Entmistungssysteme im Vergleich

Wer den Einbau einer stationären Entmistung plant, für den bietet ein Merkblatt der Deutsche Landwirtschafts Gesellschaft (DLG) Informationen zur Planung, Ausführung und Steuerung.

Pro Kuh und Tag fallen zirka 50 kg Kot und Gülle im Milchviehstall an. Um Haut- und Klauenschäden durch Feuchtigkeit und Schmutz zu verhindern, müssen Exkremente möglichst schnell und vollständig an das Güllesystem abgegeben werden. Bei planbefestigten Laufflächen wird dies meist durch stationäre Schiebersysteme umgesetzt.

Faltschieber: Wird von Tieren gut angenommen

  • Der Faltschieber ist ein V-förmiger Schieber mit zwei klappbaren Räumflügeln, die sich während der Rückwärtsfahrt zusammenfalten.
  • Die Räumflügel gleiten an den Kotkanten entlang. So ist ein sauberes Arbeiten auch bei unterschiedlich breiten Gängen möglich.
  • Aufgrund der geringen Baumaße wird der Schieber von den Tieren problemlos angenommen.
  • Zusammengefaltet können die Kühe dem Schieber auch seitlich ausweichen.
  • Durch seinen langen Öffnungsweg muss ein Schieberbahnhof außerhalb des Laufgangs bedacht werden.
  • Der Schieber kann schon bei geringem Frost anfrieren.

Klappschieber: Heute als Kombischieber angeboten

  • Der Klappschieber ist ein über die gesamte Laufgangbreite durchgehendes Raumschild mit senkrechten oder schräggestellten Pendelklappen.
  • Er steht in der Parkposition im Gang, die Tiere müssen den Schieber übersteigen.
Klappschieber in dieser Form sind jedoch veraltet. Durch flexible Seitenflügel werden sie heute in der Regel als Kombischieber angeboten.
  • Dieser Schieber ist eine Kombination aus Klapp- und Faltschieber und besitzt flexible kurze Seitenflügel.
  • Der Öffnungsweg ist gering und auch die Randbereiche werden gereinigt.
  • Der Kombischieber hat eine gute Boden- und Seitenanpassung.
  • Er steht normalerweise am Laufgangende im Stall. Dies stellt eine Verletzungsgefahr für die Rinder dar. Im Gegensatz zum Faltschieber erfolgt die Rückwärtsfahrt über die komplette Gangbreite und beeinflusst die Tiere.

Seilzugsystem

Vorteile:
  • Wird ein Seil verwendet, so ist die Verletzungsgefahr der Kühe durch den geringen Durchmesser (8 bis 13 mm) minimiert.
  • Das Seil ist als Zugsystem klauenfreundlich
  • Günstig in der Anschaffung.
  • Das Seil ist bei Laufgangbreiten unter 3,50 m und Zuglängen von bis zu 50 m zu empfehlen.
Nachteile:
  • Verschleiß und hohe Zugempfindlichkeit bei langen Ställen.

Kettenzugsystem

Die Kette als Zugsystem ist bei Laufgangbreiten über 3,50 m und Zuglängen ab etwa 40 m zu empfehlen . Stahlgliederketten als Zugsystem haben einen Durchmesser von 18 bis 39 mm.

Vorteile:
  • Die einzelnen Glieder sind austauschbar und sehr robust.

Nachteile:
  • Durch die größeren Dimensionen steigt die Verletzungsgefahr von Klauensohle und Zwischenklauenspalt.
  • Die Anschaffungskosten sind höher.
  • Ein regelmäßiges Nachspannen und Warten ist nötig.

Schieberintervalle an Arbeitsläufe anpassen

Zur Erhaltung der Klauengesundheit sollte der Schieber möglichst häufig eingesetzt werden. Es empfiehlt sich, den Schieber während der Fütterungszeiten, beim Zusammentreiben zum Melken und während der Fixierung der Kühe im Fressgitter in Parkposition zu belassen. Nachts können die Schieberintervalle verlängert werden, da in diesem Zeitraum geringere Mengen an Exkrementen anfallen.

Fazit: Beide Systeme mit Stärken und Schwächen

Der Faltschieber ist aufgrund seiner geringen Baumaße und der Ausweichmöglichkeit auf der Rückwärtsfahrt für die Tiere zu empfehlen.
Der Kombischieber hat eine flexiblere Flächenanpassung als der Klapp- oder Faltschieber.
Bezüglich baulicher Anforderungen liegt der Klappschieber vorne, da er keinerlei Öffnungsweg benötigt und sofort mit dem Räumvorgang beginnt.

Nähere Informationen unter: www.dlg.org
„Stationäre Entmistungssysteme für planbefestigte Laufflächen in Milchviehställen“

Autor:
DI Andrea Kirchmayer