Landwirtschaft

Tränke-Management bei Lämmern

wissenswertes

Süß, sauer, warm oder kalt und vor allem wie viel und wie oft sollen Lämmer getränkt werden?

Beobachten Sie das Fressverhalten des Lammes gleich nach der Geburt.

Beobachten Sie das Fressverhalten des Lammes gleich nach der Geburt.

Was passiert nach der Geburt?

Nach der Geburt von Lämmern sollten Sie sofort darauf achten, ob diese bei der Mutter trinken. Das Lamm sollte innerhalb der ersten 4 Stunden Kolostrum (Biestmilch) aufnehmen. Trinkt das Lamm nicht, hilft ein Vorrat an tiefgefrorener Biestmilch von eutergesunden Tieren aus dem eigenen Bestand. Am einfachsten friert man die Portionen in mit Gefrierbeuteln verpackten Joghurtbechern ein (ca. 250 ml pro Portion). Eine Gabe von 30-40 ml Kolostrum pro Kilogramm Körpergewicht je Gabe ist zu empfehlen.

Umstellen auf Milchaustauscher (MAT)

Ab dem 2. - 3. Lebenstag werden die Lämmer von der Mutter abgesetzt und langsam auf Milchaustauscher umgestellt. Es dauert dann ungefähr 3 - 4 Tage, bis sich die Verdauung der veränderten Milchzusammensetzung angepasst hat. Bei Milchaustauschern sind hohe Anteile an Magermilchpulver und einwandfreie Qualität entscheidende Kriterien Lactose und Monosaccharide sollten die einzigen Kohlehydratquellen sein (z.B. AlpMil Lamm).

Richtiger Einsatz von Milchaustauschern

Bei der Verwendung von Milchaustauschern sollte die angegebene Konzentration der Tränke eingehalten werden. Die Einsatzempfehlung variiert je nach Produkt von 130 - 200 g Milchaustauschpulver je Liter Wasser. Die Milch kann warm (35 - 39° C) oder kalt getränkt werden. Es ist eine Anrührtemperatur von 45 - 55°C zum vollständigen Lösen des Milchaustauschers (MAT), auch bei anschließender Kalttränke, erforderlich. Bei der Zubereitung einer Kalttränke muss anschließend eine Ansäuerung erfolgen.

Fütterungsplan für Milchschaflämmer

Sauglämmer besitzen ein hohes Wachstumspotenzial und verdreifachen in den ersten 5 Wochen in etwa ihr Geburtsgewicht. Das kann aber nur erreicht werden, wenn die Lämmer richtig ernährt werden. Tränkemenge und –häufigkeit variieren je nach Betrieb. Für die Verabreichung der Tränke bieten sich verschiedene technische Einrichtungen an:
 

  • Bei geringer Tierzahl sind Tränkeeimer mit Saugern ideal,
  • bei größeren Beständen haben sich in der Praxis aus arbeitswirtschaftlichen Gründen Rinnentränken sowie Halb- und Vollautomaten durchgesetzt.

 

Alter Mahlzeiten/Tag Kolostrum Tränkemenge in Liter/Tag Kraftfutter in g/Tag Raufutter
1. Tag 4 - 6 x      
2. - 7. Tag 2 - 4   1,5 – 2,5    
8. - 21. Tag 2 - 3   2,5 – 3,0 50 - 100 g gutes Heu zur freien Aufnahme
22. Tag bis Absetzen 2 -3   ca. 2 200 - 300 g gutes Heu zur freien Aufnahme

 

Bei rationierter Fütterung wird die Milchmenge nur langsam gesteigert, empfohlen werden 2 - 4 Mahlzeiten in der 1. Lebenswoche (je ca. 0,8 l). Ab dem 7. Lebenstag reichen 2 - 3 Mahlzeiten bei einer Steigerung der verabreichten Milchmenge auf ca. 3 Liter.

Eine konstante Milchtemperatur, hygienisches Arbeiten und regelmäßiges Reinigen sind genauso wichtig für eine erfolgreiche Aufzucht, wie das Futter, für das Sie sich entscheiden.

Ab der 2. Lebenswoche kann pelletiertes Kraftfutter mit einem Rohproteingehalt von 17 - 18 % und schmackhaftes Heu zur freien Aufnahme angeboten werden. Eine reduzierte Milchaustauscher-Konzentration gegen Ende der Milchphase und die kontinuierlich abnehmende Milchmenge in der letzten Tränkewoche stimulieren zusätzlich die Festfutteraufnahme. Beim Absetzen sollten die Tiere bereits 200 - 300 g Kraftfutter pro Tag aufnehmen um einen Wachstumseinbruch zu verhindern.

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