EU: Erzeugermilchpreise tendierten im September weiter nach oben

Im Schnitt wurden 36,72 Cent netto/kg ausbezahlt.

Den Haag, 6. November 2017 (aiz.info). - Die EU-Erzeugermilchpreise verzeichneten im September 2017 einen weiteren Anstieg. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 36,72 Cent netto/kg Rohmilch und damit um 0,69 Cent mehr als im Vormonat August. Gegenüber dem Vorjahresniveau wurde ein Plus von 8,5 Cent oder 30% verzeichnet. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes LTO hervor. Zum Vergleich: In Österreich erhöhte sich im September der durchschnittliche Erzeugerpreis für GVO-freie Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß um 1,3 Cent auf 39,75 Cent/kg netto.

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 großen Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

Preisspitze bald erreicht?

Der Erzeugerpreis-Anstieg im September 2017 war der fünfte in Folge, und auch für Oktober wird eine steigende Tendenz erwartet. In den kommenden Monaten dürfte allerdings die Preisspitze in der EU erreicht werden, betonen die LTO-Experten. Sie verweisen darauf, dass mehrere europäische Molkereien bereits im September ihre Auszahlung nicht erhöht und führende Milchverarbeiter wie etwa Arla in Dänemark, DMK in Deutschland und die niederländische FrieslandCampina für November ebenfalls unveränderte Preise gemeldet haben. Außerdem hätten die Notierungen am internationalen Milchmarkt in den vergangenen Wochen nachgegeben, und zwar sowohl bei der Fettkomponente (Butter) als auch bei Magermilchpulver, wird betont.

Dies hänge auch mit der steigenden Anlieferung zusammen: In der EU haben laut LTO alle großen Produzentenländer im August höhere Milchmengen verzeichnet, insbesondere Irland, Polen und Italien. Aber auch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurde mehr Rohmilch von den Molkereien übernommen. Auch weltweit wird diese Tendenz beobachtet, so liegt die Anlieferung in Australien und Neuseeland in der neuen Milchsaison über dem Vorjahresniveau, das Gleiche gilt für die USA.