Risiko Hochwasser

In Österreich fällt umgerechnet ca. 93 km³ Regen pro Jahr. Überschwemmungen sind da keine Seltenheit. Schätzungsweise 7.160 Menschen sind in Österreich von diesen Hochwassern bedroht.

Immer wieder kommt es in Risikogebieten zu Hochwasser.

Immer wieder kommt es in Risikogebieten zu Hochwasser.

Es regnet unaufhörlich. Langsam steigt der Grundwasserspiegel. Flüsse treten über ihre Ufer und der vollgesogene Boden nimmt kein Regenwasser mehr auf. Die Wassermaßen dringen auf das Grundstück, in Häuser und Wohngebiete. Wenn die Regenfälle nachlassen und der Grundspiegel sinkt, hinterlässt das zurückweichende Hochwasser Schäden in Millionenhöhe und verzweifelte Hausbesitzer. Neben Überflutungen durch anhaltenden Starkregen können auch ein steigender Grundwasserspiegel, Hangwasser, Schlagregen oder ein Kanalrückstau Probleme verursachen. Es gibt zwei Möglichkeiten, sein Eigenheim vor Hochwasser und dessen Auswirkungen zu schützen. Einerseits sollten bereits bei der Planung des Hauses bestimmte Maßnahmen fixiert werden, andererseits können Sie auch im unzureichend geschützten Bestand noch aufrüsten. Auf folgende Dinge sollten Sie beim Kauf eines Grundstücks oder dem Bau eines Hauses achten:
 

  • Liegt mein Grundstück in einem Risikogebiet?
  • Welche Schäden können Überschwemmungen am Bau anrichten?
  • Welche Schutzmaßnahmen gibt es?
  •  Gibt es Baustoffe, die mein Haus vor Wasserschäden schützt?

Raus aus der Gefahrenzone

Wenn Sie wissen wollen, ob das Grundstück, für das Sie sich interessieren, in einem Hochwassergebiet liegt, müssen Sie sogenannte Gefahrenzonenpläne einsehen. Sie dokumentieren Flächen, die bereits von Überschwemmungen, Vermurungen, Steinschlag oder anderen schädlichen Umwelteinflüssen betroffen waren. Diese Pläne liegen in den dafür zuständigen Gemeinden auf. Außerdem müssen Gefahrenzonen am Flächenwidmungsplan ausgewiesen werden.  Dargestellt werden diese Flächen in zwei Zonen: eine rote und eine gelbe Zone. Ein Wohnen in einer roten Zone ist überhaupt nicht oder mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich. In gelben Zonen ist das Siedeln nur mit entsprechender Bauweise, wie zum Beispiel mit wasserdichten Kellerfenstern,  möglich, da ansonsten mit Beschädigungen am Bauobjekt gerechnet werden muss.
 

TIPP:
 

Neben den Gefahrenzonen- und widmungsplänen haben Sie die Möglichkeit die interaktive Seite der HORA(Natural Hazard Overview & Risk Assessement Austria) zu besuchen, um zu prüfen ob Ihr Grundstück sich in einem Risikogebiet befindet:

http://www.hora.gv.at/  

Nicht nur Inventar betroffen

Bei Hochwasser ist nicht nur die Innenausstattung betroffen. Das steigende Wasser drückt auf die Außenwände. Die Nässe weicht die Bausubstanz auf und kann das Fundament unterspülen. Im äußersten Fall können Wände oder das ganze Gebäude einstürzen. Für Kellerbesitzer, die ihr Heizöl im Keller lagern, kommt noch ein Risikofaktor hinzu. Wasser kann über die Kellerfenster und Türen ins Innere eindringen, den Tank beschädigen und Öl austreten. Außerdem können Brunnen durch übergehendes Kanalwasser verunreinigen.

Bauliche Schutzmaßnahmen

Damit Sie nicht irgendwann bei starkem Regenfall eine böse Überraschung erleben, sollten Sie Vorkehrungen treffen. Allgemein gilt: Bei der Planung sollten die entsprechenden Normen und Vorschriften zum baulichen Hochwasserschutz berücksichtigt werden. So ersparen Sie sich spätere teure Aufrüstungs- oder Umbauarbeiten.
 

      •  
  • Nicht in Gefahrenzonen bauen: Neue Gebäude wenn möglich nur außerhalb der Gefahrenzone errichten. Achten Sie bereits beim Grundstückkauf auf mögliche Risikofaktoren, wie stehende oder fließende Gewässer, und beantragen Sie einen Gefahrenzonenplan bei der Gemeinde, um sich abzusichern.
     
  • Verzichten Sie in Risikogebieten auf einen Keller: Setzen Sie lieber auf eine erhöhte Bodenplatte. Dadurch kann Oberflächenwasser nicht so leicht in das Gebäude fließen. Außerdem bietet der massive Betonsockel mehr Schutz vor den Auftriebskräften des Grundwassers.  
     
  • Lagern Sie Wertvolles nicht im Erdgeschoss: Abgesehen von wertvolle Einrichtungsgegenstände, sollten Sie auch Stromverteiler sowie Heizungsanlagen nur in den oberen Stockwerken unter. Tipp: Schalten Sie bei Hochwasser den betroffenen Stromkreis oder den Strom komplett ab.
     
  • Alles dicht machen: Schützen Sie ihr Haus vor Grundwasser indem Sie das Gebäude abdichten. Das kann durch eine schwarze Wanne, einer weißen Wanne oder nachträglich durch eine Innendichtung passieren. Von einer weißen Wanne spricht man, wenn man das Fundament, sowie die Wände aus wasserdichtem Stahlbeton errichtet werden. Arbeits- und Dehnfugen werden zusätzlich abgedichtet. Die schwarze Wanne besteht hingegen aus einer Schicht die an der Außenwand angebracht wird und den Keller wie einen Mantel umhüllt. Das kann mit einer Bitumendickbeschichtung, Bitumen- oder Kunststoffbahnen durchgeführt werden.
     
  • Lassen Sie nichts überlaufen: Nicht nur das Regenwasser kann Ihrem Bau gefährlich werden, auch die Kanalisation wird bei zu viel Regen zum Problem. Ohne Rückstauklappen bzw. Abwasserhebeanlage können die Abwässer ungehindert durch Ihr Rohrsystem in das Gebäude eindringen. Toiletten, Bäder, Küchen etc. werden geflutet. Abgesehen von den Verunreinigungen durch Fäkalien, kann es verstärkt zur Schimmelbildung kommen. Rückstauklappen verschließen sich automatisch bei zu viel Druck.
     
  • Der Schutz fängt schon im Garten an: Wenn Sie ein ausreichend großes Grundstück haben, können Sie einen Erdwall aufschütten. Das schützt vor übertretenden Bächen, Flüssen und Hangwasser. Beim Aufschütten, darf der Winkel von 45 Grad nicht überschritten werden, sonst droht die Erde abzurutschen. Eine Begrünung des Walls gibt zusätzliche Festigkeit. Alternativ können Sie eine Mauer errichten, die tief ins Erdreich eingelassen wird und aus wasserdichtem Material besteht. 
     
  • Sicherer Eingangs- und Garagenbereich. Irgendwann kann der Boden die Wassermaßen während eines starken Regens nicht mehr aufnehmen. Gerade bei Häusern in Hanglage kann es zu Schäden durch  Hangwasser kommen. Damit das oberflächlich abfließende Wasser nicht in das Haus eindringen kann, sollten Sie den Eingangs- und Garagenbereich erhöht ausführen lassen. Wasserdichte Garagentore und Eingangstüren bieten zusätzlich Schutz.
     
  • Dichten Sie Kellerfenster gut ab: Viel mehr die Frischluftzufuhr, als das Tageslicht, macht die Kellerfenster für Kellerräume unerlässlich. Wasserdichte Kellerfenster sind daher ein Muss. Dabei unterscheidet man zwischen festverglasten und Kipp- bzw. Schwingflügel Fenstern. Im Gegensatz zu einem hochwasserbeständigen Fenster, halten wasserdichte Fenster das Wasser 24 Stunden fern. Bei hochwasserbeständigen Fenstern kann innerhalb von 24 Stunden eine geringe, ausgewiesene Menge eindringen. Wer in einem Hochwassergebiet gebaut hat, lässt festverglaste Fenster einbauen. Die ermöglichen zwar kein Lüften, halten aber auch bei lang andauerndem Hochwasser dicht.
     
  • Sorgen Sie für hochwassersichere Installationen: Zum Beispiel sollten Stromkreisläufe getrennt abschaltbar bzw. gesichert sein.
     
  • Mobiler Schutz: Wenn Sie früh genug gewarnt sind, können Sie auch auf mobile Dammsysteme zurückgreifen. Mit Dammbalken, Schlauchwehren und Sandsäcken können kurzfristig bauliche Vorkehrungen getroffen werden.
     

TIPP:
 

Mit innovativen Hochwassersteinen lässt sich rasch und einfach ein mobiler Hochwasserschutz errichten. Der Aufbau ist dank Stecksystem unkompliziert und lässt einen Kurvenbau nach links und rechts zu. Unsere LAGERHAUS Mitarbeiter stehen Ihnen gerne für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung.

Wasserbeständige Baustoffe

Eine weitere Möglichkeit den Schaden zu verringern, ist das Verbauen von wasserbeständigen Baustoffen:

Kategorie

Baustoffe und -elemente

Baustoffe auf Kalkbasis

Kalksandstein, Mörtel & Putz, Beton, Mauersteine, Estrich, Mantelbeton, Leichtbeton

Gebrannte Baustoffe

Vollziegel, Klinker, Steinzeugwaren

Baustoffe aus Holz

Balken

Baustoffe aus Bitumen

Dichtungsbahnen, Anstriche

Baustoffe aus Metall

Stahlträger, Kupfer-/Zinkbleche, NiRo-Bleche

Baustoffe aus Kunststoff

Plastomere, Duromere, Elastomere

 

Was tun, wenn das Wasser steigt?

Wenn die Springflut kommt, bleibt keine Zeit für lange Entscheidungen. Da muss jeder Handgriff sitzen. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, sollten Sie Vorkehrungen treffen:
 

  • Nehmen Sie Unwetterwarnungen ernst und verfolgen Sie die aktuelle Wettervorhersage für Ihre Umgebung. Zuverlässige Vorhersagen liefert die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): www.zamg.ac.at oder https://warnungen.zamg.at/
     
  • Für die Hochwasserwarnungen sind die einzelnen Bundesländer und Gemeinden verantwortlich. Beachten Sie die Anweisungen der zuständigen Behörde. Tipp:  Meistens kann die Hochwasserlage auf den Landesseiten online abgerufen werden. 
     
  • Lokale Fernseh- und Radiosender senden regelmäßig Informationen über die aktuelle Wetterlage. Bleiben Sie aufmerksam!
     
  • Achten Sie auf Sirenensignale. Österreich verfügt über ein flächendeckendes Warnsystem. Erklingt 3 Minuten lang ein gleichbleibender  Dauerton droht eine Gefahr. Schalten Sie Radio und Fernseher ein und beachten Sie die Verhaltensmaßnahmen.
     
  • Vergessen Sie nicht Fahrzeuge aus der Gefahrenzone zu bringen, achten Sie dabei aber unbedingt auf ihre eigene Sicherheit!
     
  • Packen Sie für ein paar Tage das Notwendigste ein. Im schlimmsten Fall müssen Sie ihr Heim schnell verlassen und können erst zurückkehren, wenn das Wasser zurückgegangen ist.
     
  • Dichten Sie Kellerräume ab oder bereiten Sie je nach Gebäudebeschaffenheit eine Flutung vor.
     
  • Drehen Sie Haupthähne für Gas und Wasser ab. Schalten Sie den Strom aus. Stellen Sie auch bei der Rückkehr in das Haus sicher, dass das Wasser nicht in Kontakt mit einem aktiven Stromsystem gekommen ist.
     
  • Seien Sie nicht leichtsinnig und behindern Sie keine Einsatzkräfte. Die Kraft des Wassers darf nicht unterschätzt werden. Selbst kleine Rinnsale können sich ohne Vorwarnung in reißende Ströme verwandeln. Bringen Sie sich und ihre Familie in Sicherheit und helfen Sie, wenn gefahrlos möglich, auch Ihren Nachbarn.

 

TIPP:


Pegelstände können Sie nicht nur auf der jeweiligen Länderseite abrufen, auch auf der Plattform „Pegel Aktuell“, lassen sich die Werte ablesen. Hier geht’s zur Seite: https://ehyd.gv.at/?g_card=pegelaktuell

Hochwasser überstanden, was nun?

So schnell das Hochwasser gekommen ist, so schnell zieht es sich auch wieder zurück. Dabei hinterlässt es Schlamm und Unrat. Beginnen Sie rasch mit den Aufräumarbeiten. Manchmal schwämmt das Hochwasser, neben anderen leicht verrottenden Dingen, auch Tierkadaver in ihr Haus. Handeln Sie schnell und entfernen Sie Kadaver rasch, um die Seuchengefahr zu reduzieren. Die Feuchtigkeit in Böden und Wänden bietet einen guten Nährboden für Schimmel. Pumpen Sie daher stehengebliebenes Wasser aus und sorgen Sie für eine rasche Trocknung der Räume. Man kann geeignete Gerätschaften mieten oder lässt die Arbeiten durch eine Firma durchführen. Brunnenbesitzer sollten die Wasserqualität prüfen lassen.
 

Achtung! Stellen Sie vor Betreten des Hauses sicher, dass die tragenden Elemente keinen Schaden genommen haben und keine Einsturzgefahr herrscht.

 

Fragen Sie Ihren Fachberater

JOSEF WITTWER
Spartenleiter
Standort Zentrale Lauterach
Geschäftsbereich Baustoffe
BayWa Vorarlberg Handels GmbH
NINA RHOMBERG
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HELMUT KÄSERMANN
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