Wintergerste auf Erfolgskurs

Wintergerste hat bei der Ernte mit Qualität und Menge überzeugt. Legen Sie mit der richtigen Sortenwahl auch bei der nächsten Aussaat den Grundstein für gute Ergebnisse.

Wintergersten-Sorten von DIE SAATWintergersten-Sorten von DIE SAATWintergersten-Sorten von DIE SAAT[1473083336252961.jpg]
© DIE SAAT
Das Anbaujahr 2015/16 verlief nahezu optimal für Wintergerste, was zu rekordverdächtigen Erträgen sowohl bei Winterfutter-, als auch bei Winterbraugerste führte. Infolge des milden Winters zeigten sich die Bestände im Frühjahr dieses Jahres in sehr üppigem Zustand. Häufig wurden die Blätter schon im Herbst mit Mehltau und Netzflecken infiziert, weshalb es 2016 sehr sinnvoll war, bereits mit der Bekämpfung der Unkräuter auch ein Fungizid einzusetzen.

Eine zweite Fungizidspritzung in der Zeit vom Erscheinen des Fahnenblattes bis zum Ährenschieben sicherte gesunde Bestände, die durch die gute Verteilung der Niederschläge ihr volles Ertragspotenzial entfalten konnten. Ein gezielter Einsatz eines Wachstumsregulators – der bei Wintergerste in der Zeit des Zweiknotenstadiums bis zum Erscheinen des Fahnenblattes die beste Wirkung zeigt – verhinderte in vielen Fällen, dass sehr üppig entwickelte Bestände zu früh in das Lager gingen.

Somit konnten Ende Juni bis Anfang Juli 2016 Wintergersten mit Erträgen von 7 – 9 t/ha geerntetwerden, die eine Kornsortierung von über 90 % und oft ein hohes Hektolitergewicht im Bereich von 65 – 69 kg aufwiesen.

Die richtige Sorte wählen

Betreffend der richtigen Sortenwahl stehen auch heuer wieder einige hochertragreiche Wintergersten zur Verfügung. Bei den zweizeiligen Futtergersten sind diese bewährten Gersten Sandra und SU Vireni. Sandra überzeugte 2016 wieder mit hohen Erträgen und einer hervorragenden Kornsortierung, eine Anwendung eines Wachstumsregulators machte sich bei üppig entwickelten Beständen bezahlt. SU Vireni brachte hervorragende Kornerträge bei guter Kornsortierung und sehr guter Halmstabilität, die sich infolge der intensiven Niederschläge im Juni als vorteilhaft erwies.

Die neue Sorte Caribic zeichnete sich ebenfalls durch ihr Ertragspotenzial bei sehr guter Standfestigkeit und sehr guter Halmstabilität aus. Infolge der enorm hohen Anzahl an ährentragenden Halmen konnten zweizeilige Sorten oftmals die mehrzeiligen Sorten im Ertrag übertreffen. Mehrzeilige Sorten bringen hingegen unter ungünstigen Bedingungen meist höhere Erträge bei sehr guter Ertragssicherheit. Die seit Jahren bewährte Sorte KWS Meridian konnte auch bei der Ernte 2016 mit überaus hohen Erträgen bei akzeptabler Kornsortierung überzeugen.

Eine Neuerscheinung bei den mehrzeiligen Gersten stellt die Sorte Azrah dar. Azrah bringt ebenfalls sehr hohe Erträge bei guter Kornsortierung, sie reift etwas früher und ist gut standfest. Bei den mehrzeiligen Sorten werden seit dem Jahr 2009 auch Hybridgersten angeboten. Es steht heuer Saatgut der bewährten Sorte Hobbit und der neuen Sorte Trooper zur Verfügung.

Die richtige Winterbraugerste finden

Der Anbau von zweizeiliger Winterbraugerste hat vor allem im pannonischen Trockengebiet in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, da die Winterbraugerste einerseits der Sommerbraugerste in der Ertragsleistung überlegen ist, und andererseits die Qualität der Winterbraugerste, bedingt durch züchterische Maßnahmen, jener der Sommerbraugerste sehr ähnlich ist. Hauptsorte bei Winterbraugerste ist KWS Scala, die hohe Erträge bei sehr guter Kornsortierung bringt und eine gute Toleranz gegenüber Netzflecken zeigt. Die Sorte SY Tepee steht heuer erstmals in größerem Ausmaß zum Anbau bereit. SY Tepee überzeugt durch ihre Ertragsleistung und durch ihre gute Standfestigkeit und Halmstabilität.

Vorteile von Hybridsorten

Hybriden unterscheiden sich von konventionell gezüchteten Sorten vor allem durch ihr gut ausgebildetes Wurzelsystem und ihre enorme Be stockungsfähigkeit. Sie bringen somit auch auf schwächeren Böden hervorragende Ertragsleistungen.

Wissenswertes: Hohes Risiko für Gelbverzwergungsvirus

Durch die üppigen Niederschläge im Juli dieses Jahres entwickelte sich auf den geernteten Feldern sehr rasch der sogenannte „Auswuchs“, die Körner, die bei der Ernte zu Boden fielen, keimten und führten zu einem schnellen Ergrünen der Äcker. Dies sind optimale Bedingungen für eine rasante Entwicklung von Blattläusen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass im Herbst 2016 die angebauten Wintergersten einem hohem Befallsdruck von Blattläusen und somit einer hohen Infektionsgefahr des gefährlichen Gelbverzwergungsvirus ausgesetzt sein werden. Diesem Umstand muss bereits beim Anbau – durch die Verwendung von entsprechend behandeltem Saatgut oder später durch eine chemische Bekämpfung der Blattläuse – Rechnung getragen werden.

Unsere Fachberater sind für Sie da!

Informieren Sie sich in Ihrem Lagerhaus oder online auf Die Saat.