Die wichtigsten Dachformen auf einen Blick

Ein Dach hält Regen draußen und Wärme drinnen. Es kann aber noch viel mehr. Die wichtigsten Dachformen und ihre Eigenschaften finden Sie hier!

Dächer können die unterschiedlichsten Formen haben.

Dächer können die unterschiedlichsten Formen haben.

Unter dem Dach eines Gebäudes versteht man den abschließenden Gebäudeteil, bestehend aus einem Dachtragwerk und einer Dacheindeckung. Das Dach schützt vor äußeren Witterungseinflüssen und schirmt die Bewohner von der Außenwelt ab. Die Zukunft des Bauens ist auch in diesen beiden Bereichen längst angekommen. Ihr LAGERHAUS informiert Sie schon heute über die Dächer von morgen und hilft Ihnen beim Finden der Lösung, die für Sie optimal ist.
 

In der Architektur wird das Dach oft auch als fünfte Fassade bezeichnet. Form und Neigung werden dabei stark von den lokalen Gegebenheiten und Traditionen beeinflusst. Speziell in unseren Breiten müssen Dächer zudem sehr viel leisten: Schnee- und Eislasten bis zu 1200 kg/m², extreme Wind- und Regenlasten, Frost bis -30°C und Hitze bis +70 °C. 

 

Je nach gewählter Neigung der Dachfläche unterscheidet man:
 

  • Flachdach: bis max. 5° Neigung
  • Flach geneigtes Dach: 5° bis 15° Neigung
  • Steildach: ab 22° Neigung
     

Steildächer haben die längste Tradition in unseren Breitengraden, denn sie sind stärker belastbar als Flachdächer. Diese Belastbarkeit ist vor allem im Winter dringend nötig. Die Dachdeckung besteht meist aus überlappenden Ziegeln oder Schindeln – so kann Schnee besser abrutschen und Regenwasser optimal abfließen. Des Weiteren sind Steildächer robuster und weniger reparaturanfällig, jedoch auch kostspieliger als flachere Dächer. Das Geld ist jedoch gut investiert, denn Steildächer sind dauerhafter und pflegeleichter. Man unterschied hier zwei unterschiedliche Ausführungen:
 

  • Kaltdach
  • Warmdach

Die Konstruktion des Daches

Eine Kaltdach-Konstruktion besteht aus einer oberen und unteren Schale mit einer dazwischen liegenden Belüftungsschicht. Die obere Schale ist verantwortlich für die Abdichtung gegen Wasser und Feuchtigkeit, die untere sorgt für die Wärmedämmung. Die Belüftungsschicht wiederum sorgt dafür, dass sich die oberste Dachschicht an heißen Tagen nicht so sehr aufheizt. Prinzipiell ermöglicht ein richtig aufgebautes Kaltdach eine gute Abfuhr von Feuchtigkeit aus dem Inneren des Gebäudes. Ein Nachteil: Kommt es zu einem Brand, funktioniert die Belüftungsschicht im schlimmsten Fall wie ein Kamin - sie führt dem Feuer Luft zu und facht es weiter an.
 

Wie das Kaltdach ist auch das Warmdach eine Konstruktions­weise, die sowohl bei Flach- als auch bei Steildächern zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zum Kaltdach ist ein Warmdach jedoch ein nicht belüftetes und einschaliges System. Die Dachhaut liegt dabei direkt auf der Wärmedämmung. Damit eventuell aufsteigende Feuchtigkeit die Dämmung nicht durchnässt, ist das Verlegen einer Dampfsperre sehr empfehlenswert. So kann die Dachkonstruktion nicht feucht werden und die Dämmwirkung wird gesteigert. Ein Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch die etwas schlechtere Möglichkeit der Regelung des Raumklimas.

Hinweis:  Liegt die Wärmedämmung über der Dachhaut so spricht man von einem Umkehrdach.

Der verschiedenen Ausführungen des Steildachs

  • Sattel- bzw. Giebeldächer: Diese bei uns am häufigsten vorkommende Dachform zeichnet sich durch zwei gegeneinander geneigte Dachflächen plus First aus. Diese Dachvariante ist preiswert und bietet in der Regel genügend Spielraum für den Ausbau des Dachgeschoßes.
     
  • Sparrendach: Besteht aus einer Aufeinanderfolge von Sparren, welche die Lasten aufnehmen und zur Traufe hin ableiten. Dieses Dach kommt insbesondere bei kleinen Gebäudetiefen von sieben bis acht Metern zum Einsatz. Am First sind die Sparren kraftschlüssig verbunden und bilden mit der darunter liegenden Decke ein Dreieck.
     
  • Kehlbalkendächer: Ist eine Weiterentwicklung des Sparrendachs. Dabei handelt es sich um mit Kehlbalken verbundene Sparren. Hiermit lassen sich auch größere Spannweiten erreichen.
     
  • Rhombendach: Durch die vier rautenförmigen Dachflächen ergeben sich beim Rhombendach vier Giebel.
     
  • Pfettendach: Dieses Dach stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Hier liegen die Sparren auf waagerechten Längsträgern, die man Pfetten nennt. Bei dieser Dachform sind größere Sparrenlängen möglich und damit größere Dachtragwerke als beim Sparrendach.
     
  • Pultdach: Ist eine Dachform aus nur einer geneigten Dachfläche. Die untere Kante bildet die Dachtraufe, die obere den Dachfirst. Die Dachfläche liegt meist zur Wetterseite hin, um Wind, Regen und Schnee abzuschirmen. Pultdächer sind relativ flach geneigt (ca. 5 bis 7 Grad), kostengünstig und für Solar- oder Photovoltaikanlagen steht viel Platz zur Verfügung.
     
  • Mansarddach: Die Dachflächen sind hier im unteren Bereich abgeknickt, so dass die untere Dachfläche über eine steilere Neigung verfügt als die obere.
     
  • Walmdach: Diese Dachform besitzt nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen. Die Dachfläche oberhalb der Giebelseite wird als Walm bezeichnet. Diese Dachform gibt dem Haus ein repräsentatives Aussehen. Giebelwände entfallen und das Haus ist somit besser geschützt. Auch das Krüppelwalmdach hat eine lange Tradition. Bei dieser Dachform sind zwei von vier Dachflächen „verkleinert“ – daher der Name.
     
  • Zeltdach: Besteht meistens aus vier Dreiecken, die sich am "Firstpunkt" treffen. Oft sieht man diese Dachform auf Türmen. Diese Dachform wird auch Pyramidendach genannt.

Die Dacheindeckung

Ob Dachsteine aus Beton oder Dachziegel aus Ton oder gar Blech, die Palette an Materialien für die Dachdeckung ist vielfältig und sollte sich immer an der Dachform und –neigung orientieren. Natürlich spielt aber auch die Qualität der Eindeckung eine wichtige Rolle. So sollten die Dachbeläge bruchfest, abriebfest, unbrennbar sowie UV-stabil sein. Die Investition in ein qualitativ hochwertiges Produkt ist ratsam. Einen kurzen Überblick über die wichtigsten Vor-und Nachteile gängiger Dacheindeckungen finden Sie nachfolgend:

Dachmaterial Vor- und Nachteile

 Dachsteine aus Beton

+ kleine Formate möglich
+ relativ preiswert
+ hohe Bruchfestigkeit bei sämtlichen Witterungen, dadurch eine lange Lebensdauer
+ feuerbeständig
+ hoher Schallschutz
- Farbauswahl begrenzt
 

Aluminium

+ für flache Dachneigungen ab 7 Grad geeignet
+ geringes Gewicht
- korrosionsanfällig
 

Kupfer

+ dehn- und verformbar
- Vordeckung über dem Dämmstoff und eine Hinterlüftung unter der Schalung sind nötig
- korrosionsanfällig
- Verfärbungen sind möglich
 

Faserzement

+ leicht verlegbar
+ geeignet für Nutzbauten
+ langlebig
+ geringes Gewicht
+ hohe Festigkeit des Materials
+ sehr dünne Platten möglich
- erst ab 25° Neigung einsetzbar
 

Tondachziegel

+ sehr hohe Lebensdauer
+ hoher Schutz bei extremen Witterungsbedingungen
+ große Farben- und Formvielfalt
+ keine chemischen Zusätze
- teurer als Betonziegel
- Montage heikel
 

Bitumenschindeln

+ einfach zu verlegen
+ in verschiedenen Farben und Formen erhältlich
+ geeignet für Nutzbauten
- geringere Lebensdauer (etwa 25 bis 35 Jahre)
- brauchen eine glatte, feste Unterlage zum Verlegen
 

Dachpappe

+ schnelles Verlegen möglich
+ preisgünstig
+ für Flachdächer geeignet
- kann bei zu viel Hitze Wellen bilden
- begrenzte Lebensdauer

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