Naturgewalten machten Österreichs Landwirtschaft heuer besonders zu schaffen

60% der Bauern verzeichnen Ernteverluste durch Trockenheit.

Garsten, 19. Dezember 2017 (aiz.info). - Auch wenn sich die Preise in wichtigen Produktionssparten wie Milch und Schweinefleisch im Vergleich zum Vorjahr deutlich gebessert haben, war 2017 für viele österreichische Landwirte dennoch ein sehr schwieriges Jahr. Hauptgrund dafür waren diverse Wetterkapriolen, die bei einer witterungsabhängigen Branche wie der Landwirtschaft direkt aufs Betriebsergebnis durchschlagen. Besonders die Trockenheit war heuer für viele Bauern ein Problem - bundesweit mussten 60% von ihnen Trockenheitsschäden hinnehmen, ergab eine aktuelle Umfrage von KeyQUEST Marktforschung. Insgesamt führte die Trockenheit zu Ernteverluste im Ausmaß von 16%. Allerdings gab es deutliche regionale Unterschiede: Während im Westen des Bundesgebiets nur jeder fünfte Betrieb Einbußen verzeichnete, waren es in Oberösterreich 76%, in Niederösterreich und dem Burgenland sogar noch mehr.

Trockenheit - Spätfröste - Stürme

Während die Trockenheit auf den Äckern und Wiesen zu einer geringeren Ernte führte, kam es in der Forstwirtschaft durch starken Borkenkäferbefall zu - ungewollt - großen Mengen und damit zu einem Preisverfall am Holzmarkt. So waren nicht weniger als 55% der bäuerlichen Waldbesitzer mit Borkenkäferbefall konfrontiert. Die größten Schäden gab es dabei in Oberösterreich bei 68% der Waldbauern. "War es im Westen und Süden vor allem das Grünland, das durch die Dürre Schaden nahm, verzeichneten die Ackerbauern in Ostösterreich massive Einbußen bei fast allen Kulturen, allen voran Weizen, Gerste und Mais. Aber auch in Oberösterreich kämpfte man an allen Fronten mit Trockenheitsschäden", erläutert Studienleiter und KeyQUEST-Geschäftsführer Johannes Mayr die Bandbreite der Schäden.

Bereits im Frühjahr führten Spätfröste bei 31% der Landwirte - insbesondere in West- und Südösterreich (40% bzw. 35%) - zu Schäden. Im Osten (NÖ, Bgld.) waren 29% der Bauern betroffen. Lediglich Oberösterreich kam vergleichsweise glimpflich davon (19%).

Auf Platz vier im Schadensranking der heimischen Landwirtschaft rangieren Stürme, durch die bis Oktober des Jahres fast ein Viertel der Bauern Einbußen hatten