Schnittholzmärkte dürften auch nächstes Jahr aufnahmefähig sein

Preise für Fichtensägerundholz teilweise leicht angehoben

Wien, 16. Oktober 2018 (aiz.info). - Das österreichische Wirtschaftswachstum zeigte sich bislang im internationalen Vergleich äußerst robust, es sollte laut Experten auch bis zum Jahresende anhalten. Für 2018 schätzt das WIFO ein Wirtschaftswachstum von 3%, für 2019 schwächt sich die Prognose auf 2% ab. Gründe dafür sind Währungskrisen in Schwellenländern, der Brexit sowie die unklare handelspolitische Ausrichtung der USA.
 

Die Sägeindustrie ist weiterhin sehr gut mit Nadelsägerundholz aus dem In- und Ausland bevorratet. Die Schnittholzmärkte werden auch noch für nächstes Jahr als hoch aufnahmefähig eingeschätzt. Die Waldlager in den Borkenkäfer-Schadgebieten bauen sich hingegen nur langsam ab, die Wartezeiten für die Abfuhr des bereitgestellten Holzes betragen oft mehrere Wochen. Dennoch werden bereits Nutzungsvorgriffe getätigt, um massivem Wertverlust durch Käferbefall im nächsten Jahr vorzubeugen. Die Preise sind auf niedrigem Niveau stabil. Außerhalb der Regionen mit leicht verfügbarem Schadholz erhöht sich mittlerweile die Nachfrage nach Fichtensägerundholz. Die Preise wurden teilweise leicht angehoben. Der Absatz von Kiefer bleibt aufgrund des Überangebots an Fichte schwierig. Lärche und starke Douglasien werden anhaltend zu attraktiven Preisen nachgefragt. Dies geht aus dem jüngsten Holzmarktbericht der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich hervor.
 

Fehlende Transportkapazitäten beeinflussen Abfuhr von Industrieholz
 

Die Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie ist ebenfalls sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Rege Nachfrage herrscht nach Fichtenschleifholz, woraus sich ein Potenzial für Durchforstungen ergibt. Der Absatz von Faserholz ist mit Ausnahme Oberösterreichs problemlos möglich. Rotbuchenfaserholz wird bei gleichbleibenden Preisen unverändert stark nachgefragt. Fehlende Transportkapazitäten beeinflussen jedoch die Abfuhr aller Industrieholzsortimente.
 

Qualitativ hochwertiges Brennholz gefragt
 

Der Energieholzmarkt ist weiterhin zweigeteilt. Während im Süden Österreichs gute Vermarktungsmöglichkeiten bestehen, ist im Norden aufgrund des Überangebots durch Käferholz der Absatz schwierig. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Brennholz ist sehr gut. Bis dato gibt es noch immer keine wirtschaftlich darstellbaren Nachfolgetarife für den Weiterbetrieb der voll funktionstüchtigen Holzkraftwerke. Sollten diese Großabnehmer vom Netz gehen, droht der Energieholzmarkt zu kollabieren, warnen die Experten.
 

Die Schwärmaktivitäten des Borkenkäfers sind mit Anfang Oktober weitgehend abgeschlossen. Damit kann die Aufarbeitungsgeschwindigkeit von Schadholz den Transportkapazitäten und der Aufnahmefähigkeit der Werke angepasst werden.