EU: Preise für Milchprodukte konnten im April zulegen

Exporte von Molkereierzeugnissen stark gesteigert.

Brüssel, 7. Mai 2018 (aiz.info). - Die Preise für Molkereiprodukte tendierten im April 2018 in der EU überwiegend nach oben. So konnten die durchschnittlichen Notierungen für Butter gegenüber dem Vormonat um 7% auf 519 Euro je 100 kg zulegen, jene für Magermilchpulver um 4,3% auf 138 Euro und jene für Vollmilchpulver um 3,3% auf 270 Euro je 100 kg. Rückläufig waren die Preise für Cheddarkäse, sie sanken im Mittel um 0,8% auf 323 Euro je 100 kg, während die Kurse für Gouda und Emmentaler stabil blieben, dies geht aus aktuellen Zahlen der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU-Kommission hervor.
 

Auf dem Weltmarkt stiegen die Notierungen für Milchprodukte (berechnet in US-Dollar) in den vergangenen zwei Wochen ebenfalls an. Die Butterpreise legten in Ozeanien um 2,8% und in den USA um 1,2% zu. Durch den signifikanten Anstieg der Notierungen für Magermilchpulver (+9,5%) in den USA konnte die EU aufgrund des geringeren Preisniveaus ihre Wettbewerbsfähigkeit bei diesem Produkt deutlich stärken. Im Gegensatz dazu weist die EU bei Butter und Käse derzeit die höchsten Preise am Weltmarkt auf, hier bieten die USA spürbar günstiger an. Bei Vollmilchpulver liegen EU, USA und Ozeanien derzeit preislich auf einem sehr ähnlichen Niveau.
 

Exporte von Butter und Magermilchpulver stark gesteigert
 

In den ersten zwei Monaten dieses Jahres lagen die Preise für Milchbasisprodukte in der EU zum Teil deutlich unter dem aktuellen Niveau. Daher konnten die Exporte von Butteröl um 64% und jene für Butter um 26% gesteigert werden. Auch bei Magermilchpulver (+12%) und Käse (+3%) wurde ein Plus verzeichnet, während Vollmilchpulver aus der EU (-6%) nicht so stark am Weltmarkt nachgefragt wurde. Insgesamt lag das Exportvolumen, in Milchäquivalent ausgedrückt, in den ersten zwei Monaten 2018 in Summe um 8% über dem Vorjahresniveau, wogegen der Exportwert um 2% niedriger ausfiel.
 

Bei Käse blieben von Jänner bis Februar 2018 die USA trotz eines Mengenrückganges von 8% der wichtigste Abnehmer der EU-Produzenten, gefolgt von Japan, wo die Menge um 12% geringer ausfiel. Auch bei Butter waren die Vereinigten Staaten der wichtigste Markt, die Lieferungen dorthin stiegen um 15%. Dahinter folgte Saudi Arabien mit einem bemerkenswerten Anstieg der EU-Butterimporte von 76%. Bei Magermilchpulver entfielen die größten Anteile der EU-Exporte auf Algerien (+87%) und Ägypten (+40%), bei Vollmilchpulver führten mengenmäßig der Oman (+60%) und Algerien (-62%). Neuseeland blieb mit rund 270.000 t (+14%) der weitaus größte Exporteur von Vollmilchpulver, musste aber gleichzeitig Einbußen bei den Lieferungen von Butter (-15%), Käse (-10%) und Magermilchpulver (-5%) hinnehmen.
 

China wichtigster Importeur
 

Auf der Nachfrageseite unterstrich China von Jänner bis Februar 2018 seine Rolle als größter Importeur von Milchprodukten. So erhöhte die Volksrepublik ihre Einfuhren bei Butter um 23% auf 22.000 t, bei Käse um 3% auf 20.000 t, bei Magermilchpulver um 22% auf 65.000 t und bei Vollmilchpulver um 15% auf 187.000 t.