ZAR-Züchterhandbuch neu aufgelegt

Auch Broschüre über seltene Rinderrassen in Österreich herunterladbar.

Wien, 8. Mai 2015 (aiz.info). - Aufgrund des mit 50 % hohen Dauergrünlandanteils an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Österreich ist die Rinderwirtschaft mit einer Wertschöpfung von jährlich über 2 Mrd. Euro ein wichtiger Produktionszweig innerhalb der heimischen Landwirtschaft. Der Rinderbestand beträgt derzeit 1,975.000 Stück, die in 63.000 Betrieben gehalten werden. Die Zucht nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Sie hat in letzter Zeit vor allem durch den fortschreitenden Strukturwandel und den verschärften globalisierten Wettbewerb viele Veränderungen durchlebt.
Deshalb sind für die Züchter die neuesten Informationen und wissenschaftlichen Erkenntnisse für das Betriebs- und Herdenmanagement von enormer Wichtigkeit. Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) hat deshalb das "Züchterhandbuch", mit Informationen über Zuchtziele, Leistungsprüfung, Zuchtwertschätzung- und fortschritt sowie Selektion auf Basis genomischer Zuchtwerte, neu aufgelegt. Auch dem ZAR-Anpaarungsplaner OptiBull ist ein Kapitel gewidmet.
Dem neuen Handbuch sind ebenso die Erfolge der letzten Jahrzehnte zu entnehmen. So lag die durchschnittliche Steigerung der Milchleistung pro Kuh im Zeitraum 1975 bis 2014 nach Rasse zwischen 1.212 und 3.828 kg. Aus Sicht der ZAR ein klarer Hinweis darauf, dass durch die Verbesserung der Umweltbedingungen (Fütterung, Haltung, Management) das genetische Potenzial in der Leistungsrinderzucht vorzüglich ausgeschöpft wurde. Tiergesundheit und Langlebigkeit haben auch wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Export von Zuchtrindern zu einer wichtigen Einkommensquelle entwickelt hat. So wurden im Vorjahr 25.000 Zuchtrinder exportiert, damit werden etwa 15 % der auf den Zuchtbetrieben geborenen weiblichen Tiere später zu Exportkalbinnen.

Seltene Rinderrassen gehören zum ländlichen Raum

In Kooperation mit der ÖNGENE (Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven landwirtschaftlicher Nutztiere) hat die ZAR eine weitere interessante Publikation über "Seltene Rinderrassen in Österreich" verfasst, die sich auch als Behelf für den Schulunterricht eignet.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat zwar eine erhebliche Veränderung der Verteilung der Rinderrassen und die Entwicklung zu leistungsfähigen Tieren beschleunigt, trotzdem ist die Vielfalt noch sehr beachtlich. Dazu haben vor allem auch Förderungsmaßnahmen im Rahmen des Ländlichen Entwicklungsprogramms seit 1995 beigetragen. Die schützenswerten Rassen stehen in enger Verknüpfung mit der zivilisatorischen Entwicklung und dem Brauchtum. Sie prägen auch das Antlitz der ländlichen Regionen und vor allem des alpinen Kulturraums. Nach dem EU-Beitritt Österreichs wurde ein Generhaltungsprogramm im Rahmen des ÖPUL entwickelt. Im Jahre 2014 wurden laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft neun Rassen wie auch die entsprechenden bäuerlichen Betriebe gefördert. Darunter sind zum Beispiel das Original Braunvieh oder die Pinzgauer, das Tiroler Grauvieh, die Murbodner oder auch das Waldviertler und Kärntner Blondvieh.

Download auf www.zar.at

Das "Züchterhandbuch" und die Broschüre "Seltene Rinderrassen" stehen ab sofort im Internet unter www.zar.at als Download zur Verfügung.