Waldarbeit im Sommer

Es gibt gute Argumente für die Waldarbeit im Sommer: Tendenziell bessere Preise, Waldhygiene sowie freie Kapazitäten bei Harvester- und Schlägerungsunternehmen.

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© RWA

Die Daten des österreichischen Holzeinschlages 2012 sind im Mai veröffentlicht worden und haben folgende Ergebnisse gebracht: Die Holznutzung im österreichischen Wald betrug 18,02 Millionen Erntefestmeter (Efm) ohne Rinde und liegt daher ca. 3,5 % unter dem Vorjahreswert. Davon entfielen auf Sägerundholz 9,66 Mio Efm (53,6 %), auf Industrieholz 3,18 Mio Efm (17,6 %) und 5,19 Mio Efm auf Rohholz zur energetischen Nutzung (28,8 %). Der Nadelholzanteil am Gesamteinschlag betrug 82,9 %.

4,7 % geringere Holzernte aus Kleinwäldern

Die Kleinwaldbesitzer (Waldfläche unter 200 ha) ernteten 10,81 Mio Efm und um 4,7 % weniger als im Vorjahr. Im Großwald verringerte sich der Einschlag um 2,9 % auf 5,56 Mio Efm. Die Österreichischen Bundesforste steigerten dagegen den Einschlag um 1,3 % auf 1,65 Mio Efm. Die österreichische Holzindustrie (Sägewerke, Papier- und Zellstofffabriken sowie Plattenwerke) ist international erfolgreich und benötigt zusätzlich noch ca. 8 Mio Festmeter Rundholz aus Importen.

Trend 2013: Bedarf der Industrie weiterhin hoch

Als Trend für 2013 (Stand Juni 2013) kann man ungefähr gleiche Verbräuche der Industrie feststellen. Manche Experten sehen einen nochmals verringerten Einschlag im Kleinwald, verursacht durch ungünstige Witterung in der Wintersaison 2012/13. Traditionellerweise meint man, dass verlorene Erntemengen des Winters nicht mehr aufgeholt werden können, da eine Schlägerung im Sommer nicht gemacht werden sollte.

Argumente für die Waldarbeit im Sommer

Es gibt aber gute Argumente für die Waldarbeit im Sommer:

  • Waldhygiene: Wenn der Borkenkäfer im Sommer zuschlägt, ist bei Befall ein sofortiges Eingreifen notwendig! Das heißt: Ständige Kontrolle der Wälder. Falls das nicht passiert, ist ein Wertverlust des Holzes durch Verblauung unvermeidbar und man unterstützt eine Vermehrung des Käfers. Wenn man neben den befallenen Bäumen auch die gefährdeten mitnimmt, kann man die Erntekosten im Rahmen halten.
  • Schlägerung: Im Sommer gibt es meist freie Kapazitäten bei Harvester- und Schlägerungsunternehmern. Die Kosten sind daher niedriger als in den Wintermonaten. Wenn pfleglich und bei trockenem Wetter gearbeitet wird, sind auch die Schäden nicht höher als im Winter.
  • Holzmarkt: Die Holzindustrie arbeitet das ganze Jahr über konstant und das Holzaufkommen ist im Sommer nicht so hoch wie im Winter. Das hat den Vorteil, dass die Preise gut sind und dass durch freie Kapazitäten der Frächter die Holzabfuhr schnell und problemlos von statten geht. Momentan sind die Werkstore der Sägewerke und auch der Papier- und Plattenindustrie weit geöffnet.

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