Kartoffelmarkt: Absatzsituation im Inland sehr unterschiedlich

Exporte wegen Preisgefälle zum Ausland auf Sparflamme.

Wien, 6. Februar 2018 (aiz.info). - Der österreichische Erdäpfelmarkt bleibt auch weiterhin in einer stabilen Situation. Die Lieferungen an den Lebensmittelhandel laufen auf unverändert konstantem Niveau. Seit Saisonbeginn deutlich unter den Vorjahren liegen heuer allerdings die Absatzmengen in der Gastronomie und im Tourismusbereich, vor allem in Westösterreich. Dort, wo die inländische Herkunftskennzeichnung fehlt, greift man verstärkt zu günstigeren deutschen Kartoffeln. Dennoch scheinen die freien Lager bereits weiter geräumt als in anderen Jahren. Dazu tragen auch die heuer höheren Abfallmengen, vor allem bei Knollen aus dem Trockengebiet bei, teilt die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau mit.

So stetig wie der Inlandsabsatz verläuft, so stockend bleibt die Exportsituation. An der Differenz zwischen österreichischen und europäischen Kartoffelpreisen hat sich nichts geändert. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware meist 22 bis 25 Euro/100 kg bezahlt. Übergrößen werden generell mit 20 Euro/100 kg abgegolten. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel sind bis zu 26 Euro/100 kg zu erzielen. Für exportbestimmte Ware ohne AMA-Gütesiegel liegen die Erzeugerpreise regional auch deutlich tiefer.

Der deutsche Speisekartoffelmarkt wird weiterhin als latent überversorgt beschrieben. Besonders im Norden sind noch große Erdäpfelberge abzubauen. Durch die rasch sinkende Qualität am Lager drängen diese Mengen nun stärker auf den Markt, zudem laufen der Absatz über eine industrielle Verwertung (Biogas, Stärke) und der Export nicht so zügig wie in anderen Jahren. Dementsprechend ist die Realisierung steigender Erlöse kaum möglich, sie bleiben fast auf bisherigem Niveau. Im Bundesdurchschnitt lagen die Preise zuletzt bei 10,70 bis 11,30 Euro/100 kg.