Mercosur: Moosbrugger warnt vor einseitigen Belastungen für die Landwirtschaft

Zusätzliche 100.000 t Rindfleisch bedeuten weiteren Preisverfall.

Bregenz, 21. März 2018 (aiz.info). - Das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ist eine "Bedrohung" für die europäische Landwirtschaft - insbesondere die Rinderwirtschaft -, warnt der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Vorarlberg, Josef Moosbrugger. "In Österreich liegen die Produktionskosten für 1 kg Rindfleisch unter anderem wegen der höheren Qualitätsstandards bei rund 1,50 Euro und somit gut 40% über den Mercosur-Ländern, die aufgrund der dortigen klimatischen Bedingungen und industriellen Produktionsweise billiger produzieren können. Diese zusätzlichen, billigeren Mengen - die nach jetzigem Verhandlungsstand 100.000 t betragen sollen und somit einer Menge von über 15% der vergleichbaren Fleischkategorie in der EU entspricht - werden den EU-Rindfleischmarkt ordentlich durchschütteln und die Preise nach unten ziehen", kritisiert Moosbrugger.

"Verbesserte Handelsbeziehungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Stärkung der Wirtschaft sind gut und recht. Aber auf die EU bezogen, fast ausschließlich zugunsten der Industrie und zu Lasten der Landwirtschaft, das geht nicht", stellt der LK-Präsident klar. Deshalb müssten sich die großen EU-Rinderländer wie Frankreich und Deutschland zusammentun, um die EU-Verhandler in die Schranken zu weisen. "Diese Einseitigkeit in den Gesprächen ist entschieden abzulehnen. Wenn die europäische Rinderwirtschaft in Gefahr gebracht wird, heißt das nicht nur Ertragseinbußen für eine landwirtschaftliche Sparte, sondern auch die Gefährdung der Bewirtschaftung in den Bergregionen", bringt es Moosbrugger auf den Punkt.