Landwirtschaft

Mäuse und Ratten? Nein danke!

wissenswertes

Eine Maßnahme, die auf landwirtschaftlichen Betrieben ganzjährig durchgeführt werden sollte, ist die Bekämpfung von Mäusen und Ratten.

Viele Krankheitserreger sind durch Ratten und Mäuse übertragbar.

Viele Krankheitserreger sind durch Ratten und Mäuse übertragbar.

Im Rahmen steigender Hygiene­anforderungen an die Lebensmittelproduktion ist eine nachweisbare Bekämpfung von Mäusen und Ratten auf landwirtschaftlichen Betrieben Pflicht geworden. Viele pathogene Krankheitserreger (z.B. Staph.aureus, E.coli, Schweinepestvirus usw.) sind durch Ratten und Mäuse übertragbar.

Das Problem erkennen

Im Stall ist es zumeist der Kot der Schadnager, der zuerst auffällt. Auch tote Mäuse oder Ratten werden auf vielen Betrieben aufgefunden.

Tipps zur Bekämpfung von Schadnagern:

Zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten auf landwirtschaftlichen Betrieben werden hauptsächlich Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien) verwendet. Diese wirken aufgrund der hohen inneren Blutverluste tödlich. Der Vorteil von Blutgerinnungs-Hemmern gegenüber anderen Methoden ist die verzögerte Wirkung von ca. 3 - 5 Tagen nach der Aufnahme. Eine Köderscheu ist nicht zu erwarten, da die Köder nicht mit der allgemeinen Körperschwächung in Verbindung gebracht werden.

Um Vergiftungen bei anderen Tieren zu verhindern, dürfen Rodentizide mit Blutgerinnungs-Hemmern nur zugriffsgeschützt in Köderboxen ausgelegt werden.

Ratten richtig ködern

Unzureichende Kenntnisse über das Verhalten von Mäusen und Ratten erschweren die Bekämpfung. Hausmäuse sind neugierig, sehr territorial und haben oft nur einige Meter Aktionsradius. Im Gegensatz zur „neugierigen“ Maus sind Ratten extrem vorsichtig. Sie haben einen sehr hoch entwickelten Geruchs- und Geschmackssinn, worauf beim Einrichten der Köderstellen Rücksicht genommen werden muss. Verwenden Sie daher immer Handschuhe!

Bleibt der Köderfraß trotz ausreichender Köderstellen weitgehend konstant, sollte auf jeden Fall ein Wirkstoff der zweiten Generation, wie Brodifacoum (z.B. DESINTEC BrodEx Haferflockenköder) oder Difethialone (z.B. DESINTEC RodEx Paste) eingesetzt werden. Bei diesen Wirkstoffen sind bisher keine Resistenzen bekannt.

 

Auf die Wahl des Köders achten:

  • Pastenköder (z.B. DESINTEC® RodEx) sind aufgrund der hohen Energiegehalte sehr lange attraktiv und haben eine sehr gute Schimmelbeständigkeit. Sie eignen sich daher sowohl für die Anwendung im Außen- als auch im Innenbereich.
  • Haferflockenköder (z.B. DESINTEC® BrodEx) eignen sich besonders für die Anwendung im Innenbereich.
  • Wachsblöcke sind z.B. für die Kanalisation geeignet, aber nicht für die Landwirtschaft.

 

Ein Fehler, der oft gemacht wird: Es werden bei der Bekämpfung von Ratten meist zu wenig Köder bereitgestellt bzw. nachgelegt. Stellen Sie den Schadnagern immer ausreichend Köder zur Verfügung. Bei leeren Köderboxen können sie eine „Köderscheu“ entwickeln und die Köderstellen werden nicht mehr angenommen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig (mindestens alle 14 Tage) die Köderstellen.

Fazit:

Eine Tier- und Lebensmittelproduktion sowie Futterlagerung ohne Schadnager-Befall muss in der Landwirtschaft angestrebt werden. Mit bewussten Hygiene-Maßnahmen kann jeder Landwirt auch das Seuchenrisiko minimieren.

Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.

Ihr Lagerhaus-Berater unterstützt Sie gerne bei Detailfragen mit fachlich fundierten Informationen.

Das könnte Sie auch interessieren