Weinernte 2015 belief sich trotz Hitze und Hagel auf 2,3 Mio. hl

Ein Fünftel mehr Prädikatsweine - Fast die Hälfte weniger Landwein.

Wien, 3. März 2016 (aiz.info). - Österreichs Winzer haben im Vorjahr (Stichtag 30. November) auch trotz äußerst widriger Witterungsbedingungen beachtliche 2,3 Mio. hl Wein geerntet - 1,5 Mio. hl Weißen (+8% zu 2014) sowie 800.000 hl Roten (+24%). Die Menge lag damit um 2% über dem fünfjährigen Schnitt und 13% über dem mengenschwachen Jahr 2014, so die Ergebnisse der Statistik Austria.

Nach weitgehend optimalen Bedingungen in der ersten Jahreshälfte, war der Rest geprägt von extremer Hitze und anhaltender Trockenheit in den östlichen Landesteilen sowie massivem, großräumigem Hagel, speziell in den niederösterreichischen Gebieten Wagram, Kamptal, Kremstal und der Steiermark. Die Weinmenge fiel demzufolge diesmal regional sehr unterschiedlich aus. Die Trauben waren von hoher Qualität und wiesen - als Resultat der heißen Witterungsbedingungen - tendenziell höhere Zucker- und geringere Säurewerte auf als 2014.

Regional sehr unterschiedliche Erntemengen

Für Niederösterreich wurde mit 1,4 Mio. hl um 8% mehr Wein als 2014 gemeldet, womit mengenmäßig der Ernteschnitt der letzten fünf Jahre erreicht wurde. Markante Zuwächse wurden - nach Fäulnisverlusten 2014 - bei den Roten verzeichnet (352.200 hl; +20%), ohne jedoch den Produktionsschnitt der letzten fünf Jahre zu erreichen (-8%). Die Weißweinernte verzeichnete, ausgehend von einer stabilen Vorjahresproduktion, einen leichten Anstieg um 4% auf 1 Mio. hl. Regional verursachte Hagel deutliche Ernteminderungen: Im Fünfjahresschnitt büßte das Gebiet Wagram 33% (84.000 hl) seines Ertrages ein. Auch das Kremstal sowie das Kamptal (131.700 hl) mussten Einbußen von 22% (auf 96.200 hl) beziehungsweise 19% (131.700 hl) hinnehmen.

Deutliche Erntezuwächse wurden im Burgenland verzeichnet, wo mit 666.300 hl (+30% zu 2014) um 9% mehr Wein als im Fünfjahresschnitt zur Verfügung stand. Sowohl Weiße (276.700 hl; +32%) als auch Rote (389.600 hl; +28%) legten gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis massiv zu.

Die Steiermark - auch von Hagel betroffen - blieb mit 214.000 hl (+8%) knapp unter dem dortigen Produktionsschnitt (-3% zum Fünfjahresschnitt) zurück, während Wien mit 22.100 hl (+15% zu 2014) leicht (+3% zum Fünfjahresschnitt) zulegen konnte.

Ein Fünftel mehr Prädikatsweine - Fast die Hälfte weniger Landwein

Bei Qualitäts- und Prädikatsweinen standen mit 2,1 Mio. hl (+21% zu 2014) deutlich größere Mengen zur Verfügung, sowohl bei roten (728.400 hl; +30%) als auch weißen (1,4 Mio. hl; +17%) Weinen. Im Segment Wein/Landwein (inklusive Sortenwein und Sturm) wurde mit 120.800 hl ein Minus von 45% ermittelt. Dabei sank das Volumen an weißem Wein/Landwein um mehr als die Hälfte, an rotem Wein/Landwein um ein Fünftel.

Lagerbestand leicht rückläufig

Der Weinbestand zum Stichtag 31. Juli 2015 zeigte sich mit 2,4 Mio. hl (-8% zu 2014) deutlich rückläufig. Eine besonders große Bestandslücke verursachte die schwache Rotweinernte 2014, wodurch die Vorräte ein Minus von 12% auf 1,1 Mio. hl aufwiesen. Etwas moderater fiel der Rückgang des Weißweinlagers auf 1,3 Mio. hl (-5%) aus.

Speziell bei Qualitäts- und Prädikatsweinen nahmen die Reserven auf 1,9 Mio. hl (-10%) beträchtlich ab. In Niederösterreich und dem Bundesland mit dem umfangreichsten Qualitäts- und Prädikatsweinlager (1,2 Mio. hl; Anteil von 63%), wurde ein Rückgang um 7% gegenüber dem Lagerstand 2014 festgestellt, für das Burgenland wurde sogar ein Minus von 15% auf 536.600 hl erhoben.

Bei Wein/Landwein gab es einen leichten Lager-Zufluss um 3% auf 291.400 hl, wenngleich damit immer noch 23% weniger als im Fünfjahresmittel eingelagert war. Der Wein/Landweinbestand setze sich aus 184.700 hl Weißwein (+9% zu 2014) sowie 106.700 hl Rotwein (-6%) zusammen.