"Urlaub" für Milchkühe in der Trockenstehzeit

Eine Milchkuh sollte möglichst viel Milch geben. Dazu gehört auch, dass sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringt. Die Zeit unmittelbar vor der Geburt ist die Trockenstehzeit - eine sogenannte Erholungsphase für die Kuh.

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© Agrarfoto
Die Trockenstehzeit (Beendigung der Laktation) beginnt bei einer Milchkuh rund 6 - 8 Wochen vor der Geburt eines Kalbes. Diese Zeit nützt die Kuh, um sich auf die Geburt vorzubereiten und um sich zu regenerieren – sozusagen Urlaub für die Kuh nach einer langen und anstrengenden Arbeitsphase. Während die Kuh Milch produziert, läuft ihr Stoffwechsel auf Hochtouren.

Antibiotische Trockensteller

Eutergesunde Tiere könnten normalerweise ohne Probleme am Ende der Milchperiode trockengestellt werden. Heutzutage ist es üblich, bei Tieren, die hohe Milchleistungen erzielen, die Milchproduktion mittels spezieller antibiotischer Trockensteller zu unterbinden. Diese sollen während der „Erholungsphase“ bestehende Infektionen ausheilen und neue Infektionen verhindern.

Aber es ist nicht alles Gold was glänzt: Die Resistenz gegen Antibiotika steigt. Generell ist das antibiotische Trockenstellen des gesamten Bestands eine preiswerte Lösung. Wie im Endeffekt trockengestellt wird, muss jeder Landwirt für sich selbst entscheiden.

Was passiert in der Trockenstehzeit?

In den 6 - 8 Wochen, in denen die Kuh trockensteht, wird sie gefüttert ohne eine Gegenleistung in Form von Milch zu erhalten. Sie kann sich auf sich selbst konzentrieren und auf die Geburt des Kalbes einstellen. In der Trockenstehzeit sind grundlegende Punkte zu beachten:
  • Milchfieber gezielt vorbeugen,
  • Vitamin- und Mineralstoff- reserven auffüllen,
  • die Kälbervitalität optimieren,
  • die Leber regenerieren,
  • die Qualität der Biestmilch steigern,
  • Stoffwechselprobleme vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Die Kuh soll nicht fett, nicht träge und nicht krank werden.

Fütterung in der Trockenstehzeit

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© Garant
Die Fütterung von Kühen, die trockenstehen, wird auf die notwendigste Versorgung reduziert. Eine Überfütterung soll also vermieden werden. Als Anhaltspunkt gilt: Die Kuh wird so gefüttert, als gäbe sie nur 2 - 5 kg Milch. Die Grundfutterqualität muss einwandfrei sein, da Verunreinigungen und eventueller Pilzbefall sich negativ auf die Gesundheit des Fötus und der Kuh auswirken. Eine Überfütterung führt schließlich zur Verfettung der Kuh und beeinflusst den Geburtsverlauf und das Nachgeburtsverhalten negativ. Die Trockenstehzeit wird auch dazu genützt, um eine ausreichende Reserve an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen für die erste Laktationshälfte zu bilden. Grundsätzlich bedeutet das, dass die Kuh in den 6 - 8 Wochen vor der Geburt des Kalbes mit einem geeigneten Mineralfutter versorgt werden muss.

Die Calciumversorgung wird hingegen auf Sparflamme gedreht. Die Mangelsituation, die dem trächtigen Tier vorgespielt wird, sorgt dafür, dass die Kuh das eingelagerte Calcium im Körper mobilisiert. Das heißt: Calcium wird mittels Parathormon aus dem Skelett zur Verfügung gestellt. Um die Mobilisierung zu unterstützen, sollen calciumreiche Futtermittel wie Klee, Raps, Luzerne, etc. in der Trockenstehzeit möglichst nicht verfüttert werden.

Den Stoffwechsel entlasten

Grundsätzlich sind Milchkühe während einer Laktation unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. Besonders in den ersten 100 Laktationstagen kann es zum Beispiel zu Problemen wie Gebärparese, Euter- und Klauenproblemen, etc. kommen. Schuld daran ist die hohe Stoffwechselbelastung. Da genau diese über die gesamte Laktation hinweg hoch ist, sollte jede Kuh die Möglichkeit haben, in der Trockenstehzeit ihren Stoffwechsel zu entlasten um wieder topfit in die nächste Laktation zu starten.

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