Verkauf von Biomasse

Beim Verkauf von Waldhackgut wird der "Energiewirt" mit unterschiedlichen Einheiten konfrontiert. Wir erklären die Unterschiede.

Wenn man als "Energiewirt" Waldhackgut verkaufen will, ist man mit unterschiedlichen Einheiten konfrontiert, sei es nun Festmeter (fm), Schüttraummeter (SRM), atroto (atrotonne) oder lutroto (lutrotonne). Worauf Sie beim Verkauf achten sollten:

Atrotonne: Holzmasse ohne Wasser

Atrotonne leitet sich von "absolut trocken" ab. Es wird die reine Holzmasse ohne das darin vorhandene Wasser verrechnet. Diese Methode hat sich als die fairste herausgestellt, da sich das Gewicht während des Transportes nicht verändert und der Heizwert aller Holzarten in Atrotonnen nahezu gleich ist. Betrachtet man allerdings das Volumen, gibt es beträchtliche Unterschiede:
  • 1 fm Pappel mit Rinde hat ein atro-Gewicht (ohne Wasser) von 402 kg.
  • 1 fm Eiche im absolut trockenem Zustand wiegt 740 kg.

Fast alle größeren Heizwerke machen heute die Übernahme im atro-Verfahren: Aus dem Hackgut werden Proben entnommen und in speziellen Darröfen deren Wassergehalt bestimmt. Durch das Atrogewicht dieser Probe wird das Atrogewicht der ganzen Ladung ermittelt. Diese Übenahmemethoden werden drei Mal jährlich von der Holzforschung Austria kontrolliert und sind auch in der Önorm M7133 geregelt. Ein weiterer Vorteil ist, dass  auch gemischte Ladungen mit unerschiedlichen Holzarten fair abgerechnet werden.

Höherer Preis für trockenes Holz

Trockenes Holz hat einen höheres Heizwert, weil bei der Verbrennung das Wasser erst verdampft werden muss. Manche Heizwerke zahlen daher für trockenes Holz einen höheren Preis. Hier kann eine Abrechnung sogar in Megawattstunden (MWh) erfolgen.

Empfehlenswert ist dabei, dass man das Ausgangsmaterial vor dem Verhacken abtrocknen lässt. Der Preisunterschied kann bis zu 10 % und mehr ausmachen.
  • Erntefrisches Holz hat ca. 50 % Wassergehalt.
  • Abgetrocknetes Holz hat rund 30 bis 35 % Wassergehalt (allerdings fast 50 % mehr Heizwert).

Verrechnung in Schüttraummetern

Schüttraummeter (stm): Einfache Verrechnung, indem man nur den Anhänger oder den Lkw abmessen muss und daraus das Volumen ermittelt.

Die Nachteile:
  • Das Volumen kann beim Transport oder bei starker Verdichtung durch das Gebläse des Hackers um bis zu 20 %t weniger ausmachen.
  • Der Energieinhalt (auf den es letztendlich ankommt) von gemischten Ladungen ist schwer zu bestimmen.
Tipp: Den Verkauf nach SRM sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Verkauf von Rundholz in Festmetern

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© RWA
Energieholz nach Festmeter (fm) zu verkaufen, kann man praktisch nur mit Rundholz. Trotzdem muss man immer wieder auch Hackgutverkäufe in Festmeter umrechnen, um die Schlägerer zu bezahlen oder um die "forstliche Buchhaltung" zu führen.

Dabei kommt es immer wieder zu Missverständnissen: Eine schnellwüchsige Erstaufforstungsfichte ist zum Beispiel wesentlich leichter als eine Mittelgebirgsfichte auf Kalk mit engen Jahrringen. Umrechnungen bei atro-Übernahmen in Festmeter sollen daher dem Waldbesitzer überlassen werden.

Entsprechendes Tabellen mit Durchschnittswerten sind unter anderem in den Österreichischen Holzhandeslusancen zu finden.

Lutrotonne: Wegen des Wassergehaltes sehr ungenau

Lutrotonne (lutroto): Das Wort kommt von lufttrocken und die Verrechnung erfolgt nach dem Gewicht inklusive dem darin enthaltenen Wasser. Die Verrechnung ist sehr ungenau, kommt aber immer wieder vor, wenn es keine Möglichkeit gibt, den  Wassergehalt festszutellen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Biomasse haben, wenden Sie sich bitte an die Holz-Experten in Ihrem Lagerhaus.

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