Ganz einfach: Zimmer selber tapezieren

Viele Hobby-Heimwerker trauen sich übers Tapezieren nicht drüber. Dabei ist Tapezieren nur halb so schwierig, wie viele denken. Wir erklären Ihnen wie es geht.

Tapetenrolle auf dem TapeziertischTapetenrolle auf dem TapeziertischTapetenrolle auf dem Tapeziertisch[1423128746262291.jpg]
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Der Trend geht wieder zum Tapezieren. Warum nicht selber die Tapeten auf die Wände kleistern? Achten Sie beim Kaufen auf gute Qualität. Das erleichtert nicht nur das Tapezieren, sondern auch das spätere wieder Ablösen der Tapete.
Tipp: Beginnen Sie mit einem Zimmer, das nicht viele Ecken und Winkeln hat.

Tapeziertisch und Werkzeug

Um die Tapeten optimal zuschneiden und einkleistern zu können, ist ein stabiler Tapeziertisch notwendig.

Zur Grundausstattung eines jeden Tapezierers gehören folgende Utensilien:
  • Tapeziertisch
  • Wasserwaage
  • Bleistift
  • Schere
  • Cutter (Abbrechmesser)
  • Leiter
  • Tapezierpinsel
  • Nahtroller
  • Kübel
  • Tapetenabreißer
  • Deckenbürste
  • Weicher Tapezierwischer (für Tapeten mit sensibler Oberfläche)

Untergrund prüfen

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Der Untergrund muss trocken, glatt, tragfähig, gleichmäßig saugfähig und sauber sein. Entfernen Sie alte Tapeten und nicht haftende Anstriche vor dem Tapezieren.
  • Ob die Wand tragfähig ist, können Sie ganz einfach mit einem Klebestreifentest durchführen. Haftet der Altanstrich am Klebeband, so muss dieser entfernt werden. Danach streichen Sie die Wand mit einer Grundierung.
  • Der Trockentest wird mit einer Folie durchgeführt. Rund um die Folie kommt ein Klebestreifen. Bildet sich innerhalb eines Tages Kondenswasser hinter der Folie, ist die Wand zu feucht und die Ursache muss beseitigt werden. Es kann sich ev. auch um eine Restfeuchte bei einem Neubau handeln.
  • Die Wand ist sauber, wenn Sie mit der Hand über die Oberfläche wischen und der Untergrund nicht abfärbt. Färbt er ab, dann muss er abgewaschen werden. Anschließend die Wand mit einer Grundierung verfestigen.

Tapetenmaterial berechnen

Es gibt Tapeten ohne und mit Verschnitt. D.h. vor allem Tapeten mit großen Mustern können ca. 1 m Verschnitt haben. Wie viel Verschnitt ein Muster hat, steht auf der Verpackung. Beachten Sie auch beim Berechnen ev. Dachschrägen oder Erker. Fenster und Türen werden nicht, wie beim Ausmalen, abgezogen, sondern übermessen.

Die Anzahl der Rollen kann man wie folgt ausrechnen:

Raumumfang x Höhe : 5

Haben Sie sich ein Muster mit mehr Verschnitt ausgesucht, so nehmen Sie eine kleinere Zahl (Nenner) als 5, vorausgesetzt Sie haben eine genormte Euro-Rolle mit den Maßen 10,05 m x 0,53 cm. Prüfen Sie beim Kauf, ob die Rollen aus der gleichen Chargennummer stammen.

Zimmer tapezieren

  • Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen, unbedingt den Strom für dieses Zimmer abschalten.
  • Montieren Sie Steckdosen, Lichtschalter und Fußleisten ab.
  • Tapete zuschneiden. Bei ansatzfreien Tapeten (das sind Tapeten ohne Verschnitt) misst man Raumhöhe + 10 cm.
  • Die abgemessene Papiertapete einkleistern. Den Anfang und das Ende der Tapete jeweils bis zur Mitte einschlagen. Von einer Seite einrollen und ca. 10 - 15 min. den Kleister einwirken lassen. Das Einweichen verhindert Blasen an den Wänden. Vlies- oder Kunststofftapeten müssen nicht eingekleistert werden bzw. wenn man sie einkleistert, dann können sie sofort an die Wand kommen.
  • Ziehen Sie von der Ecke eine senkrechte Linie. Der Strich mit dem Bleistift soll ca. 2 cm weniger sein, als die Tapetenbreite. Den Überhang um die Ecke mit der Beschneidespachtel (Spachtel an der Ecke anhalten) und des Cutters abschneiden.
  • Die Wand (Bahn für Bahn) vorkleistern. Die erste Bahn, mit einem Überhang von ca. 5 cm (oben) an der vorgezeichneten senkrechten Linie entlang kleben. Mit der Bürste glatt streichen.
  • Den oberen und unteren Taptenüberhang mit Hilfe eines Beschneidespachtels (Spachtel an den Deckenrand anhalten) und des Cutters abschneiden.
  • Die 2. Bahn Stoß an Stoß an die erste Bahn kleben.
  • Die Kanten mit einem Kantenroller bearbeiten.
  • Die Breite für die letzte Bahn ausmessen und 2 cm Zugabe dazurechnen. Den Überhang um die Ecke wieder mit der Beschneidespachtel und dem Cutter abschneiden.
  • Steckdosen und Lichtschalter werden übertapeziert. Wenn der Kleister trocken ist, mit dem Cutter die Tapete kreuzweise einschneiden und nur so viel ausschneiden, dass die entstehende Öffnung später nicht unter der Blende herausschaut.
  • Tipp: Werfen Sie Reste und Verschnitt der Tapete nicht weg, damit Sie jederzeit Ausbesserungen vornehmen können.
Vom Tapeziertisch bis zur Tapete: Alle Produkte, die Sie fürs Tapezieren benötigen, erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne.