Landwirtschaft

Wertverlust durch Borkenkäfer

expertentipp

Überprüfen Sie regelmäßig den Waldbestand auf Borkenkäferbefall. Käferholz sollte rasch aus dem Wald gebracht werden. Lagerung von Wipfeln, Ästen und Energieholz am Waldrand sollte man vermeiden.

Der Borkenkäfer hinterlässt deutliche Spuren im Holz.

Der Borkenkäfer hinterlässt deutliche Spuren im Holz.

In den Folgejahren von Waldschäden (durch Wind oder Schnee verursacht) kommt es immer wieder zu einem vermehrten Auftreten verschiedener Borkenkäferarten. Dieses Massenauftreten führt nicht nur zu einem Absterben einzelner Bäume, sondern kann sich zu Massenkalamitäten nicht nur ganzer Bestände, sondern auch ganzer Wälder entwickeln.

Nach solchen Ereignissen finden Borkenkäfer riesige Mengen an bruttauglichem Material vor und vermehren sich explosionsartig, vor allem, wenn auch die meteorologischen Bedingungen günstig sind.

Waldbestand überprüfen

Der ganze Waldbestand muss überprüft werden, ob sich Borkenkäfer in den Bäumen befinden. Charakteristische Zeichen für einen Borkenkäferbefall sind:

  • Bohrmehl am Stammfuß, gut sichtbar etwa in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation.
  • Einbohrlöcher, oft unter den Rindenschuppen (bis auf Augenhöhe gut erkennbar).
  • Harztröpfchen bzw. Harzfluss ist kein eindeutiges Befallsmerkmal, da es hierfür andere Ursachen geben kann.
  • Bei fortgeschrittenem Befall herabfallende Rindenstücke.
  • Braunfärbung der Kronen und große Mengen fahl grüner Nadeln am Boden, die neue Käfergeneration ist dann zum Teil schon ausgeflogen und eine Sanierung ist wenig effektiv.

Die regelmäßige Kontrolle der Fichtenbestände ist für das rechtzeitige Erkennen des Käferbefalls und für Gegenmaßnahmen von entscheidender Bedeutung. Der Umgebung früherer Käfernester, Bereichen mit Wurf und Bruch (auch bereits saniertem) aus dem vergangenen Winter und sonnenseitiger Waldränder ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Allerding ist es selbst für erfahrene Forstleute nicht immer einfach, einen frischen Käferbefall zu erkennen (Bohrmehl wird vom Regen abgewaschen, Borkenkäfer attackieren die Bäume im mittleren und oberen Kronenbereich zuerst).

Welche Maßnahmen setzen?

Bringen Sie erkannte Schadbäume unbedingt aus dem Wald. Die Vermarktung von Bloch- und Faserholz ist häufig gut möglich. Ein Problem ist das Energieholz. Die beste (wenn auch teure) Lösung: Verhacken und in den Bestand zurückführen. Da man nicht alle befallenen Bäume erkennen kann, sollte man großzügig rändeln. Das heißt, auch Fichten, die sich am Rand des Befallsherdes befinden, gehören entnommen, denn sie könnten auch befallen sein. Es ist wirtschaftlich sinnvoller, jetzt frisches Blochholz zu ernten als im nächsten Sommer verblautes Schadholz.

Auf jeden Fall muss man den im Bestand verbleibenden Wipfel auf möglichst kurze Stücke abschneiden, damit ein rasches Austrocknen im Frühjahr gewährleistet ist und das Restholz für den Käfer nicht mehr attraktiv ist, also nicht mehr fängisch. Experten meinen auch, dass der Biomasseboom der letzten Jahre zur Borkenkäferkalamität beigetragen hat: Durch die Lagerung von Wipfeln, Ästen und Energieholz am Waldrand finden Borkenkäfer ideale Vermehrungsmöglichkeiten vor. Ohne gesicherte Abnahme der Biomasse ist daher von dieser Art der Lagerung abzuraten!

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