Nachfrage nach Eiern war im Jänner im Inland rückläufig

Deutsche Initiative Tierwohl weitet Kennzeichnung bei Geflügelfleisch aus.

Wien, 14. Februar 2018 (aiz.info). - Die Nachfrage nach Frischeiern fiel im Jänner in Österreich erwartungsgemäß geringer aus. Die Färbereien hingegen begannen sich zunehmend mit farbfähiger Ware einzudecken und glichen die schwächere Nachfrage etwas aus. Die ersten Ostereier sind bereits im Handel erhältlich. Zu den Semesterferien wird es zu Nachfrageverschiebungen von den Ballungszentren in die Tourismusgebiete kommen, teilt die Agrarmarkt Austria (AMA) in ihrem jüngsten Marktbericht mit.
 

Die Packstellenabgabepreise befinden sich nach wie vor auf einem guten Niveau. Ein Grund dafür ist laut AMA der Fipronil-Skandal. Der verbotene Wirkstoff Fipronil wurde bekanntlich in Eiern aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Italien, Slowenien und Polen nachgewiesen. Zahlreiche Betriebe wurden gesperrt und es wurden Legehennen gekeult. Die Eigenversorgung Europas ist dadurch gesunken. Laut Marktexperten wird es bis weit in das Jahr 2018 dauern, bis die ursprünglichen Bestände wieder aufgebaut sind.
 

Am europäischen Spotmarkt wird der Absatz von Käfigware zunehmend schwieriger, da die Kunden vermehrt auf alternative Haltungsformen setzen und insbesondere zu Eiern aus Bodenhaltung greifen. Die internationalen Notierungen für Ware aus Bodenhaltung befinden sich daher auf einem akzeptablen Niveau, während die Preise für Käfigware weiterhin rückläufig sind.
 

BRD: Siegel kennzeichnet Geflügelfleisch aus Tierwohl-Betrieben
 

In Deutschland gibt die Initiative Tierwohl erstmals ein Produktsiegel heraus, mit dem die teilnehmenden Handelsunternehmen Geflügelfleisch kennzeichnen können, das von Betrieben dieser Initiative stammt. Ab April 2018 können Verbraucher das Siegel zunächst auf unbearbeitetem frischem Fleisch erkennen, im Oktober folgt die Kennzeichnung von bearbeiteten Geflügelfleischprodukten (etwa marinierte oder panierte Ware).
 

Rund 1.900 Geflügelbetriebe mit 492 Mio. Masthühnern und Puten nehmen in der BRD aktuell an der Initiative Tierwohl (https://initiative-tierwohl.de/) teil. Sie setzen bestimmte Haltungskriterien um und werden dafür finanziell unterstützt. So müssen die Geflügelhalter im Rahmen der Initiative ihren Tieren beispielsweise mehr Platz sowie zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.