Landwirtschaft

Rehwildfütterung im Jahresverlauf

wissenswertes

Der Nähr- und Mineralstoffbedarf in der Äsungsergänzung orientiert sich an der Stoffwechselaktivität im Jahresverlauf.

Achten Sie darauf, was Sie Ihrem Wild füttern.

Achten Sie darauf, was Sie Ihrem Wild füttern.

Checkliste Wildfütterung:

  • Achten Sie auf Qualität des vorgelegten Futters
  • Passendes Futter in der Feistzeit sorgt für ausreichende Fettreserven für den Winter
  • Wiederkäuergerechte Fütterung reduziert das Risiko von Pansenübersäuerung
  • Wählen Sie den Standort der Fütterung sorgfältig aus

Aufbau von Fettreserven in der Feistzeit

Große Bedeutung für den Energiehaushalt des Rehwildes im Winter hat die Bildung von Fettreserven in den Herbstmonaten (Feistzeit). Während dieser Zeit wird die mit der Äsung im Überschuss aufgenommene Energie verstärkt im Fettgewebe gespeichert. Daher ist eine rechtzeitige Versorgung des Wildes mit entsprechender Äsungsergänzung bereits ab September besonders wichtig.

 

Der Auf- und Abbau des Fettdepots wird hormonell gesteuert. Der Umfang ist in erster Linie von der Höhe und Qualität des Wildfutter- und Äsungsangebotes abhängig.

 

Innerartlicher Stress in der Umgebung von Fütterungen und Fütterungsfehler (etwa chronische Pansenübersäuerung) sind mögliche Gründe dafür, dass die Feistreserven oft nicht in diesem Umfang erreicht werden.

Das Reh ist ein strenger Konzentrat-Selektierer

Rehwild sucht seine Äsung nach strengen Parametern aus. Rehwild ist im Gegensatz zu Rotwild oder Mufflon ein Konzentrat-Selektierter und kein Raufutterfresser.

 

Aufgrund des geringeren Fassungsvermögens im gesamten Magentrakt (Pansenvolumen ca. 6 % der Körpermasse, Rotwild 15 %) und der höheren Passagerate des Futterbreis, können Rehe sehr faserreiche Kost nur schlecht verwerten. Daher benötigen sie auch mehr Äsungsperioden (im Sommer 8 - 10, im Winter 5 - 7 innerhalb 24 Stunden) als das Rotwild.

Fütterung rund um die Uhr

Achten Sie bei der Wahl des Standortes darauf, dass das Rehwild 24 Stunden Zugang zur Fütterung hat. Bei Schneelage oder Lawinengefahr führt ein abruptes Ende der Fütterung zu extremer Hungersnot, da die Tiere an eine hohe Energie- und Eiweißdichte im Futter gewohnt sind. Hinzu kommt, dass die Tiere in diesen Revierteilen oft nicht ausreichend Naturäsung vorfinden. 

Äsungsergänzung

Leicht verdauliche und energiereiche Teile von Gräsern, Kräutern, Blüten, Blättern, Knospen und Trieben werden von den Konzentrat-Selektierern bevorzugt. Dieses Futter hat einen niedrigen Rohfasergehalt und ist reich an gelösten Zellwandstoffen.

 

Beachten Sie bei der Äsungsergänzung, dass das Reh als Wiederkäuer faserreiche Komponenten benötigt um den physiologischen Anforderungen gerecht zu werden.

 

Werden konservierte Futtermittel (Raufutter oder Saftfutter) vorgelegt, ist es wichtig, dass diese schmackhafter und bekömmlicher sind, als verbissgefährdete Triebe von Nadel- und Laubgehölzen. Zu grobes, zum falschen Zeitpunkt geerntetes oder schlecht konserviertes Raufutter vermindert die Futteraufnahme durch das Rehwild. Dadurch kann es zu Futterverlusten kommen und die Futterkosten und das Risiko für Verbiss steigen. 

 

Für die Auswahl der Äsung sind Geruchs-, Geschmacks-, Gesichts- und Tastsinn entscheidend. Mit 90 cm2 Gesamtriechfläche ist der Geruchssinn der am besten entwickelte Sinn beim Rehwild und auch bei der Äsungsauswahl am bedeutendsten. Der Mensch hat zum Vergleich nur 2,5 cm2 Riechfläche. Eine Besonderheit beim Rehwild ist auch die Weitergabe von Vorlieben für bestimmte Äsungspflanzen oder Futtermittel vom Muttertier an das Kitz/Kalb.

Pansengesundheit fördern

Abhängig von der Äsung produziert das Reh beim Wiederkauen 2 - 10 Liter Speichel pro Tag. Dieser wird zum Abpuffern und Stabilisieren des pH-Wert im Pansen benötigt. Rehe besitzen im Vergleich zu andern Wildwiederkäuern sehr große Speicheldrüsen, da sie, im Gegensatz zu Raufutterfressern, die Aufnahme von energiereicher und rohfaserarmer Äsung bevorzugen.

 

Schnell verdauliche stärke- und zuckerreiche, zu kurze oder fein vermahlene Futtermittel wie Getreide, Bruchmais oder Mühlen- und Bäckereiabfälle führen rasch zu Pansenübersäuerung (Azidose).

 

Die Vorlage von Müslis mit Hafer, Gerste und geflocktem Mais und beigemengten, kurz gehäckseltem Luzerneheu schaffen eine ausgewogene Kombination von schnell und langsam abbaubaren Komponenten in der Äsungsergänzung. Müslis sind daher optimal für das Rehwild. Zu große Schwankungen des pH-Wert im Pansen werden dadurch vermieden und ein wichtiger Beitrag für vitalere Tiere geleistet.

 

Autorin: DI Natascha Stolka

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