Andüngung im Raps 2018

Der bisherige Winterverlauf bringt heuer für die Rapsbestände ganz andere Andüngungs-Bedingungen im Frühjahr als im letzten Jahr.

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© RWA
Bedingt durch eher milde Temperaturen waren die Ackerböden in den letzten Wochen großteils über einen längeren Zeitraum kaum schneebedeckt (Stand 20. Februar 2018). Wegen der hohen Niederschlagsmengen wurde ein Teil der im Boden freigesetzten wasserlöslichen Nährstoffe in tiefere Bodenschichten verlagert. Damit einhergehende Probleme mit Staunässe haben den Beständen teilweise zugesetzt. Die für die nächsten Tage prognostizierte Kältewelle, verbunden mit möglichen Kahlfrösten, könnte sich ebenfalls negativ auf die Winterungen auswirken. Umso wichtiger ist es jetzt, den Beständen (allen voran Winterraps) durch die Zufuhr von frischen und pflanzenverfügbaren Nährstoffen einen zügigen Wachstumsstart zu ermöglichen.

Rechtzeitig düngen

Winterraps ist eine jener Kulturen, die schon sehr zeitig Stickstoff (N) und Schwefel (S) benötigen. Ab einer Bodentemperatur von 5° C in 5 cm Tiefe beginnt im Prinzip die Vegetation und gleichzeitig die Nährstoffaufnahme der Kulturpflanzen (insbesondere bei Raps). Aber nicht nur die Bodentemperatur ist für den Vegetationsbeginn ausschlaggebend. Jetzt spielen auch die länger werdenden Tage (aktuell + 3 Minuten/Tag) und die damit einhergehende Lichtenergie eine wesentliche Rolle. Diese Aspekte sollte man bei der zeitlichen Wahl der ersten Applikation berücksichtigen. Ein in den zeitigen Morgenstunden noch angefrorener und somit tragfähiger Boden bietet gute Voraussetzungen für die flurschonende Ausbringung des Düngers. Gröbere Schäden an der Bodenstruktur werden so vermieden.
 

Düngeempfehlung bei Raps

Grundsätzlich muss die Bemessung der N-Düngung zu Vegetationsbeginn gezielt schlagbezogen sowie in Abhängigkeit der jeweiligen Pflanzenentwicklung erfolgen. Gut entwickelte und üppige Bestände mit bereits 8 - 10 ausgebildeten Laubblättern (das entspricht einem Wurzelhalsdurchmesser von ca. 10 bis 12 mm) haben schon beachtliche Mengen an N/ha über den Boden aufgenommen und sollten daher verhaltener mit zumindest 50 – 70 kg N/ha angedüngt werden. In diesen Fällen empfehlen wir die 2. Gabe zu favorisieren. Bei schwächeren und dünnen Beständen mit etwa 8 ausgebildeten Laubblättern oder weniger sollte man die Startgabe erhöhen. Hier haben sich mind. 80 – 100 kg N/ha bewährt.

Bei der ersten Düngungsmaßnahme in Raps ist N als Nitratform grundsätzlich  am wirksamsten, doch sollte man bei noch bestehender Bodenfrostgefahr die Dosierung von Nitrat-N auf max. 30 kg N je Gabe deckeln, um damit eventuelle Frostschäden (Gefahr des Aufplatzens der Stängel) zu vermeiden.

Beim Einsatz von N-stabilisierten Düngern besteht seit 2014 rechtlich** die Möglichkeit, auch höhere Mengen als 100 kg N/ha in Form einer Einmalapplikation auszubringen. Eine Gabenteilung erübrigt sich. Damit kann eine Überfahrt eingespart werden. In N-stabilisierten Düngern wird die Umwandlung von Ammoniumstickstoff zu Nitratstickstoff durch Hemmstoffe (Inhibitoren) zeitlich verzögert. Somit liegt der eingebrachte Stickstoff über einen längeren Zeitraum in der nicht auswaschungsgefährdeten Ammoniumform im Boden vor und ist trotzdem pflanzenverfügbar. Die gesamte Stickstoffmenge, die dabei dem Raps in Summe verabreicht wird, richtet sich nach dem angestrebten Ertragsziel.

 
**Zum Schutz der Gewässer vor Stickstoffeintrag in Form von Nitrat ist rechtlich eine Teilung von N-Gaben in leicht löslicher Form größer 100 kg/ha vorgeschrieben. Zur bereits bestehenden Ausnahme (N-Gaben zu Hackfrüchten und Feldgemüse auf bindigen Böden mit zumindest 15 % Tonanteil) gilt nun die Neuregelung, dass auf Flächen unter 10 % Hangneigung eine Gabenteilung bei Verwendung stabilisierter N-Dünger nicht mehr erforderlich ist.
(Quelle: DI Josef Springer, Leitung Referat Bodenwirtschaft und Pflanzenernährung, Landwirtschaftskammer für NÖ)

 

Andüngung im Raps mit Schwefel

Ganz wichtig bei Raps ist auch die Versorgung mit Schwefel (S), da diese Kultur einen nennenswerten Bedarf von bis zu 60 kg/ha Jahr aufweist. Es ist empfehlenswert, dafür S in wasserlöslicher Sulfatform zu verwenden. Diese Nährstoffform finden Sie in allen gängigen N+S Düngern, wie beispielsweise im stabilisierten Entec 26, SSA (schwefelsaures Ammoniak = Ammonsulfat), ASS (Ammonsulfatsalpeter) und DASA oder eventuell auch in PIAMON S.
Viele Versuchsvarianten in den letzten Jahren haben auch gezeigt, dass im Frühjahr die Zufuhr von frischem Phosphor und Kalium über eine NPK-Düngung, im Gegensatz zur alleinigen Stickstoffdüngung, Ertragszuwächse bringt. Speziell auch dann, wenn diese Grundnährstoffe nicht im vorangegangenem Herbst eingebracht wurden oder der Boden generell unter einer Versorgungsarmut dieser Nährstoffe leidet.
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Autor:
Peter Kirchmayr, Düngemittel, RWA