Tipps zum Grundstück

Der erste Schritt ist bekanntlich der Schwerste! Die Auswahl an Grundstücken ist groß und vielfältig. Worauf sollte man achten? Wir helfen Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung!

Die richtige Planung beginnt bei der Suche des passenden Grundstücks.

Die richtige Planung beginnt bei der Suche des passenden Grundstücks.

Wo soll ich bauen? Das ist die erste und gleichzeitig auch schwierigste Entscheidung, die Häuslbauer zu Beginn des Bauvorhabens klären müssen. Die Entscheidung ist ausschlaggebend für das weitere Leben im neuen Haus. Sie muss daher wohlüberlegt sein. Durch gezielte Beratung können wir Ihre Entscheidungsgrundlage aber deutlich verbessern.

 

Da  alles andere buchstäblich darauf aufbaut, sollten Sie sich wirklich viel Zeit für die Grundstückswahl nehmen. Klären Sie, ob die Größe, Form und Lage Ihren Vorstellungen entsprechen und ob genug Platz für spätere An- und Zubauten vorhanden ist. Die wichtigsten Kaufkriterien, haben wir für Sie auf einen Blick zusammengefasst:
 

CHECKLISTE GRUNDSTÜCKKAUF
 

  • Bebaubarkeit und Nutzbarkeit
  • Himmelsrichtung
  • Neigung
  • Grund- und Hangwasser
  • Topografie und Lage
  • Vorhandene Infrastruktur

 

Bebaubarkeit und Nutzbarkeit

Schon vor dem Grundstückserwerb sollte man Flächenwidmungs- und Bebauungspläne einsehen. Denn im Bebauungsplan wird festgelegt, in welcher Weise die von den Flächenwidmungsplänen ausgewiesenen Grundstücke genutzt werden dürfen - etwa als Wohnbaufläche, gemischte Baufläche, gewerbliche Baufläche etc. Ein Bebauungsplan kann aber auch vorschreiben, dass nur bestimmte Haustypen gebaut werden dürfen oder das Haus eine bestimmte Ausrichtung haben muss. Liegt kein Bebauungsplan vor, sollte im notariellen Kaufvertrag ein Rücktrittsrecht vereinbart werden, sofern sich die mit der Baubehörde abgesprochene Planung nicht vollziehen lässt. Erfragen Sie auch unbedingt die Bebauungsmöglichkeiten für Grünflächen oder Grünstreifen auf Ihrem Bauland. Es könnte nämlich ein Teil der Bauparzelle nicht oder nur bedingt bebaubar sein.
 

Unsere Empfehlung

Bevor Sie sich für ein Grundstück entscheiden, lassen Sie unbedingt ein Bodengutachten erstellen und besuchen Sie den Grund wenn möglich zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten.

 

Himmelsrichtung

Eine Hausausrichtung nach Südwesten bringt die größten solaren Energiegewinne – was auch in unseren Breitengraden die Heizlast ordentlich verringern kann. Dabei helfen südseitig große Fensterflächen, die man allerdings im Sommer durch Sonnenschutz (Rollläden, Jalousien etc.) entsprechend gegen die Raumüberhitzung schützen muss – auch ein Laubbaum vor dem Haus kann Hitze abhalten.
 

Lesen Sie mehr zur solaren Energiegewinnung im Artikel "Solar- und Photovoltaikanlagen: Die optimale Ausrichtung"

Neigung

Bei der Grundstückswahl haben ebene Flächen ganz klar die Nase vorn. Schräge Grundstücke (Hanglagen) mögen von der landschaftlichen Situation her zwar manchmal reizvoller sein, sie bringen jedoch auch weit mehr Probleme in Sachen Bebauung. Dadurch können für Bauherren deutliche Mehrkosten entstehen: Man denke an zusätzliche Treppenanlagen, Rampen und Stützmauern.

Grundwasser und Hangwasser

Während schottrige Böden das Abrinnen von Wasser begünstigen, benötigt man bei Lehmböden oder geneigten Baugründen in den meisten Fällen gute Drainagierungen und Regenwasserrinnen sowie Versicherungssysteme zur Wasserableitung. Vor dem Kauf kann es ratsam sein, sich mit der zuständigen Bau- bzw. Wasserrechtsbehörde oder auch Nachbarn kurzzuschließen. Diese können wichtige Informationen zu Grund- und Hangwasser liefern. Ebenfalls wichtig: Rückstauklappen einplanen! Diese sind bei Starkregen mit Überschwemmungen mehr als nützlich.
 

RÜCKSTAUKLAPPEN: Rückstauklappen verhindern das Eindringen von Wasser in Räume, die unterhalb der Rückstauebene liegen und mit Abläufen bzw. Abwasseranschlüssen ausgestattet sind. Das trifft in erster Linie auf Keller mit Waschmaschinenanschluss, Waschbecken oder Bodenabläufen zu.


Wenn es nach einem starken Regen zu einem Rückstau im Kanal kommt, dann schließt die Rückstauklappe selbsttätig und verhindert so, dass das Schmutzwasser aus dem Bodenablauf oder dem Ausguss des Waschbeckens austritt und den Keller überflutet. Darüber hinaus erzielt die Rückstauklappe noch einen anderen Nebeneffekt. Sie hält Ratten und andere ungebetene Nager fern.


 

Topografie und Lage

Wichtig ist natürlich auch die Lage des Grundstücks. Machen Sie einen Rundgang rund um das Grundstück und überprüfen Sie, ob sich kleinere Bäche oder Flüsse in der Nähe befinden, die bei Hochwasser das Haus gefährden könnten? Oder liegt das Grundstück vielleicht gar in einer roten Zone? Also in einem Gebiet, das durch Wildbäche, Muren oder Lawinen derart gefährdet ist, sodass die Benützung mit unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden ist. Sehr kostenintensiv können auch die Förderungsarbeiten und Kellerbauten bei felsigem oder lehmigem Untergrund werden oder einen Kellerbau gleich ganz verhindern. Von der Topografie des Grundes hängt mitunter auch die Lösung der Abwasserentsorgung ab. Eventuell muss eine eigene Hausanlage errichtet werden.

Infrastruktur

Je weiter Baugrundstücke von Ballungszentren entfernt liegen, desto niedriger ist in der Regel der Kaufpreis. Das ist nicht verwunderlich, denn die Infrastruktur ist in diesen Gegenden meist nicht so gut ausgebaut. Die Anfahrt zu Arbeitsplatz, Schule, Supermarkt und den nächstgelegenen öffentlichen Verkehrsmitteln sind dadurch erschwert. Bedenken Sie zudem, dass Zuleitungen für Strom, Wasser, Gas, Telefon und Internet ebenfalls unverhältnismäßig teuer sein können. Wägen Sie also zwischen Kaufpreis und der persönlichen Wichtigkeit der Anbindung ab – eine Prioritätenliste kann helfen.

Haben Sie eine Frage? Unsere Fachberater fürs Bauen unterstützen Sie gerne! Alles für den Hausbau finden Sie in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe.

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Auf unserer Seite www.zukunft-bauen.at finden Sie nicht nur eine Schritt für Schritt Anleitung für den Hausbau, sowie einen passenden Ansprechpartner, sondern auch eine Checkliste für das richtige Grundstück.