EU-Schweinemarkt: Geräumter Lebendmarkt ermöglicht positive Preisentwicklung

Österreich: Mastschweine-Notierung verzeichnet Plus von 3 Cent.

Wien, 2. Februar 2018 (aiz.info). - Die Trendwende am zuletzt stark unter Druck stehenden europäischen Schweinemarkt ist geschafft. Quer durch die EU sind letzte Restbestände von Überhängen abgebaut und das frische Angebot liegt aktuell unter 100%. Der zweittiefste Jännerpreis der letzten sieben Jahre (nur Anfang 2016 lag die Talsohle des Jännerlochs um 5 Cent tiefer) war wohl maßgeblich dafür, dass die Fleischbranche motivierter an die Beschaffung des günstigen Rohstoffes heranging. Dies gilt für alle Absatzrichtungen am Binnenmarkt und auch beim Drittlandexport. Infolgedessen konnte die Leitwährung für den Binnenmarkt, die Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften in Deutschland, ein Plus von 3 Cent verzeichnen. Da in den übrigen Mitgliedstaaten von ähnlichen Marktverhältnissen berichtet wird, dürfte sich nunmehr die Preiskurve EU-weit zumindest tendenziell aufwärtsrichten.

Auch in Österreich ist die Versorgung am Lebendmarkt binnen 14 Tagen von "über" auf "unter" gekippt. Im Vergleich zum Wochendurchschnitt im Jänner fehlen plötzlich für die erste Februarwoche zirka 10%, berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse. Möglicherweise ist der eine oder andere Prozentpunkt der Spekulation auf bessere Preise geschuldet, was aber in Anbetracht des tiefen Preisniveaus durchaus verständlich ist. Vor diesem Hintergrund wurde auch an der heimischen Schweinebörse ein Plus von 3 Cent notiert, die Mastschweine-Notierung steigt somit auf 1,33 Euro je kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,23 Euro). Damit zeigt die Preiskurve erstmals nach 40 Wochen Seitwärts- oder Abwärtsbewegung wieder in positive Richtung. EU-Schweinefleischexporte 2017 gesunken.

Die Exporte von Schweinefleisch aus der EU sind im Zeitraum Jänner bis November 2017 in Summe mit rund 3,5 Mio. t um 8,9% geringer als im Vorjahreszeitraum ausgefallen, teilt die EU-Kommission mit. Der Rückgang ist in erster Linie auf die rückläufigen Lieferungen nach China zurückzuführen, sie sanken um knapp 27% auf 1,28 Mio. t. Eine der Ursachen dürfte sein, dass der deutsche Exportleader Tönnies für den China-Export gesperrt wurde. Die Volksrepublik dürfte aber weiterhin ein wichtiger Abnehmer von EU-Schweinefleisch sein. Wie hoch der chinesische Importbedarf nach der Restrukturierung des Schweinesektors im eigenen Land sein wird, ist laut EU-Kommission noch nicht wirklich abschätzbar.

Im Gegensatz zum China-Export entwickelten sich die Lieferungen von EU-Schweinefleisch in andere Drittländer von Jänner bis November 2017 positiv. Die Ausfuhren nach Japan stiegen um 5,8% auf rund 390.000 t und jene nach Hongkong um 3,8% auf 352.000 t. Auch Südkorea nahm mit 246.000 t mehr Ware ab (+5,8%), gleiches gilt für die Philippinen mit 230.000 t (+14,8%). Deutliche Steigerungen wurden auch bei den Exporten in die USA verzeichnet, sie legten um 32,5% auf 143.000 t zu.