Heimische Fische sind gesunde Alternative zu Meeres- und ausländischen Fischen

Nicht nur zur Fastenzeit: Neben fettarmen Karpfenfilets auch Saiblinge beliebt.

Graz, 13. Februar 2018 (aiz.info). - Fische aus steirischen Regionen sind garantiert frisch und haben kurze Transportwege. Sie sind eine gesunde Alternative zu Meeresfischen sowie zu Importware. Die 400 heimischen Teichwirte haben in den vergangenen 14 Jahren viele Millionen Euro in Teichanlagen und Hälterungen investiert, damit sie ganzjährig ab Hof und auf den Bauernmärkten frischen Fisch küchenfertig und "praktisch grätenfrei" anbieten können. Erkennbar sind heimische Fische an der Marke "Steirerfisch". Sie garantiert frische Qualität und hundertprozentige heimische Herkunft.

Sehr beliebt in der Steiermark - die fettarmen Karpfen

Der beliebteste Fisch in der Steiermark ist der Karpfen. Mit einem Fettgehalt von nur 5% im Filet ist er somit auch fettärmer als Lachs. Dies hängt auch mit der Fütterung zusammen. Die Karpfen werden neben dem natürlichen Futter vorwiegend mit Gerste und heimischem Ölkuchen versorgt. Dass Karpfen letteln, das gehört der Vergangenheit an. Denn die steirischen Teichwirte betreiben die Fischhaltung höchst professionell - ihre Karpfen hältern sie extra zwei Wochen in frischem Wasser.

Vielfalt im Teich spiegelt die steirische Fisch-Vielfalt wider

Die heimischen Teichwirte halten und füttern ihre Fische sehr naturnah, verschiedene Arten bilden eine Teichgemeinschaft. Daraus ergibt sich auch die Vielfalt der angebotenen verarbeiteten und frischen Fische. So tummeln sich in den heimischen Teichen beispielsweise auch Wildkarpfen, Störe, Amure, Forellen, Lachsforellen, Saiblinge sowie Bachforellen.

Heimische Fische sehr beliebt

Steirische Fische sind so gefragt wie noch nie. Erhältlich sind sie bei rund 70 Direktvermarktern sowie auf 30 Bauernmärkten. Jährlich werden in der Steiermark rund 600 t Karpfen von den heimischen Teichwirten angeboten. 500 t davon werden direkt auf den Bauernmärkten oder ab Hof verkauft, nur 100 t kommen in den Großhandel.

Teichwirte wollen ausweiten - große bürokratische Hemmnisse

Die Selbstversorgung mit Süßwasserfischen liegt aktuell bei 6%. Die heimischen Teichwirte wollen diese gemäß Zukunftsstrategie Land- und Forstwirtschaft 2030 der Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark auf 12% erhöhen. "Doch das ist mit den bestehenden Rahmenbedingungen sehr schwierig", unterstreicht Helfried Reimoser, Geschäftsführer des steirischen Teichwirteverbandes. Und weiter: "Um ein Wasserrecht zu bekommen oder dieses zu erweitern, sind die bürokratischen Hürden oft unüberwindbar und die Verfahrensdauer unzumutbar lang, was zusätzlich enorme Kosten verursacht." Große Probleme haben die heimischen Teichwirte auch mit den Beutefängern, wie Fischottern oder Kormoranen, die sich ohne natürliche Feinde extrem vermehren, viele Fische verwunden oder die Teiche teils plündern und so der Natur und den Teichwirten großen Schaden zufügen.

Gesund: Fische aus der "Fischsauna"

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fischen steigt. Seit 2013 pendelt er um die 8 kg. 2010 lag er noch bei 7,3 kg. Am gesündesten sind fangfrische Fische gedämpft - also aus der "Fischsauna". Ebenso wertvoll sind sie pochiert und als Fischsuppe mit viel Wurzelgemüse. Auch ein Festtagskarpfen oder Forellenfilets im steierischen Maismehl sollten probiert werden. Der steirische Teichwirteverband bietet Fischseminare, Koch- und Räucherkurse sowie Fach- und Anglerkurse an. Außerdem gibt's Kochbücher um nur 3 Euro und mit viel Know-how (zu beziehen über die Homepage www.teichwirteverband.at oder über die Tel.-Nr. 0664/602596-4230).

Die Fastenspeise: Klare Karpfensuppe

400 g Karpfenkarkassen, 1 Karpfenfilet, 50 g Lauch, 2 Zwiebeln, 0,2 l Weißwein, 8 Pfefferkörner, 1 Lorbeerblatt, 80 g Staudensellerie, 80 g Karotten. Alle Zutaten, außer dem Filet, mit kaltem Wasser ansetzen und langsam zum Kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren und zirka eine Stunde köcheln lassen. Das Filet in kleine Stücke schneiden, kurz darin ziehen lassen und danach die Fischkarkassen aus der Suppe entfernen.