Andüngung Wintergetreide 2016

Betont frühe Andüngungstermine sind angesichts der guten Wetterlage nicht nötig und man kann damit durchaus noch bis in den März hinein zuwarten.

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© RWA
Augrund der günstigen Witterungsverhältnisse im vergangenen Herbst und auch wegen des milden Winters sind die Wintergetreidebestände allgemein gut entwickelt. Die erste Gabe kann man dann bei möglichst guter Befahrbarkeit der Böden ausbringen.
Generell spricht man vom Beginn der Vegetation ab konstant 5° C in etwa 5 cm Bodentiefe. Ab diesem Zeitpunkt sind die Kulturpflanzen in der Lage, die ertragswirksamen Nährstoffe aufzunehmen. Doch auch die Lichtenergie bzw. Tageslänge spielt eine wesentliche Rolle und hat somit Einfluss auf den tatsächlichen Vegetationsbeginn. So ist es Anfang März bereits über 2 Stunden länger hell als vergleichsweise Anfang Februar.

Wintergerste:

Wintergerstenbestände sind derzeit als normal gut entwickelt einzustufen wenngleich auch in bestimmten Gebieten Gelbverfärbungen der Bestände auf schlechte Anbaubedingungen im vergangenen Herbst (Säure und Verdichtungsschäden, schlechte Bodendurchlüftung) einhergehend mit unzureichender Stickstoffaufnahme hinweisen.

Prinzipiell sollten 2-zeilige Wintergerstensorten höher als mehrzeilige Sorten angedüngt werden. Bei den 2-zeiligen Sorten wird der Ertrag über die Ährenzahl pro m² gebildet. Die Pflanzen müssen daher in der Bestockungsphase mit ausreichend Nährstoff versorgt werden, um damit auch die Triebzahl abzusichern.

Je nach Entwicklungszustand, Vorfrucht und N-Nachlieferungsvermögen des Standortes empfehlen wir daher hinsichtlich der Andüngung zu Vegetationsbeginn von 2-zeiligen Wintergerstensorten 60 – 80 kg N/ha während sich bei mehrzeiligen Sorten 50 – 60 kg N/ha bewährt haben.

Winterweizen

Auch die Entwicklung der Winterweizenbestände sieht aktuell normal und zufriedenstellend aus. Die Startgabe dient in erster Linie zur Regeneration der Bestände nach den Wintermonaten und ist wichtig für das Abschließen der Bestockung. Die nachfolgenden Gaben zum Schossen und Ährenschieben haben hingegen maßgeblichen Einfluss auf Ertrag und Qualität. Die Bemessung der Startdüngung richtet sich nach dem aktuellen Entwicklungszustand der Kultur und der Vorfrucht. Speziell bei N-zehrenden Vorfrüchten wie Körnermais, Rübe oder Sonnenblume sollte die Andüngung zu Vegetationsbeginn betonter ausfallen als vergleichsweise bei stickstoffliefernden Vorfrüchten wie Raps, Soja, Erbsen oder Ackerbohne. Die Empfehlung liegt daher - unter Berücksichtigung der oben erwähnten Vorfruchtparameter - bei etwa 50 – 60 kg N/ha.

Grundsätzlich sollte die Höhe der Startdüngung so bemessen werden, dass für die wichtigen Termine der Schossdüngung und der Gabe zum Ährenschieben noch ausreichend Stickstoff zur Verfügung steht. Es gilt die Devise „nachlegen kann man immer noch - wegtragen hingegen nicht“.

Phosphor, Kalium und Schwefel

Grundsätzlich gilt im Ackerbau mittel- bis langfristig das Ziel die Böden hinsichtlich der Anreicherung von Phosphor und Kalium auf die Versorgungsstufe „C“ einzustellen und die Nährstoffversorgung über die Entzugsdüngung auf diesem Niveau sicher zu stellen. Einsparungen der genannten Nährstoffe haben ein drohendes Abrutschen in die Versorgungsstufe „B“ oder vielleicht sogar auch „A“ zur Folge und machen folglich ein ertragstechnisch quantitativ und qualitativ gutes Ernteergebnis nur sehr schwer möglich. Der erforderliche finanzielle Aufwand um wieder in den Versorgungsgrad „C“ zurückzukehren übersteigt das kurzfristig ermöglichte Einsparungspotential bei Weitem!

Nach dem Winter sind die Böden allgemein noch kalt und das Nachlieferungsvermögen der Nährstoffe ist generell eingeschränkt. Man sollte daher auf eine ausreichende Versorgung mit „frischem“ Phosphor und Kalium achten. Diese zugeführten Nährstoffe bringen ganz klar Mehrerträge und sind umso höher, je schwächer die Bodenversorgung ist. Auch auf den Nährstoff Schwefel (S) darf nicht vergessen werden, was speziell in niederschlagsreichen Hochertragslagen und für leichter austragungsgefährdende Standorte gilt. Schwefel ist vergleichbar mit Nitrat N. Auch dieser ist im Boden beweglich und unterliegt somit der Auswaschung was eine Depotdüngung unmöglich macht. Bei einer ausreichenden Schwefelversorgung wird gleichzeitig auch sicher gestellt, dass die Getreidepflanzen den Stickstoff N auch optimal verwerten und aufnehmen können; ein Mangel an Nährstoff S führt zu einer schlechten N-Ausnutzung. Fast alle gängigen NPK-Dünger aber auch N + S Dünger enthalten wasserlöslichen Sulfatschwefel als Begleitnährstoff. In Kombination mit der Frühjahresdüngung ausgebracht wird somit der S-Bedarf in Getreide von ca. 20 - 30 kg S/ha locker abgedeckt. Auf Standorten, die darüber hinaus auch schwach mit Magnesium versorgt sind, bietet sich auch Kieserit als eine zielführende S + Mg Düngermaßnahme an. Die rechtzeitige Zuführung dieser wichtigen Nährstoffe über die Andüngung ist in den meisten Fällen kostengünstiger und effizienter als diese im weiteren Vegetationsverlauf, bei schon deutlich sichtbaren und latenten Mangelerscheinungen, über einer Blattdüngung auszugleichen.

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Autor:
Peter Kirchmayr, Düngemittel, RWA