AMA: Kartoffel-Anbaufläche wird heuer in Österreich leicht erhöht

Bioanbauer setzen auf Ware für Stärkeindustrie.

Wien, 30. Mai 2018 (aiz.info). - Die erste Auswertung der Agrarmarkt Austria (AMA) für den österreichischen Kartoffelanbau 2018 zeigt, dass die Produktionsfläche insgesamt um rund 4% zunimmt. In Niederösterreich und im Burgenland wurden Anpassungen nach oben vorgenommen, die Versorgungslage bleibt weiterhin stabil auf Vorjahresniveau. Im Biobereich wurde der Anbau vor allem im Bereich Stärkeindustriekartoffeln ausgebaut.
 

Die gesamte heimische Kartoffelanbaufläche beträgt heuer in Österreich (laut Daten aus den Mehrfachanträgen) 21.822 ha. Davon entfällt knapp die Hälfte (10.294 ha) auf Speisekartoffeln, weitere 6.810 ha auf Stärkeindustriekartoffeln und 3.767 ha auf Ware für die Speiseindustrie. Dazu kommen 951 ha an Frühkartoffeln.
 

Österreichs Bio-Produzenten haben heuer ihre Anbauflächen insgesamt um 9% auf 3.529 ha erweitert und sich dabei neu orientiert: Für Stärkesorten wurde die Fläche um 409 ha (+50%) erweitert, während bei Speiseindustriekartoffeln ein Rückgang um 58 ha (-20%) verzeichnet wird.
 

Durch die starke Ernte Deutschlands im vergangenen Jahr wurden österreichische Produkte beim Lebensmitteleinzelhandel in der BRD schwächer nachgefragt als erwartet. Die Exporte brachen 2017 bei Kartoffeln (frisch oder gekühlt) um bis zu 40% ein. Aufgrund positiver Markterwartungen und einem attraktiven Preis haben die Erzeuger reagiert und setzen nun sowohl im konventionellen als auch im Biosegment verstärkt auf Vertragsanbau.

Niederösterreich führend im Kartoffelanbau

Im Bundesländervergleich ist Niederösterreich mit Abstand der größte Produzent. 2018 werden Kartoffeln auf einer Fläche von 17.940 ha, vor allem im Wald- und Weinviertel, angebaut. Die Verteilung zeigt, dass sich die einzelnen Segmente gegenüber den Jahren 2016/2017 nicht gravierend verändert haben. Einzig bei Stärke kann man einen signifikanten Aufwärtstrend festmachen. In dieser Nutzungsrichtung erfolgen der Anbau und die Preisbildung im Rahmen von Anbau- und Lieferverträgen zwischen den Landwirten und der Verarbeitungsindustrie. Nicht nur im Lebensmittelsektor, sondern auch bei Futtermitteln und im technischen Bereich (Papier- und Pharmaindustrie) ist die Nachfrage nach hochwertiger pflanzlicher Stärke ungebrochen. Im heurigen Erntejahr wird in Niederösterreich 30% mehr Fläche für den Stärkeanbau bereitstehen als noch vor zwei Jahren.

Produktionsausweitung im Burgenland

Während in manchen Bundesländern die Produktionsflächen stagnieren oder sogar leicht rückläufig sind, wächst das Burgenland seit 2016 um 26%. Das östlichste Bundesland ist nach Niederösterreich der zweitgrößte Zulieferer für die Lebensmittelindustrie und hat mit einer Erweiterung der Industriekartoffelflächen um 122 ha (+24%) in den letzten zwei Jahren deutlich aufgezeigt. Bevorzugt werden die Sorten Innovator, Russet Burbank und Umatilla verarbeitet. Die Steiermark wird heuer um rund 70% mehr Frühkartoffeln vermarkten als vor zwei Jahren - vorausgesetzt, die Bedingungen für eine ertragreiche Ernte bleiben günstig.