Regional zu hoher Rundholzanfall am heimischen Markt

Erlöse für Leitsortiment Fichte zwischen 84 und 95 Euro je Festmeter.

Wien, 16. April 2018 (aiz.info). - Die österreichische Konjunktur bleibt trotz des leicht abgeschwächten Wachstums auf hohem Niveau. Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind derzeit sehr unterschiedlich bevorratet. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist dementsprechend verschieden. Wo die Witterung eine Holzernte und Abfuhr zulässt, ist die Bevorratung sehr gut, die Übernahme erfolgt teilweise kontingentiert, wodurch aufgebaute Waldlager nur langsam abfließen können. Bedingt durch das hohe Angebot ist es teilweise zu Preissenkungen gekommen. Die Erlöse für das Leitsortiment Fichte B, 2b liegen nunmehr zwischen 84 und 95 Euro je Festmeter (FMO). Aufgrund des regional hohen Anfalls an Fichtensortimenten ist eine Vermarktung von Kiefernsägerundholz, vor allem durchschnittlicher Qualität, sehr schwierig. Die Nachfrage nach Lärchensägerundholz ist bei unveränderten Preisen nach wie vor sehr lebhaft. Dies geht aus dem jüngsten Holzmarktbericht der Landwirtschaftskammer Österreich hervor.
 

Unterschiedliche Bevorratung bei Industrieholz
 

Zum Abschluss der Laubholzsaison ist Rotbuchenrundholz zu unveränderten Preisen absetzbar. Die Nachfrage nach Eiche ist trotz Preiserhöhung weiterhin nur schwer zu bedienen. Die Situation der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie stellt sich ebenso differenziert dar. Während im Süden Österreichs die Bevorratung mit Nadelindustrieholz eher gering ist, sind die Werke im Norden, auch aufgrund des hohen Einschnitts der Sägeindustrie, sehr gut bevorratet. Die Aufnahmefähigkeit für österreichisches Holz ist dennoch gegeben. Die Vermarktungsmöglichkeit von Zusatzmengen ist von der Verwendung von Sägenebenprodukten im Produktionsprozess sowie vom Standort der Abnehmer abhängig. Rotbuchenfaserholz wird zu stabilen Preisen nachgefragt.
 

Der Energieholzmarkt ist weiterhin zweigeteilt. Im Norden des Landes ist vor allem in den Schadholzgebieten die Nachfrage verhalten und zusätzlich angebotene Mengen sind schwierig zu vermarkten. Im Süden hält die Nachfrage hingegen weiterhin an und es bestehen gute Absatzmöglichkeiten.
 

In den heimischen Tieflagen hat der Borkenkäferflug bereits begonnen. Die Forstexperten empfehlen den Waldbesitzern, ihre Bestände regelmäßig auf frischen Befall zu kontrollieren und betroffene Bäume zu entfernen.