Landwirtschaft

N-Spätdüngung im Winterweizen

expertentipp

Die Wahl und Festlegung der richtigen Düngermenge und Düngersorte sowie der Applikationszeitpunkt sind wichtige Parameter für eine optimale und effiziente Spätdüngung bzw. Qualitätsdüngung von Winterweizen.

Links ein mit Dünger behandeltes Weizenfeld. Rechts ein ungedüngtes Feld.

Links ein mit Dünger behandeltes Weizenfeld. Rechts ein ungedüngtes Feld.

Faustregel für N-Spätdüngergaben

Als Faustregel zur Bemessung der Stickstoff-Spätdüngergaben gelten in Abhängigkeit des angestrebten Ertragszieles 10 kg N pro Tonne Ertrag (bei geplant hohen N-Einzelgaben und speziell auf leichten Standorten sowie ausreichendem Wasserangebot eventuell geteilt in EC 37-39 und EC 55) in Premium- und Qualitätsweizen und 5 – 8 kg N pro Tonne Ertrag in EC 39-55 bei Mahlweizen.

Man sollte allerdings die N-Spätdüngung nicht „überreizen“ weil dadurch das Lagerrisiko steigt und sich vor allem aber auch die Umlagerung von N aus den Blättern in die Körner verzögert was dann auch eine spätere Abreife des Strohs nach sich zieht. Mit dem N-Tester kann man schlagbezogen und sortenspezifisch den genauen Stickstoffbedarf ermitteln – dies ist insofern von Vorteil als man beispielsweise beim Einsatz von organischen Düngern wie Gülle die Düngerwirkung nur schwer abschätzen kann.

Der richtige Dünge-Zeitpunkt

Während ein früh gewählter Streutermin - etwa in EC 39 - die Ertragsbildung (TKG) betont, fördern spätere Termine in EC 51 bis hin zum Ende des Ährenschiebens den Rohproteingehalt. Ein noch späterer Düngungstermin verursacht meist eine schlechtere Nährstoffausnutzung verbunden mit den bereits beschriebenen Problemen bei der Abreife.

Welche Stickstoffform wählen?

Bei der Wahl der richtigen N-Form sollten nitrathaltige Stickstoffdünger (NAC/KAS 27 %) bevorzugt werden da hier eine hohe und sichere Wirkung gewährleistet ist. Carbamidhaltige Dünger wie Harnstoff/UREA eignen sich hingegen weniger gut weil speziell in trockenen Gebieten und auf Standorten mit hohen pH-Werten ein erhöhtes Risiko von gasförmigen Verlusten (Ammoniakemissionen) besteht.

Autor: Peter Kirchmayr, RWA

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