ZAR: Milchleistung konnte 2016 weiter gesteigert werden

Mehr Kontrollkühe verzeichnet - Zunehmende Professionalisierung der Betriebe.

Wien, 14. Dezember 2016 (aiz.info). - Seit Kurzem liegen die Ergebnisse der Milchleistungsprüfung vor, die vor Ort über die acht Landeskontrollverbände erhoben und zentral von der ZuchtData im Auftrag der Rinderzucht Austria (ZAR) ausgewertet wurden. Es konnte sowohl die Durchschnittsleistung der heimischen Kühe als auch der durchschnittliche Fett- und Eiweißgehalt erhöht werden.

Tiergesundheit und Milchleistung im Einklang

Das Kontrolljahr 2016 fiel in zweierlei Hinsicht besonders positiv aus: Die Durchschnittsleistung aller Kühe legte um 144 kg auf 7.425 kg Milch je Tier und Jahr zu. Der durchschnittliche Fett- und Eiweißgehalt verbesserte sich jeweils um 0,1% auf 4,14% Fett und 3,40% Eiweiß. Holsteinkühe liegen mit einer Leistung von 8.701 kg unangefochten an der Spitze, gefolgt vom Braunvieh mit 7.360 kg und der Rasse Fleckvieh mit 7.323 kg je Kuh und Jahr. Die Leistungssteigerung betrug seit 1950 im Durchschnitt 67 kg pro Kuh und Jahr und liegt damit heuer deutlich über der langjährigen Entwicklung.

"Neben dem Zuchtfortschritt auf Leistung und Tiergesundheit spielen auch Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle. Der Milchpreis hat zu dieser positiven Entwicklung sicher nicht beigetragen, lag er doch in den vergangenen Monaten auf einem sehr niedrigen Niveau", so die ZAR. Das für die Grundfutterwerbung sehr ertragreiche Vegetationsjahr habe auch positive Auswirkungen gehabt. Für die Erhaltung und Verbesserung der Tiergesundheit laufen zahlreiche Forschungsprojekte der ZAR und ZuchtData, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Höchste Kontrolldichte in Vorarlberg

Mit Stichtag 1. September 2016 gab es laut AMA Rinderdatenbank in Österreich 534.905 Milchkühe (-0,2%) und 31.532 Halter. 2016 wurden fast 80% der Milchkühe in einem der 20.586 Kontrollbetriebe gemolken - dies ist um ein Drittel mehr als noch vor 20 Jahren. Die höchste Kontrolldichte gibt es mit 92,5% in Vorarlberg, gefolgt von Tirol mit 91% und dem Burgenland sowie Niederösterreich mit jeweils 83,4%. "Das ist ein Zeichen für die zunehmende Professionalisierung der österreichischen Milchviehbetriebe. Immer mehr Betriebe nutzen die umfangreichen Serviceleistungen der Landeskontrollverbände, die für ein erfolgreiches, effizientes Herdenmanagement den Bäuerinnen und Bauern vor Ort angeboten werden", stellt die ZAR fest.

Österreichweit wurden im Schnitt 21 Kontrollkühe je Betrieb gehalten. Das Burgenland weist mit 36 Kühen den höchsten Wert aus, die kleinsten Strukturen findet man in Tirol mit 11 Kühen je Hof. Im Jahr 1995 stand gerade einmal die Hälfte der Kühe unter Milchleistungsprüfung. Gemessen an der gesamten Anlieferung kommen immerhin bereits 88% der Milch aus Kontrollbetrieben. Im Jahr 2015 wurden in Summe 3,1 Mio. t Rohmilch an die rund 90 Be- und Verarbeitungsunternehmen geliefert.