Maisanbau: Alternative gefällig?

Wachsmais ist eine wirtschaftlich interessante Alternative zum Gelbmaisanbau. Hier erfahren Sie Grundlegendes zum Wachsmais, zur Kulturführung sowie zum Kontraktanbau und zur Wirtschaftlichkeit.

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© DieSaat

Seit Mitte der 90er-Jahre wird in Österreich Wachsmais durch die Agrana zu Stärke verarbeitet. Diese spezielle Form der Maisstärke findet in der Nahrungsmittelindustrie als Verdickungsmittel Verwendung. Auch in Fertiggerichten (Mikrowellenmahlzeiten), Emulsionsmitteln für Salatsaucen, Suppen, Säuglingsnahrung und der Milchprodukten wird Wachsmaisstärke verarbeitet. In technischen Bereichen wird diese Stärkeform zur Gummierung von Klebebändern sowie in der Papierindustrie eingesetzt.

Was ist Wachsmais überhaupt?

Wachsmais ist äußerlich nicht vom herkömmlichen Mais für Futter-/Stärkezwecke zu unterscheiden. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist die Zusammensetzung der Stärke: Während sich normale Gelbmaisstärke aus ca. 25 % Amylose und 75 % Amylopektin zusammensetzt, besteht Wachsmaisstärke zu 99 % aus Amylopektin und 1 % Amylose. Dadurch besitzt die Wachsmaisstärke besondere Eigenschaften, die sie für die Produktion hochwertiger Produkte interessant machen.

Anforderungen an den Wachsmaisanbau

Mit der dynamischen Entwicklung der Wachsmaismengen wurden die Anbauflächen 2012 auf bis zu 2.400 ha ausgedehnt (450 ha Oberösterreich und 1.950 ha in Niederösterreich). Die Nachfragesteigerung ist weiter vorhanden und es sollen die Verarbeitungsmengen 2013 um bis zu 20.000 to ausgedehnt werden.

Kontrakt und Dokumentation

Wachsmais für die Lebensmittelindustrie ist nur im Kontraktanbau möglich, da eine lückenlose Dokumentation vom Anbau bis zur Anlieferung gewährleistet sein muss.

 

Für den Kontraktanbau sind folgende Wachsmaissorten vorgegeben:

Sorte Reifezahl (FAO)
DK 353 waxy ca. 380
PR28A22 waxy ca. 380
PR38A75 waxy ca. 370
DK 315 waxy ca. 350
Weitere Sorten sind aufgrund ihrer noch späteren Reife oder einer zu kleinen Kornausbildung (mindestens 45 % über dem 8-mm-Rundlochsieb) nicht für die Agrana zugelassen.

Weitere Vertragsbedingungen

  • Ausschließlich zertifiziertes, GVO-freies Saatgut darf gesät werden
  • Mindestabstand zu Gelbmais 200 m
  • Anbau mit gereinigter Sämaschine
  • Aufzeichnung von Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen auf einem Ackerschlagblatt inkl. amtlicher Sackanhänger des Saatgutes, Kopie der Saatgutrechnung
  • Feldkontrolle durch Kontrollfirma (Bestand, Wachsmaisreinheit, GVO-Freiheit, Ackerschlagblatt)
  • Ernte mit gereinigtem Mähdrescher nach Freigabe durch die Kontrollfirma

Wachsmais muss zu Gelbmaisbeständen ausreichend isoliert sein, denn im Falle einer Fremdbestäubung durch Gelbmais wird der Anteil der Wachsmaisstärke reduziert. Bei einer daraus resultierenden Wachsmaisreinheit von unter 96 % ist die Ware für die Stärkeproduktion ungeeignet und kann nur mehr als Futtermais vermarktet werden. Deshalb ist ein Verbund mehrerer Landwirte bzw. einer Ried/Ortschaft zu empfehlen. Bei der Ernte darf es zu keiner Vermischung mit Gelbmais kommen, deshalb erfolgt ein Farbtest mit einer Jod-Lösung.

Kulturführung im Vergleich zum Gelbmais

In der Kulturführung gibt es keine Unterschiede zu Gelbmais. Die Erträge von Wachsmais liegen fast auf dem Niveau von Gelbmais, aber die Körner trocknen auf Grund der dichteren Lagerung der Stärke langsamer ab – eine höhere Kornfeuchte ist die Folge. Daher soll Wachsmais möglichst lange am Acker stehen bleiben um Trocknungskosten zu sparen.

Wirtschaftlichkeit von Wachsmaisanbau

Aufgrund der eingeschränkten Sortenwahl mit langsameren Trocknungsverhalten, der notwendigen Auflagen und Aufzeichnungen wird von den Aufkäufern eine Prämie als Aufschlag zum Gelbmaispreis von 18 % bezahlt.

Resümee: Auf jeden Fall eine Überlegung wert!

Derzeit stehen 5 Sorten zur Verfügung. Diese wurden in Versuchen der LK NÖ getestet und können für den Anbau empfohlen werden. Die höheren Kornfeuchtigkeiten und Aufwendungen werden über eine entsprechende Prämie deutlich überdeckt und ergeben einen Mehrerlös für den Landwirt. Damit ist der Wachsmaisanbau in allen Gebieten auf jeden Fall eine interessante Alternative zu Gelbmais.

 

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Autor:
Dr. Hubert Spanischberger, RWA