Farbe“) auf dem Markt, welches auf der Pflanze nicht zeichnet. Als Verstänkerungsmittel zur Lappentränkung (Silvacol T und Arbin sind nicht mehr erhältlich) empfehlen wir das Nachfolgeprodukt Anti-Bissan (auch für biologisch wirtschaftende Betriebe erlaubt).

Schälschäden:

Sommerschälung durch Rotwild kann zum Absterben des Baumes führen. Die Rinde wird oft samt Bast in langen Streifen rings um den Baum abgeschält. Aber auch kleinere Schälschäden können Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze (z.B. Rotfäule bei Fichte) sein. Da die Zulassung bzw. die Abverkaufsfrist von Schälstop Avenarius mit 31.12.2011 zu Ende war (Forstwirt darf noch bis 30.6.2012 aufbrauchen), empfehlen wir Wipox, den Schäl­schutz zum Spritzen. Wipox wird mittels Rückenspritze mit Kegelstrahldüsen ausgebracht. Ein vorheriges, zeitaufwendiges Aufasten der Bestände braucht nicht durchgeführt zu werden.

Fegeschäden:

Durch das Reiben des Geweihs an Büschen und jungen Bäumen wird die Rinde der Pflanzen verletzt, was durchaus in weiterer Folge zum Absterben derselben führen kann. Als Ersatz für Fegestop Avenarius (Zulassungs- bzw. Abverkaufsende 31.12.2011; Aufbrauchfrist für Forstwirt 30.6.2012) bietet sich das Produkt WAM flüssig plus an. WAM flüssig plus ist nicht nur ein Fegschutzmittel, sondern besitzt auch eine Zulassung gegen Sommer- und Winterverbiss. Von Praktikern wird berichtet, dass auch Trico eine sehr gute Zusatzwirkung gegen Verfegen hat.
Produkte Zulassungsnummern
Certosan (Reg.Nr.Ö 900844, Zul.Nr.D 024267-00)
Trico (Reg.Nr.Ö 2787
Trico Garden (Reg.Nr.Ö 2931)
Wam flüssig (Reg.Nr.Ö 2469)
Wam flüssig plus (Reg.Nr.Ö 901516, Zul.Nr.D 040173-62)
Über Produktdetails (Aufwandmengen, Gebindegrößen etc.) informiert Sie gerne jeder Pflanzenschutz- bzw. Forstexperte in Ihrem Lagerhaus.

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Autor:
Ing. Kurt Graf, RWA Pflanzenschutz