Wachsmais: Die Alternative zum Gelbmais

Hier erfahren Sie Grundlegendes zum Wachsmais, zur Kulturführung sowie zum Kontraktanbau und zur Wirtschaftlichkeit.

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© DieSaat

Checkliste Wachsmais:

  • Wachsmais ist eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum Gelbmais
  • Wachsmais muss einen Mindestabstand zu Gelbmaisbeständen haben
  • Bei der Kulturführung gibt es keine Unterschiede zu Gelbmais

Was ist Wachsmais überhaupt?

Wachsmais ist äußerlich nicht vom herkömmlichen Mais für Futter-/Stärkezwecke zu unterscheiden. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist die Zusammensetzung der Stärke: Während sich normale Gelbmaisstärke aus ca. 25 % Amylose und 75 % Amylopektin zusammensetzt, besteht Wachsmaisstärke zu 99 % aus Amylopektin und 1 % Amylose. Dadurch besitzt die Wachsmaisstärke besondere Eigenschaften, die sie für die Produktion hochwertiger Produkte interessant machen.

Produkte aus Wachsmais

Seit Mitte der 90er-Jahre wird in Österreich Wachsmais durch die Agrana zu Stärke verarbeitet. Diese spezielle Form der Maisstärke findet in der Nahrungsmittelindustrie als Verdickungsmittel Verwendung. Auch in Fertiggerichten (Mikrowellenmahlzeiten), Emulsionsmitteln für Salatsaucen, Suppen und in der Säuglingsnahrung wird Wachsmaisstärke verarbeitet. In technischen Bereichen wird diese Stärkeform zur Gummierung von Klebebändern sowie in der Papierindustrie eingesetzt.

Bedarf an Wachsmais

Der Bedarf an Wachsmais ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem stabilen Bedarf zu rechnen.

Kontrakt und Dokumentation

Wachsmais für die Lebensmittelindustrie ist nur im Kontraktanbau möglich, da eine lückenlose Dokumentation vom Anbau bis zur Anlieferung gewährleistet sein muss.

 

Für den Kontraktanbau sind folgende Wachsmaissorten vorgegeben:

Sorte Reifezahl (FAO)
DK 353 waxy ca. 380
DKC 4590 waxy ca. 400
P8012E ca. 340
PR38A75 waxy ca. 370
DK315 waxy ca. 350
DKC 3511 waxy ca. 370
Weitere Sorten sind aufgrund ihrer noch späteren Reife oder einer zu kleinen Kornausbildung (mindestens 45 % über dem 8-mm-Rundlochsieb) nicht für die Agrana zugelassen.

Wachsmais Sortenversuche 2016, 2017

Sorte Ort Jahr Ertrag kg/ha Erntefeuchte, Wassergehalt in % Vergleich zum Versuchmittelwert (100 %)
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Arbesthal Bruck/Leitha 2017 6.164 32,2 101%
DKC 4590 Waxy, ca. 400 FAO Arbesthal Bruck/Leitha 2017 6.000 35,4 98%
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Schönfeld bei Gänserndorf 2017 7.137 19 105%
DKC 4590 Waxy, ca. 400 FAO Schönfeld bei Gänserndorf 2017 6.863 18,6 101%
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Schlickendorf bei Krems 2017 7.590 31,3 100%
DKC 4590 Waxy, ca. 400 FAO Schlickendorf bei Krems 2017 8.071 31,5 107%
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Trautmannsdorf 2016 9.904 23,5 93%
DKC 4590 Waxy, ca. 400 FAO Trautmannsdorf 2016 11.086 25 104%
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Obersiebenbrunn 2016 9.494 21,1 95%
DKC 4590 Waxy, ca. 400 FAO Obersiebenbrunn 2016 10.584 21,4 106%
DK 353 Waxy, ca. 380 FAO Schlickendorf bei Krems 2016 10.691 26 93%
Quelle: Wachsmais Sortenversuch 2017 und 2016 der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Streifenversuche. (Auszug)

Weitere Vertragsbedingungen

  • Ausschließlich zertifiziertes, GVO-freies Saatgut darf gesät werden
  • Mindestabstand zu Gelbmais 200 m
  • Anbau mit gereinigter Sämaschine
  • Aufzeichnung von Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen auf einem Ackerschlagblatt inkl. amtlicher Sackanhänger des Saatgutes, Kopie der Saatgutrechnung
  • Feldkontrolle durch Kontrollfirma (Bestand, Wachsmaisreinheit, GVO-Freiheit, Ackerschlagblatt)
  • Ernte mit gereinigtem Mähdrescher nach Freigabe durch die Kontrollfirma

Wachsmais muss zu Gelbmaisbeständen ausreichend isoliert sein, denn im Falle einer Fremdbestäubung durch Gelbmais wird der Anteil der Wachsmaisstärke reduziert. Bei einer daraus resultierenden Wachsmaisreinheit von unter 96 % ist die Ware für die Stärkeproduktion ungeeignet und kann nur mehr als Futtermais vermarktet werden. Deshalb ist ein Verbund mehrerer Landwirte bzw. einer Ried/Ortschaft zu empfehlen. Bei der Ernte darf es zu keiner Vermischung mit Gelbmais kommen, deshalb erfolgt ein Farbtest mit einer Jod-Lösung.

Kulturführung im Vergleich zum Gelbmais

In der Kulturführung gibt es keine Unterschiede zu Gelbmais. Die Erträge von Wachsmais liegen fast auf dem Niveau von Gelbmais, aber die Körner trocknen auf Grund der dichteren Lagerung der Stärke langsamer ab – eine höhere Kornfeuchte ist die Folge. Daher soll Wachsmais möglichst lange am Acker stehen bleiben um Trocknungskosten zu sparen.

Wirtschaftlichkeit von Wachsmaisanbau

Aufgrund der eingeschränkten Sortenwahl mit langsamerem Trocknungsverhalten, der notwendigen Auflagen und Aufzeichnungen wird von den Aufkäufern eine Prämie als Aufschlag zum Gelbmaispreis bezahlt.

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