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Was Verbraucher wirklich wollen?

Nachricht vom 09.01.2020

Der neueste Blog-Beitrag von unserem Bauern Rudi beschäftigt sich mit der Naivität der Konsumenten

Da staune ich nicht schlecht als mir in der Zeitung Ernährungsdienst  vom 6. Jänner 2020 eine Umfrage des US-amerikanischen Getreide- und Lebensmittelunternehmens Cargill (Fee4thougt) in die Hände fällt.

Dazu muss man wissen, dass Cargill mit Sitz in Minneapolis zu den größten Getreidehändlern der Welt zählt, es sind genau vier an der Zahl, die „so called“ ABCD-Unternehmen, nach ihren Anfangsbuchstaben,  die den globalen Getreide-, Soja, Zucker und Nawaros-Kraftstoffmarkt dominieren.

Befragt wurden 3.000 Verbraucher in den USA, Südkorea und Frankreich, um die Technikaffinität von Konsumenten im Lebensmittelbereich  zu testen. Erwartungsgemäß zeigen sich die Asiaten  am aufgeschlossensten. 70% der Südkoreaner sind für High Tech Betriebe, aber nur 37% der Verbraucher in Frankreich.  Amerikanische Konsumenten erwarten, dass landwirtschaftliche Betriebe von neuen Technologien profitieren werden.  Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit sind Themen in Übersee und Asien, in Europa gesellt sich die Tierethik, das Tierwohl, wesentlich dazu.

So weit so gut! 85% der internationalen Verbraucher glauben an die Vorteile von Innovationen, aber nur die Hälfte würde  so erzeugte Lebensmittel auch konsumieren. Anscheinend verbrüdert sich  beim Essen die Menschheit weltweit. Technologien  wird mit Skepsis begegnet.  Versteht man als gelernter Österreicher noch, dass sich global nur 18% für den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln aussprechen, so wird´s beim Melkroboter schon haarig. Nur 29% der Verbraucher akzeptieren diese Technik und auch nur 35% können sich mit künstlicher Intelligenz anfreunden. Sogar simple Sensoren im Stall werden nur von 42% der Befragten befürwortet.

Was schließen wir daraus? Die Dummheit der Konsumenten ist hoffnungslos? Fortschrittsglaube ist dem Konsumenten gewaltsam mit dem „Nürnberger Trichter“ einzuflößen, denn auf liberalisierten Märkten greift er ohnedies zum billigsten Produkt. Oder nachzudenken, ob es nicht möglich wäre, dass sich Verbraucher ganz einfach möglichst ursprüngliche Lebensmittel wünschen, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen, weltweit ähnlich. Auch Bauern müssen lernen: Konsumenten wünschen sich  Innovationen und Fortschritt aber nicht durch Technik alleine.   (Bauer Rudi)