EU: Erzeugermilchpreise gaben im Jänner 2017 weiter nach

Milchanlieferung am Weltmarkt gestiegen.

Den Haag, 5. März 2018 (aiz.info). - Die Erzeugermilchpreise waren im Jänner 2018 in der EU rückläufig. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 35,44 Cent netto/kg Rohmilch und damit um 1,52 Cent weniger gegenüber dem Vormonat Dezember. Gleichzeitig lagen die Preise um 2,38 Cent oder 7% über dem Vorjahresniveau. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes LTO hervor. Auch in Österreich gab der Milchpreis im Jänner nach, im Durchschnitt aller Qualitäten zahlten die Molkereien für Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß netto 39,75 Cent/kg. Somit kam es gegenüber dem Vormonat zu einem Minus von 1,11 Cent netto.

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 17 großen Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.
 

Die meisten der im LTO-Vergleich erfassten Molkereien reduzierten im Jänner ihre Auszahlungspreise. Die größten Rückgänge verzeichneten die deutschen und die niederländischen Molkereien. Ganz besonders stark fielen die Milchpreise beim Molkereiriesen DMK mit minus 5 Cent/kg, gefolgt von den holländischen Verarbeitern Royal A-ware (-4,1 Cent) und FrieslandCampina (-3,9 Cent) sowie der deutschen Müller Milch (-3,2 Cent). Auch von Milcobel in Belgien (-3 Cent) und Arla in Dänemark (-2,1 Cent) wurden nennenswerte Preissenkungen gemeldet, während diese in Frankreich relativ gering ausfielen. Die Auszahlungsleistungen der irischen Molkereien blieben gegenüber dem Vormonat unverändert.
 

Für die Monate Februar und März 2018 hat die dänische Molkerei Arla bereits eine weitere Senkung der Erzeugerpreise um 2 beziehungsweise 2,5 Cent gemeldet. Auch bei FrieslandCampina zeigt in diesen beiden Monaten die Preiskurve weiter abwärts (insgesamt um -1,9 Cent). In Deutschland dürfte den LTO-Angaben zufolge der Marktführer DMK im Februar eine weitere Verringerung um 4 Cent vorgenommen haben.
 

Weiterhin großes Milchangebot am Weltmarkt
 

Aufgrund der weltweit gestiegenen Milchproduktion gehen die LTO-Experten davon aus, dass der Preisdruck vorerst anhalten wird. In der EU haben die Anlieferungen an die Molkereien seit Juni 2017 kontinuierlich zugenommen, im Gesamtjahr 2017 ergab sich ein Plus von 1,8%. Speziell im Dezember wurde das Vorjahresniveau deutlich übertroffen, vor allem in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Auch außerhalb Europas hält das Produktionswachstum an. Im Dezember 2017 wurde ein deutlich steigendes Milchangebot in Argentinien, Australien und Uruguay gemeldet. In den USA hat sich der Anstieg gegen Jahresende abgeschwächt, im Kalenderjahr 2017 wurde dennoch ein Mengenplus von 1,4% erreicht. Neuseeland, der größte Exporteur von Molkereiprodukten, verzeichnete aufgrund von großen Witterungsproblemen im Dezember (-3%) und im Jänner (-5%) eine geringere Milchanlieferung, von Juni bis Dezember 2017 wurde in Summe aber immerhin eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 0,9% erreicht, berichtet die EU-Kommission.
 

Butterpreise erholen sich - Magermilchpulver weiterhin unter Druck
 

Die europäischen Butter-Notierungen haben nach dem drastischen Rückgang zwischen September und Dezember 2017 die Talsohle im Jänner 2018 mit rund 450 Euro/100 kg durchschritten und danach eine leichte Aufwärtstendenz verzeichnet. Ende Februar lagen sie bei 463 Euro. Der Preisanstieg hängt auch mit der höheren Butternachfrage vor den Osterfeiertagen zusammen, aber auch damit, dass sich die zuvor abwartenden Käufer am Weltmarkt nunmehr mit Ware eindecken müssen.
 

Die Preise für Magermilchpulver waren in der zweiten Jahreshälfte 2017 rückläufig und neigten auch in den ersten zwei Monaten 2018 eher zur Schwäche. Ende Februar lag die Notierung in Europa mit 137 Euro/100 kg um 29% unter dem Vorjahresniveau und damit auch deutlich unter dem Interventionspreis (rund 170 Euro). Aufgrund der hohen öffentlichen Lagerbestände in der EU dürfte sich an dieser Situation nicht so schnell etwas ändern. Die Kurse für Vollmilchpulver konnten seit Mitte Jänner 2018 aufgrund der höheren Nachfrage und der gestiegenen Fettpreise leicht zulegen, sie hielten Ende Februar bei 259 EUR/100 kg. Die Vorjahreslinie wurde damit aber noch um 14% unterschritten.