Landwirtschaft

Maiskornsilage nicht zu fein schroten

expertentipp

Eine zu feine Vermahlung des Futters erhöht das Risiko von Magengeschwüren und kann unter Umständen bei den Schweinen Kannibalismus auslösen.

Die Silage sollte nicht zu fein vermahlen sein.

Die Silage sollte nicht zu fein vermahlen sein.

Maiskornsilage ist auf vielen Betrieben die Hauptfutterkomponente in der Schweinefütterung. Eine fachgerechte Vermahlung ist sowohl für die optimale Nähstoffverwertung als auch für die Gesundheit der Schweine unerlässlich.

 

Die Mahlfeinheit bei Maiskornsilage (MKS) und Ganzkornsilage (GKS) wurde bisher kaum beachtet. Untersuchungen von Garant zeigen, dass besonders MKS häufig zu fein vermahlen wird. Bei Analysen mittels Nasssiebung wurden in Einzelfällen bei MKS bis zu 80 % der Partikel in der Siebfraktion <0,2 mm gefunden. In der Gesamtration sollte der Anteil der Partikel <0,2 mm aber max. 35 % betragen, der Anteil der Partikel >1 mm sollte über 20 % ausmachen. Ein Hauptproblem bei MKS ist die Nachzerkleinerung bei der Silageentnahme.

Praxistest zur Partikelverteilung

In der Abbildung sind die Siebanalysen von Maiskornsilage nach dem Einmusen und nach der Silageentnahme von 4 Betrieben dargestellt.

Nach dem Einmusen lag der Anteil sehr feiner Partikel (Partikel <0,2 mm) zwischen 31 und 43 % und der Anteil der Partikel >1 mm lag zwischen 33 und 50 %. Durch die Silageentnahme wurde der Anteil der sehr feinen Partikel auf 50 - 61 % erhöht und der Anteil der groben Partikel entsprechend reduziert.

Bei Betrieb C ist der Effekt der Nachzerkleinerung besonders ausgeprägt. Betrieb C setzt beim Einmusen keine Siebe in der Mühle ein, was die sehr grobe Struktur der Maiskornsilage erklärt (28 % der Partikel sind >3,15). Durch die starke Nachzerkleinerung wurde der Feinstanteil nahezu verdoppelt, der Grobanteil (Partikel >3,15 mm) fast halbiert.

Tabelle

Tabelle

Wassergehalt bei Maiskornsilage (MKS) oder Ganzkornsilage (GKS) prüfen

  • Je nach Jahr, Standort und Maissorte kann der Feuchtigkeitswert stark schwanken. Bei geringen Feuchtigkeitswerten steigt der Energiegehalt der Silage. In diesem Fall ist es unbedingt nötig, die Rezeptur dem tatsächlichen Trockensubstanzgehalt anzupassen.
  • Bei Nichtbeachtung der Feuchtigkeitsdifferenz wird bei einer trockeneren Silage automatisch mehr an Energie gefüttert. In der Tabelle finden Sie die verschiedenen Energiegehaltswerte, abgeleitet von der Feuchtigkeit der Maiskornsilage oder Ganzkornsilage.
  • Um eine Verfettung der Mastschweine vorzubeugen, muss die Eiweißergänzung dem Energiegehalt entsprechend angepasst werden. Zur Absicherung der Magerfleischanteile und der täglichen Zunahmen wird empfohlen, die Mais- oder Ganzkornsilage auf den Feuchtigkeitsgehalt zu untersuchen. Anschließend wird die Futterrezeptur dem Ergebnis angepasst und im Fütterungscomputer erfasst.
  • Wichtig: Es müssen auch die Komponentendaten der Mais- oder Ganzkornsilage hinsichtlich Trockensubstanz und Energiegehalt im Fütterungscomputer angepasst werden. Schließlich arbeiten die meisten Fütterungsrechner mit dem Energiewert zur Ermittlung der Futtermengen.
     
Feuchte der Silage 40% 38% 35% 33% 30% 28%
Energie in MJ 9,4 9,7 10,2 10,5 11 11,3

 

Fazit: Bei Problemen Mahlfeinheit kontrollieren

Maiskornsilage wird häufig zu fein vermahlen. Besonders bei Unruhe und Magengeschwüren sollte der Vermahlungsgrad der Feuchtmaissilagen kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden. Durch den Einsatz gröberer Siebe, Änderungen bei Drehzahl und Hämmer kann der Vermahlungsgrad verändert werden.

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Informationen zum Futterkonzept erhalten Sie in Ihrem Lagerhaus oder bei Garant.

Autor: DI Eduard Schneeberger, Garant