Die Lärche und der Klimawandel

Klimatische Veränderungen stellen Waldbesitzer vor die Herausforderung. Waldbauliche Entscheidungen sind so zu treffen, dass Waldfunktionen über lange Produktionszeiträume aufrechterhalten werden können.

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© Hopfphotography[iStock-Getty Images Plus]

Lärche - Baum mit Zukunft

Mit einem Flächenanteil von 4,6 % ist die Lärche nach der Fichte die zweithäufigste Nadelbaumart in Österreich, obwohl sich der natürliche Schwerpunkt der Lärche in höheren Lagen befindet. Der Grund dafür ist ihre gute Anpassungsfähigkeit.

Forstexperten meinen, dass sie zukünftig eine höhere Bedeutung als Mischbaumart haben wird, vor allem auf Kosten der durch Sturm- und Borkenkäferentwicklungen schwer betroffenen Fichte:
  • Hohe Stabilität gegenüber Sturm,
  • eine höhere Widerstandskraft während Trockenperioden und die
  • geringere Gefährdung durch Schädlinge sprechen klar für die Lärche.
  • Die Lärche ist sehr lichtbedürftig und verträgt wenig Beschattung.
Die Lärche tritt nur auf Standorten und in Waldgesellschaften auf, in denen der Konkurrenzdruck anderer Baumarten geringer ist. Die Lärche fehlt gänzlich auf extrem (boden-)trockenen Standorten und wird dort von der Kiefer abgelöst. Auch seichtgründige Standorte mag sie weniger und bevorzugt dort nur schattseitige Lagen.

Waldbauliche Empfehlungen

Die Lärche braucht ausreichend Standraum und ist bestandesbildend nur in Gebirgslagen zu empfehlen. Dort tritt sie auch als wichtiger aufbauender und humusschaffender Pionierbaum auf. Darunter kann sie in einer Vielzahl von Waldgesellschaften als eine stabilisierende, wirtschaftlich wertvolle Mischbaumart eingesetzt werden. Außerhalb ihres natürlichen Auftretens kann die Lärche auf ausreichend mit Bodenwasser versorgten Standorten zur Aufwertung von Laubwaldstandorten eingesetzt werden.

Im sommerwarmen Osten wird die Baumart an ihrer klimatischen Untergrenze Wasserversorgungsprobleme bekommen. Auch die Auswahl geeigneter Herkünfte wird extrem wichtig sein: Dies nicht nur in ökologischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht, denn die Holzerlöse liegen über Fichte und sehr weit über Douglasie und Kiefer.

Sehr gute Anpassungsfähigkeit der Lärche

  • Die Lärche tritt auf Standorten mit einer Jahresmitteltemperatur zwischen –2° C bis etwa 10° C auf.
  • Sie kommt auf hochgelegenen Standorten mit 2 – 3 Monaten Vegetationszeit aus, ist aber etwa auch im Wienerwald mit einer Vegetationszeit von 5 – 6 Monaten vorhanden.
  • Hinsichtlich des Nieder schlags ist die Lärche sehr tolerant. Die Grenzen gehen von 600 – 2500 mm.
  • Im zentralalpinen Bereich ist sie unempfindlich gegen scharfe Fröste bis –30° C. Durch den winterlichen Nadelwurf ist sie von Vornherein gegen diese Gefahr geschützt.
  • Die Lärche wächst weitgehend unabhängig von Gestein und Bodentyp. Die Ansprüche an Nährstoff- und Basenversorgung sind gering.

Lärche: Vom Menschen gefördert

Aufgrund der guten Holzeigenschaften und der waldbaulichen Anpassungsfähigkeit wurde die Lärche seit Jahrhunderten gefördert und auch weit verbreitet. Durch menschliche Eingriffe wurde die Konkurrenzsituation stark verbessert.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA