Verdauung beim Wildwiederkäuer

wissenswertes

Das Rehwild und Rotwild in den heimischen Wäldern zählt zu den Wiederkäuern. Die ausreichende Aufnahme von strukturwirksamer Rohfaser ist für die Tiere daher lebensnotwendig.

In der äsungsarmen Zeit ist die Vorlage von entsprechender Ergänzung unerlässlich.

In der äsungsarmen Zeit ist die Vorlage von entsprechender Ergänzung unerlässlich.

Eine angepasste Rehwildfütterung und Rotwildfütterung richtet sich nach den Ansprüchen des Wilds. Unser Rehwild und Rotwild zählt wie Rinder, Schafe und Ziegen zu den Wiederkäuern.

Ruhe und Rohfaser für Wildwiederkäuer

Die aufgenommene Nahrung wird im Äser (waidmannssprachlicher Fachbegriff für das Maul) grob zerkleinert und abgeschluckt. Die Zeit des Äsens ist bei Rehwild und Rotwild unterschiedlich. Eine Äsungsperiode erstreckt sich etwa beim Rotwild für gewöhnlich über etwa 1,5 (0,5–2,5) Stunden. Insgesamt nehmen die Tiere bis zu 10 Stunden pro Tag Nahrung auf. Hinzu kommen noch 5-6 Stunden für das Wiederkäuen.

 

Nur unter 2 Bedingungen ist es für unser Wild möglich, dieses lebensnotwendige Wiederkäuen durchzuführen. In erster Linie braucht es zum Wiederkäuen Ruhe. Darüber hinaus muss die zuvor aufgenommene Äsung einen Mindestgehalt an strukturwirksamer Rohfaser (14-16 %) enthalten.

 

Es ist besonders wichtig, dass dem Wild in der Fütterungssaison neben den vorgelegten Ergänzungsfuttermitteln auch bestes Heu oder Grummet mitangeboten wird, um das lebensnotwendige Wiederkäuen zu fördern und somit gesunde, kapitale Tiere im Revier vorzufinden.

Pansenübersäuerung

Die häufigste und auch gefährlichste fütterungsbedingte Erkrankung von Wildwiederkäuern ist die Pansenübersäuerung (Pansenacidose). Sie entsteht durch Fütterung von zu kurzen, stärkereichen, nicht strukturierten Futtermitteln wie zum Beispiel Getreide, Getreideschrot, Maisbruch, Getreideausputz und Bäckereiabfällen.

Eine erhöhte Aufnahme dieser Futtermittel führt zu einem Rohfasermangel und somit zu einem starken Absinken des Pansen pH-Wertes. Dadurch werden die Pansenmikroben und das gesamte Pansenmilieu schwer geschädigt. Aufgrund von Pansenacidose verendete Rehe findet man häufig in Fütterungsnähe, ein stark verschmutzter Spiegel gibt einen Hinweis in diese Richtung.

 

Zur Stabilisierung des Säuregrades im Pansen ist eine ausreichende Speichelproduktion essentiell. Nur bestes Grundfutter sichert eine stabile Aufnahme und somit ausreichendes Wiederkäuen. Daher ist die Vorlage von Grundfutter (Heu, Grummet oder Silage) ausgezeichneter Qualität sehr wichtig.

 

Am einfachsten lässt sich selbst produziertes oder zugekauftes Grundfutter über eine sensorische Bewertung der Futterqualität in verschiedene Qualitätsstufen einteilen. So kann beurteilt werden, ob das Grundfutter für Wildwiederkäuer geeignet ist oder nicht. Auch eine Untersuchung in einem Labor gibt Aufschluss über Qualität, Rohfasergehalt und Rohaschegehalt.

 

Das Reh ist ein ausgeprägt geruchsorientiertes Tier und riecht z.B. einen Menschen aus einer Entfernung von 300 bis 400 m. Daher muss die Grundfutterqualität außerordentlich hohen Ansprüchen gerecht werden (Trocknung, Vorlage, Werbung), um von Rehen angenommen zu werden.

 

 

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