ZAR: Spezialisierte Milchviehhöfe erzielten 2013 leichtes Einkommensplus

Minus von 10% für Mutterkuhhalter.

Wien, 9. Oktober 2014 (aiz.info). - Der aktuelle Grüne Bericht weist für die heimischen Futterbau- und die spezialisierten Milchbetriebe für 2013 insgesamt eine zufriedenstellende, wenn auch unterschiedliche Einkommensentwicklung auf. Im Durchschnitt aller land- und forstwirtschaftlichen Betriebe betrugen die Einkünfte EUR 25.698,- je Hof. Während die Futterbaubetriebe mit EUR 23.460,- knapp darunter lagen - wenn auch im Dreijahresschnitt bei steigenden Kosten unverändert -, erzielten die spezialisierten Milchviehhalter, sie machen etwa zwei Drittel aller Futterbaubetriebe aus, mit EUR 29.200,- ein Plus von 14% gegenüber dem Durchschnitt. Große Einschnitte mussten dagegen die Mutterkuhhalter verzeichnen (EUR 15.200,-; minus 10% gegenüber 2012).

"Insgesamt ist die Einkommensentwicklung positiv, sie erfordert aber für die weitere Investitionsbereitschaft und Bewirtschaftung der Grünlandflächen, Almen und Bergmähder verlässliche Rahmenbedingungen", meint der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Rinderzüchter (ZAR), Anton Wagner, gegenüber dem AIZ. "Angesichts des Auslaufens der Milchquoten treten die Rinderzüchter dafür ein, rasch eine tragfähige strategische Allianz zwischen Verarbeitungsbetrieben und Handel zu schaffen, damit die bäuerlichen Familienbetriebe in diesem wichtigen Produktionssektor in globalisierten Märkten bestehen können. Aktuell führt die Mehrproduktion in einigen EU-Ländern zu ersten Preisanpassungen bei den heimischen Milchverarbeitern."

Vom gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert in Höhe von EUR 7,076 Mrd. entfallen allein auf die Milchproduktion EUR 1,171 Mrd. sowie auf die Rinder- und Kälbererzeugung EUR 949 Mio. Das bedeutet, dass die Rinderwirtschaft ein Herzstück innerhalb der österreichischen Landwirtschaft ist und für die Bewirtschaftung von mehr als 1,44 Mio. ha Grünland sowie die Bestoßung von 8.400 Almen entscheidend ist.

Auftraggeber für Industrie und Gewerbe

Gemäß den Ergebnissen der im Grünen Bericht 2014 ausgewerteten Buchführungsbetriebe betrugen die Ausgaben 2013 rund EUR 8,25 Mrd., wovon allein auf Zukäufe von Industrie und Gewerbe 55% entfallen. Damit sichern die bäuerlichen Familienunternehmen viele Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Wirtschaftssektoren. Wagner: "Die mehr als 23.500 heimischen Rinderzüchter leisten dazu Entscheidendes, weshalb die Investitionsförderung im Rahmen des neuen Ländlichen Entwicklungsprogramms (LE) einen wichtigen Beitrag dazu liefert, damit die Bauernhöfe zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben. Die ZAR wird daher auf der Grundlage der aktuellen Einkommensentwicklung in ihrem Sektor den Dialog mit allen wichtigen Partnern der Agrarpolitik und des Vermarktungsbereiches führen, damit berechtigte Interessen der Züchter gewahrt und wichtige Exportmärkte gesichert bleiben".